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Kultur Lena singt zum Tourauftakt in Hannover
Nachrichten Kultur Lena singt zum Tourauftakt in Hannover
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00:16 16.12.2017
Tourauftakt in Hannover: Lena singt im Capitol. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

 “Ich bin in meiner Heimaaaaat“, schreit sie und hüpft auf und ab. Was Lena Meyer-Landrut dann sagt, geht in Applaus und Jubelschreien ihrer 1400 Fans im Capitol unter. Die Band spielt „Satellite“, was nur noch in den Grundzügen nach dem Ohrwurm klingt, mit dem die heute 26-jährige Wahlberlinerin 2010 den Eurovision Song Contest gewonnen – und über Nacht bundesweite Bekanntheit erlangt hatte. 

Das Konzert beginnt überraschend groovig: Eine Kombo mit Kontrabass und bluesiger E-Gitarre begleitet die Sängerin, die sich auf ihrem letzten Album „Crystal Sky“ an elektronischen Klängen versucht hatte – und dabei Gefahr lief, den Sound der britischen Sängerin Ellie Goulding zu imitieren. 

Heimspiel zum Tourauftakt: Lena Meyer-Landrut ist vor 1400 Fans im Capitol aufgetreten.

An diesem Abend will Lena aber nicht nur singen, sie möchte reden. Auf der Leinwand hinter den Musikern steht der Schriftzug „End of chapter one“ - das Ende des ersten Kapitels. Lena lässt sich am vorderen Rand der Bühne auf die Knie sinken. „Für mich reicht das erste Kapitel von 2010 bis 2017.“ 

Sie habe das Gefühl, der erste Teil „dieses großen Buches“ sei nun vorbei. „Ich möchte euch mit dieser Tour auf eine Reise mitnehmen.“ Sieben Jahre, vier Alben, Höhepunkte und Tiefschläge - all das soll heute zur Show gehören. Dann schließt sie ihren Monolog undurchsichtig: „Ich hoffe, ihr seid nachsichtig mit mir.“ 

Meyer-Landrut hatte angekündigt, noch in diesem Jahr ihr Album „Gemini“ veröffentlichen zu wollen. In einem Video auf ihrem YouTube-Kanal nahm sie Anfang November wieder Abstand von diesem Plan: Sie habe eine „kleine kreative Krise“ und sei noch nicht zufrieden mit den Songs. „Die habe ich jetzt alle wieder in den Müll geschmissen“, offenbart die 26-Jährige ihrem Publikum in Hannover. Sie müsse nun auf eine „kleine persönliche Reise gehen“. 

Suche nach sich selbst

Bevor sich Lena um ihre Zukunft kümmert, führt die Reise an diesem Abend erst einmal durch die Vergangenheit. Sie spielt ihre bekanntesten Songs: „Taken by a Stranger“ ist dabei, „Wild & Free“ und auch „Stardust“. Die Zuschauer tanzen bei munteren Songs auf der Stelle mit, bei ruhigeren Liedern wiegen sie hin und her. Zwischen den Songs entdecken manche, wie gut sich der Name der Sängerin brüllen lässt. Auf die „Lenaaa“-Rufe lässt eine Männerstimme sogar ein „Du bist wundervoll“ folgen. 

Seit dem ESC-Gewinn hat die 26-Jährige sich in viele Richtungen ausprobiert – nicht nur musikalisch. Sie war Werbeträgerin für Kosmetikprodukte, arbeitete als Model, spielte in Filmen mit oder lieh animierten Filmfiguren ihre Stimme und war bei Musiksendungen wie „The Voice Kids“ oder „Sing meinen Song“ im Fernsehen dabei. Sesshaft ist sie bisher nicht geworden, und auch bei ihrem Konzert macht sie kein Geheimnis daraus, dass sie noch immer auf der Suche nach ihrer Identität ist – vor allem nach der musikalischen.

Von Nils Oehlschläger

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