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Kultur Härke hat die Kultur im Blick
Nachrichten Kultur Härke hat die Kultur im Blick
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00:16 10.08.2015
Von Daniel Alexander Schacht
Harald Härke ist längst ein Kenner in der hannoverschen Kulturszene. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Wer das Sprengel-Museum oder das Kestner-Museum besucht, bei den Kunstfestspielen oder beim Klassik-Open-Air ist – der kann dort überall einen treffen, der sein privates Interesse an Kunst und Kultur demnächst beruflich nutzen wird: Harald Härke, bislang Personaldezernent der Stadt, ist schon lange auf Tuchfühlung mit der Kulturszene. Und er schaut sich darin noch viel gründlicher um, seit feststeht, dass er im November auch Kulturdezernent sein wird.

Ein Verwaltungsmann als „Kulturminister“ der Stadt?

Das hat einige erst einmal irritiert. Droht da die Kultur nicht zur Nebensache zu werden? Schließlich wird Härke nicht einfach Nachfolger von Marlis Drevermann, sondern bleibt der „Personalchef“ der Stadt. „Ich werde 95 Prozent Kultur und fünf Prozent Personal machen“, stellt Härke unter Hinweis darauf klar, dass er inzwischen viele Personalaufgaben delegieren kann. „Deshalb wird es ja künftig Kultur- und Personaldezernat heißen.“ Wer sich mit dem 61-Jährigen unterhält, lernt einen echten Kulturfan kennen, der zugleich profunder Kenner der hannoverschen Kulturszene ist.

Nur lobende Worte

Kein Wunder: Härke, gebürtiger Hildesheimer, lebt seit Langem in Linden und arbeitet seit 40 Jahren in der Verwaltung Hannovers. Und er geht nicht nur zu Ausstellungseröffnungen in der Kestnergesellschaft oder im Kunstverein, er tut sich auch jenseits etablierter Kultur um. Steigt in den 16. Stock des Bredero-Hauses, um eine nur zweitägige Pop-up-Ausstellung zu sehen. Schaut zur 25-Jahr-Feier des Kinos im Sprengel vorbei – und bleibt bis nachts. Hört sich im Wilhelm-Busch-Museum einen Vortrag über Marie Marcks an – und wechselt danach ins Medienhaus Linden, das seine Anfänge in der Avantgardekunst und im Underground hat.

In der Kulturszene sind bisher nur lobende Worte über den künftigen Kulturdezernenten zu hören. „Der hat spürbar Spaß daran, sich neue Welten zu erschließen, hat Sinn für Humor und auch Selbstironie“, sagt Gisela Vetter-Liebenow, die Chefin des Wilhelm-Busch-Museums. „Das ist eine gute Grundlage für die Zusammenarbeit.“ „Ich find’s gut, dass er bei unseren Ausstellungseröffnungen präsent ist“, sagt Kathleen Rahn, Direktorin des Kunstvereins. Christina Végh, die Chefin der Kestnergesellschaft, hat nach eigenen Worten „nur Gutes“ über Harald Härke gehört. Und Reinhard Spieler, der Chef des Sprengel-Museums, betont seinen „sehr guten Eindruck“ von dem künftigen Kulturdezernenten: „Der ist hoch motiviert.“

„Harald Härke war schon immer sehr kulturaffin“, sagt Ekkehard Kähne vom Medienhaus, der Härke schon kannte, als er noch nicht Leiter der Personalverwaltung und später Personal- und Organisationsdezernent war. „Der wird manchmal unterschätzt – vielleicht gerade weil er sich wirklich interessiert, sehr offen ist und nachfragt.“

Härke hat viel vor

Wer nachfragt, bekommt Antworten und zieht daraus seine Schlüsse. „Ich fühle mich ein wenig so wie ein Schwamm“, sagt Härke lächelnd. „Ich nehme ganz viel an Kultur auf – und schaue, was man daraus machen kann.“ Das „Platzprojekt“ in der Fössestraße findet seine Wertschätzung. Das Fuchsbau-Festival will er nach Hannover zurückholen. Und mithilfe eines hauptamtlichen Koordinators möchte er den Unesco-Titel „City of Music“ sichtbarer machen. Ansonsten will sich Härke mit kulturpolitischen Impulsen zurückhalten, solange Marlis Drevermann noch im Amt ist. Klarstellt der künftige Kulturdezernent nur, dass er vielerorts spannende Impulse wahrnimmt. „Da muss man oft nur die Dinge zusammenführen“, sagt er. Und er erzählt auch, dass ihn derzeit viele Vorschläge erreichen, dass sich bei mancher Plauderei der Gesprächspartner in einen Bewerber verwandelt, der Ideen, Projekte oder einfach sich selbst präsentiert.

Kulturpolitik mit klaren Konturen

Aber es ist ja auch kein Wunder, dass der künftige Kulturdezernent jetzt zum Adressaten für kulturpolitische Vorschläge wird. In der Personalpolitik ist Kultur nur eines von vielen Feldern. Dagegen geht Kulturpolitik nicht ohne Personal. Der Kultur- und Personaldezernent Härke wird also mehr Hebel in Bewegung setzen können als die reine Kulturdezernentin Drevermann.

Doch das heißt nicht, dass er Kulturpolitik mit der Gießkanne machen will. „Ich gehe auch dahin, wo es wehtut“, sagt Härke und betont, dass es unter ihm eine Kulturpolitik mit klaren Konturen geben wird. „Ich habe zu oft erlebt, dass sich nichts getan hat, weil Verantwortliche zu weich waren und sich vor Entscheidungen gedrückt haben – das wird es mit mir nicht geben.“ Und er verfolgt dabei das Ziel, Hannovers Profil als international ausgerichtete Kulturstadt zu schärfen. Damit liegt er nahe an dem Vorhaben der SPD, die im Kommunalwahlprogramm eine Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Europas anpeilt. „Kultur“, sagt Härke, „ist von zentraler Bedeutung für diese Stadt.“

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