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Jetzt darf jeder "Happy Birthday" singen

Rechtsstreit Jetzt darf jeder "Happy Birthday" singen

Jeder kennt das weltberühmte Ständchen "Happy Birthday", bei keinem Geburtstag bleibt es aus. Jetzt darf das Lied privat und öffentlich genutzt werden, ohne dass der Unterhaltungskonzern Warner/Chappelll Music zur Kasse bitten darf. Diesem Erfolg ging ein jahrerlanger Rechtsstreit voraus.

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Das undatierte Handout der University of Kentucky zeigt ein Notenblatt das Liedes "Good Morning To You" von Mildred Hill.

Quelle: dpa

Los Angeles. "Happy Birthday" ist jetzt kostenlos: Das weltberühmte Geburtstagsständchen gehört nun ganz der Allgemeinheit. Ein Bundesrichter in Los Angeles billigte am Montag (Ortszeit) eine Einigung, mit welcher der Unterhaltungskonzern Warner/Chappell Music auf seine Urheberrechte an "Happy Birthday" verzichtet. Mit dem Vergleich kann jeder nach Belieben das Lied anstimmen, ohne Lizenzgebühren fürchten zu müssen.

"Das ist ein Riesensieg für die Öffentlichkeit und für Künstler, die 'Happy Birthday' in ihren Videos und ihrer Musik verwenden wollen", erklärte Klägeranwalt Daniel Schacht nach der Gerichtsentscheidung. "Es ist schön zu wissen, dass der Song offiziell befreit ist", sagte eine der Klägerinnen, die Musikerin Rupa Marya.

Die Sängerin einer kalifornischen Band packte nach dem Richterspruch ihre Gitarre aus und stimmte das Lied vor dem Gerichtsgebäude an. Ihre Band hätte 455 Dollar (etwa 410 Euro) zahlen sollen, weil sie die Melodie auf einer Platte verwendet hatte. Die Kläger hatten 2013 eine Sammelklage eingereicht, nachdem der Musikkonzern den Machern eines kostengünstig produzierten Dokumentarfilms 1500 Dollar für die Verwendung des Lieds in Rechnung gestellt hatte.

Viele Rechnungen wurden verschickt

Auch früher schon hatte Warner/Chappell Music immer wieder Rechnungen verschickt, wenn "Happy Birthday" öffentlich genutzt wurde. Die Kläger argumentierten, das Ende des 19. Jahrhunderts komponierte Lied sei Allgemeingut und gehöre der Öffentlichkeit. Der Richter George King in Los Angeles hatte diese Auffassung bereits im September 2015 unterstützt.

Der nun von ihm gebilligte Vergleich sieht vor, dass der Konzern seinen Urheberanspruch aufgibt und ausstehende Lizenzgebühren nicht mehr eintreibt: Warner/Chappell Music stimmte der Zahlung von 14 Millionen Dollar zu – als Ausgleich dafür, dass das Unternehmen Tantiemen einnahm, obwohl das Werk mittlerweile als öffentliches Liedgut gilt. Ein Drittel der Summe soll an die Kläger gehen, bei denen es sich um die Macher eines Dokumentarfilms handelt, der Rest wird unter denjenigen aufgeteilt, die bislang Tantiemen an Warner zahlten.

Der Konzern Warner/Chappell Music hatte seinen Urheberanspruch damit begründet, dass er 1988 ein Unternehmen erworben hatte, dem die Lizenz an dem Lied gehörte. Eigentlich wäre der Urheberschutz erst 2030 ausgelaufen. Komponiert wurde das Lied wahrscheinlich 1893 im US-Bundesstaat Kentucky von der Kindergarten-Erzieherin Patty Hill und ihrer Schwester Mildred. Zunächst hatte das Lied den Titel "Good Morning to You".

afp/rnd

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