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Harrison Ford kämpft im Wilden Westen gegen Fremdlinge

„Cowboys & Aliens“ Harrison Ford kämpft im Wilden Westen gegen Fremdlinge

In „Cowboys & Aliens“ kämpft Harrison Ford gegen fremde Eindringlinge. Am Montag besuchte der Filmstar die Deutschlandpremiere in Berlin – und sprach über den neuen Film, Indiana Jones und seine Pläne für die Zeit nach dem 70.

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Im Cowboy-Einsatz: Harrison Ford (links) und Daniel Craig am Montag in Berlin.

Quelle: dpa

Berlin. Der Einstieg passt schon mal prima zum Film: Harrison Ford sitzt noch nicht richtig, da lässt er sich schon einen pechschwarzen Kaffee bringen. Die nächsten 20 Minuten wird er zwischen den Antworten immer mal wieder an der Tasse nippen und dabei sein schiefes Harrison-Ford-Grinsen unter dem Harrison-Ford-Bürstenhaarschnitt aufsetzen. Schade, dass im Berliner Hotel Adlon kein Lagerfeuer flackert: Am Ende des Gesprächs würde er den Rest des Gebräus garantiert in die zischenden Flammen kippen. So machen das Cowboys, jedenfalls im Kino.

Na gut, die große, dunkle Brille, der Ohrstecker und die roten (!) Socken passen nicht so ganz zum Cowboy-Outfit, auch nicht die sanft-müde Freundlichkeit eines älteren Herrn, der momentan um die halbe Welt reist, um einen Film zu bewerben, der an der US-Kinokasse gerade einmal so erfolgreich wie „Die Schlümpfe“ war. Am Montagabend besuchte Ford die Deutschlandpremiere von „Cowboys & Aliens“ am Potsdamer Platz in Berlin. Am Wochenende noch nahm er beim Filmfestival Locarno einen Lebenswerkpreis entgegen. 8000 Leute waren auf die verregnete Piazza gekommen, um den Schauspieler zu feiern, der sie seit 40 Jahren im Kino begleitet.

Das Erstaunliche dabei ist: Ford war in seiner langen Hollywoodkarriere kaum je im Wilden Westen zugange – von Ausnahmen wie dem Bürgerkriegsdrama „Der gnadenlose Ritt“ (1967) abgesehen. Wie kann das sein? „Die große Zeit des Westerns war einfach schon vorbei, als ich in Hollywood ankam“, sagt Ford. Umso mehr habe er seine aktuelle Rolle genossen. In „Cowboys & Aliens“ spielt er einen Viehbaron, der ein ganzes Dorf drangsaliert – bis Außerirdische herandonnern und Menschen entführen. Und dann passiert im Film exakt das, was der Titel verspricht: Cowboys kämpfen gegen Aliens.

Dieses Aufeinandertreffen ist ziemlich krude. Ford war einer der letzten, der seinen Vertrag unterschrieb – anders als Daniel „007“ Craig, der von Beginn an dabei war. Warum hat Ford gezögert? „Nach 30 Seiten habe ich das Drehbuch erst mal weggelegt und meinem Agenten gesagt, dass das nichts für mich ist“, erzählt Ford. Da half auch nichts, dass sein Freund Steven Spielberg als Produzent hinter dem Projekt stand.

Dann hat Ford doch weitergelesen und gemerkt, dass der Film von Jon Favreau („Iron Man“) kein Spaßprodukt, sondern eine ernsthafte Verschränkung zweier Genres sein sollte. Und außerdem: „Draußen an der frischen Luft arbeiten, die tolle Natur und das Ganze auf dem Rücken eines Pferdes – so ein Western ist schon eine tolle Sache.“

Ford hat den Cowboy-Begriff beständig modifiziert

Vielleicht muss man das mit dem Cowboy-Dasein im Leben des Harrison Ford sowieso anders sehen: Ford hat den Cowboy-Begriff in seinen wichtigsten Filmen beständig modifiziert. Sein Han Solo in der ersten „Krieg der Sterne“-Trilogie war nichts anderes als ein Western im Weltraum – mit diesem Auftritt wurde Ford Ende der Siebziger berühmt. Bis dahin verdiente er sein Geld vorzugsweise als Schreiner. In „Blade Runner“ (1982) war er ein Kopfgeldjäger. Ebenso hat „Indiana Jones“ etwas von einem Cowboy – auch wenn der Schatzsucher mit der Lederpeitsche von Haus aus Archäologe ist. Viermal ist Ford bereits als Indiana Jones aufgetreten. Wird es ein fünftes Mal geben? „Das kann ich Ihnen sagen, wenn ich ein Drehbuch in der Hand halte“, sagt Ford. „Und das ist bislang nicht der Fall.“

Die Antwort wirkt so professionell und nüchtern wie der ganze Berlin-Auftritt von Ford an diesem Tag. Er gilt als einer der erfolgreichsten Schauspieler des 20. Jahrhunderts. Wie sieht er seine Rolle im heutigen Hollywood? „Ich will weiter drehen. Ich will keine mythische Rolle einnehmen, sondern als Schauspieler arbeiten, solange die Leute mich sehen wollen.“ Auch sein 70. Geburtstag im nächsten Jahr bedeute keine Zäsur: „Die runde Zahl ist nicht wichtig“, sagt er, grinst dieses Grinsen und ergänzt noch eine Bemerkung, so trocken, wie sie eines Hollywood-Cowboys würdig ist: „Man kann sich die Zahl aber gut merken.“

Kinostart von „Cowboys & Aliens“ ist der 25. August.

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