Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° Regen

Navigation:
Hier probt Helene für Hannover

Tour-Start Hier probt Helene für Hannover

„Viva la Vida!“: Helene Fischer probt in Dortmund für ihre neue Tour, deren Auftakt am 12. September in Hannover ist. Gleich fünf Konzerte gibt sie innerhalb von sechs Tagen in der Tui-Arena.

Voriger Artikel
Zinnober-Kunstfest präsentiert 59 Kunstorte
Nächster Artikel
"Grafik Ost" feiert Premiere im Sprengel-Museum

Proben für die Tour: Helene Fischer und Band.

Quelle: Oliver Berg

Hannover. Helene Fischer tanzt. „Ein Viva la Vida, ein Hoch auf diesen Tag, weil ich das Leben so mag!“ schallt es aus den Boxen, es ist eines ihrer Lieder. Es klingt nach Spanien und Sonne und Tanz am Strand. Doch der Strand ist weit. Man ist in Dortmund. Es ist September. Und Deutschlands größter Show-Star steht in einer Räumlichkeit, die immerhin nicht den Geruch, aber durchaus den Charme einer Schulsporthalle versprüht. Frau Fischer blendet das aus. Ein paar Schritte zurück, dann die Arme hoch. Viva la Vida! Geht doch.

Die Proben für die Helene Fischer Tour 2017 haben begonnen. Insgesamt fünf Konzerte spielt sie in Hannover. 

Zur Bildergalerie

Bald schon dürfte man den Tanz in einem glamouröseren Umfeld sehen. Am Dienstag, 12. September, beginnt in Hannover die neue Tour von Helene Fischer; sie soll gigantisch werden. So gigantisch, dass man für die Proben die riesige Dortmunder Westfalenhalle und auch Nebenräume - etwa für das Tanztraining - blocken musste. Helene Fischer hat erhebliches Verdrängungspotenital. Wenn sie kommt, ist nur noch wenig Platz für anderes.

Letzte Karten gibt es hier.

„Ich habe mit dieser Show bewusst eine Herausforderung für mich gesucht und habe sie auch bekommen“, sagt Fischer. Sie meint damit auch die körperlichen Strapazen. Denn: Die neue Produktion entsteht in Zusammenarbeit mit Akrobaten von Cirque du Soleil. Und die stehen auf Luftnummern: Helene Fischer muss durch die Luft wirbeln, springen und an Seilen fliegen.

Täglich andere Muskelkater

Dafür braucht sie Kraft, vor allem auch in den Armen. „Ehrlich gesagt habe ich mich immer ein wenig zurückgehalten, viele Klimmzüge und Bizeps-Übungen zu machen, da ich dazu neige, schnell Muskeln - vor allem im Oberkörper - aufzubauen“, sagt sie. Aber nun müsse das sein. „Gerade jetzt habe ich nahezu täglich mit anderem Muskelkater zu kämpfen.“

In der Westfalenhalle steht eine 26 Meter breite Riesen-Bühne. Vormittags sind Artistik-Proben, nachmittags spielt dort die Band, am Abend gibt es Einzelproben und in der Nacht läuft die Lichtprogrammierung. Parallel wird im Tanzstudio geschwitzt und in einer eigens eingerichteten Schneiderei an den Kostümen gebastelt. Auch ein Physiotherapeut wurde engagiert. Es ist ein bisschen so, als ob sich die Nationalmannschaft auf eine WM vorbereitet.

Farbenspiel-Tour 2015: Schlagerstar Helene Fischer ist in einer ausverkauften HDI-Arena in Hannover aufgetreten.

Zur Bildergalerie

Vielfach wurde die Technik extra für die Show angefertigt. Allein rund 110 Tonnen hängen an der Decke. „Das ist alles extrem aufwendig. Wir haben allein 33 Trucks, die das Material zwischen den Tour-Orten bewegen“, sagt Alexander Spengler, verantwortlich für die technischen Abläufe. Er hat Fischer seit dem Anfang ihrer Karriere begleitet. „Man kann sagen, dass sich die Produktionsgröße von Tour zu Tour verdoppelt hat. Das ist eine ganz steile Kurve.“

An den Stationen soll der Aufbau rund 30 Stunden dauern, viel mehr als bei anderen deutschen Produktionen. Dafür bleibt allerdings auch alles länger stehen als normal. Fischer tritt nicht jeden Tag in einer anderen Stadt auf - sie gastiert immer gleich eine ganze Woche. Vermutlich würde sich kein anderer deutscher Musiker so eine Zugkraft zutrauen. Auch wenn es noch Karten zu kaufen gibt.

Experte meint: Sie kann noch mehr schaffen

Viele kluge Leute haben sich in den vergangenen Jahren auf die Suche nach den Gründen für ihren Erfolg begeben. Nüchtern betrachtet kann man sagen: Sie hat Talent, arbeitet hart und trifft kluge Entscheidungen. Und sie hat Hits wie „Atemlos durch die Nacht“. Wer es feuilletonistischer mag, kann sie als perfekte Pop-Künstlerin der Merkel-Jahre sehen: unaufgeregt, skandalfrei, diszipliniert. Alles Irritierende perlt an ihr ab. Gut, es gab Pfiffe während ihrer Show beim DFB-Pokalfinale. Aber selbst da setzte sich schnell die Lesart durch, dass sie nicht der heiligen Helene, sondern der Voll-Eventisierung des Fußballs an sich galten.

Am Donnerstag und Freitag gibt die Schlagersängerin Helene Fischer Konzerte in der TUI-Arena in Hannover.

Zur Bildergalerie

Es ist allerdings auch ein schmaler Grat. Die Deutschen mögen Perfektion, aber keine Stars aus einem anderen Universum. Und dann so ein Gigantismus? „Es ist eine große Bühne, aber sie soll zugleich intim wirken, also klein“, besänftigt Omar Sharif Mukhtar, der sich die neue Show ausgedacht hat. Entscheidender Satz: „Helene will nah an den Leuten sein, sie nicht verlieren.“

Der Brite spricht zwar nicht die Sprache, in der Fischer singt, hat aber Visionen. Man feiere mit der Show auch ihre Karriere, die gerade einen Höhepunkt erreicht habe. „Sie hat Deutschland erobert. Wir wollen ihr helfen noch einen Schritt weiter zu gehen. Sie kann noch mehr erobern, nicht nur Europa.“

Helene Fischer allerdings argumentiert eher im Hier und Jetzt. „Ich bin jetzt 33 Jahre alt. Ich weiß nicht, ob ich diese Art von Show in zehn Jahren auch noch machen möchte. Daher ist das jetzt genau der richtige Zeitpunkt.“ Fast 70 Shows wird sie spielen. Und dann noch eine Stadion-Tour. Und danach? „Ich glaube, dann mach’ ich erstmal Urlaub“, sagt sie.

Konzerte gibt Helene Fischer in der Tui-Arena Hannover. Sie tritt dort am 12., 13., 15., 16. und 17. September auf. Die Shows beginnen um 20 Uhr, der Einlass öffnet um 18 Uhr.
Alle Konzerte sind – bis auf wenige Restkarten – ausverkauft. Aber Helene Fischer kommt wieder nach Hannover: Am 17. Juli 2018 tritt sie in der HDI-Arena auf. Karten dafür gibt es im HAZ-Ticketshop unter (05 11) 12 12 33 33.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
doc6wtojml4oghgke8nodb
"Hool" als ganz großer Theaterzauber

Fotostrecke Kultur Allgemein: "Hool" als ganz großer Theaterzauber