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Herman van Veen spielt wieder im Theater am Aegi

"Opa Tausendsassa" Herman van Veen spielt wieder im Theater am Aegi

Herman van Veen ist 71 Jahre alt und tritt seit 45 Jahren regelmäßig im Theater am Aegi auf. In diesem Jahr drei Abende in Folge. Das Publikum liebt van Veen für sein immerwährendes Bekenntnis zu Menschlichkeit, Mitgefühl, Liebe und Zärtlichkeit. Am Samstagabend ist er wieder im Theater am Aegi zu sehen.

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Seit 45 Jahren regelmäßig im Theater am Aegi: Herman van Veen.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Natürlich thematisiert er sein Altern mit aller Offenheit. Herman van Veen ist 71 Jahre alt und tritt seit 45 Jahren im Theater am Aegi auf. Noch ahnt der Niederländer nicht, dass am zweiten Tag die Nachricht vom Tod Leonard Cohens die Musikwelt erschüttern wird. Eine Nachdichtung von dessen Welthit „Suzanne“ machte ihn einem breiten Publikum bekannt. Dabei berührt der Tod seines gleichaltrigen Weggefährten Erik van der Wurff seit der letzten Tournee den Musiker bereits genug. 52 Jahre verbrachten die beiden gemeinsam auf Bühnen.

Van Veen ist keiner, der mit seinem Alter kokettiert. Er akzeptiert den Lauf der Zeit, erinnert sich ohne zu verklären. Das machte ihn immer schon aus: bei aller Poesie nichts zu beschönigen. Selbstironie hilft dabei. Als „alten Narr“, imaginierte er sich 1982 in den letzten Lebensjahren. „Früher hieß dieses Lied ,Später’“, scherzt er heute.

Auf der Bühne lässt van Veen nur wenig von der besungenen Parkbank-Romantik erahnen. Er zieht alle Register, singt und tanzt, liefert sich Geigenduelle, spielt Xylophon, Klavier und Trommeln. Es ist eine Selbstinszenierung als Tausendsassa, fast als müsse er sich beweisen, dass er all das noch auf hohem Niveau kann. Er kann. Und wird dabei getragen von sieben hervorragenden Musikern.

Sie sind van Veens musikalische Familie. Sie erhalten entsprechend viel Anteil an der Bühne, spielen eigene Songs und lange Instrumentalparts. Van Veens biologische Familie hingegen ist Teil der Erinnerungen, die er fließend in zugespitzte Anekdoten sowie alte und neue Songs übergehen lässt. Er hat sichtlich Spaß an Überraschungen, Tricks und Pointen. Und wechselt dabei spielend von Albernheiten zu ernsten Anliegen.

Nach seinem Klassiker „Anne“ über seine damals kleine Tochter erzählt er, die heute 33-Jährige habe neulich ihre Lebensgefährtin geheiratet. Und schließt an mit einem Lied über Homosexualität, Religion und Toleranz vom neuen Album „Fallen oder Springen“.

Das Publikum liebt van Veen für sein immerwährendes Bekenntnis zu Menschlichkeit, Mitgefühl, Liebe und Zärtlichkeit. So sehr, dass es ihn nach der dritten Zugabe nochmals vor den Vorhang jubelt. Die gerufenen Songwünsche kontert er offenherzig und liebenswert: „Dankeschön. Opa geht jetzt ins Bett.“
Nochmals heute Abend um 20 Uhr.     

Von Thomas Kaestle

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