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2500 Hip-Hopper feiern an der Gilde Parkbühne

Hangover Jam 2500 Hip-Hopper feiern an der Gilde Parkbühne

Bereits zum dritten Mal lockt die Gilde Parkbühne zahlreiche Hip-Hop-Fans an: Am Sonnabend feiern rund 2500 Besucher trotz des Regens eine ausgelassene Party. Immerhin stehen mit Nimo, den Orsons und 187 Straßenbande bekannte Hip-Hop-Größen auf der Bühne. Am Rande des Hangover Jams kam es aber auch zu Auseinandersetzungen.

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2500 Fans feiern mit den Orsons beim Hangover Jam auf der Gilde Parkbühne.

Quelle: Malecha

Hannover. Nur einige Hunderte der erwarteten 2500 Besucher sind schon am Nachmittag auf das Festivalgelände gekommen. Für den Höhepunkt am Abend, die Rapper von der 187 Straßenbande, mussten sich die Fans gedulden. Denn GZUZ, Bonez MC, Maxwell, LX und Sa4o, die derzeit zu den wohl angesagtesten Acts in der Szene gehören, standen erst am späten Abend auf der Bühne. Doch das Warten fiel nicht schwer - immerhin wurde die Zeit von Einlass bis zum Hauptact mit zahlreichen Auftritten zum Teil nicht minder bekannter Rapper überbrückt.

2500 Fans feiern mit Bausa, den Orsons, 187 Straßenbande, dem Duo Audio88 und Yassin und weiteren Größen aus der Hip-Hop-Szene.

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"Das Wetter könnte echt besser sein", sagte Ulf Bornemann. Und tatsächlich gehörte das Regencape am Sonnabend fest zum Dresscode dazu. Der 42-Jährige aus der Nähe von Alfeld ist gekommen, um zu feiern. Wer dabei auf der Bühne steht, sei da eher nebensächlich. "Es geht um den Spaß, und das Line-up ist ja ganz gut", sagte er. Spaß hatte auch Nora Quast. Die 16-Jährige aus Hildesheim war vor allem wegen 187 Straßenbande da. "Es ist voll gut, dass es hier so ein Hip-Hop-Fest gibt", sagte sie.

Los ging es auf der Hauptbühne um 15 Uhr aber erst mal mit Ace Tee & Kwam.e . Die junge Hamburgerin Ace Tee hat das geschafft, was wohl kaum einem deutschen R'n'B-Künstler gelingt: Sie wird in Amerika gerade als neue Hoffnung des Genres gefeiert. Ihr Sound erinnert an TLC oder aber Lauryn Hill. Und auch im Outfit, Jeansjacke und bauchfreies Shirt, finden sich die Neunziger wieder. Dazu ein bisschen Retro mit Lo-Fi-Schlagzeug, Synthie-Klängen und eben viel Gefühl in der Stimme. Begleitet wurde sie auf der Parkbühne von Rapper Kwam.e, der auch bei ihrem Hit "Bist du down?" dabei ist. Ace Tee & Kwam.e brachten reichlich positive Energie mit. "Weißt du eigentlich, dass du heute nice aussiehst?", fragte sie beispielsweise in einem Lied. Ein Auftritt, der gerne auch länger als nur eine knappe halbe Stunde hätte dauern können - doch die Musiker hatten sich verspätet, der Auftritt musste verkürzt werden.

Während draußen der Sprechgesang und das DJ-ing auf zwei Bühnen zelebriert wurde, traten in der Swiss Life Hall zahlreiche Break Dancer zum Battle an. Auch der vierten Säule des Hip Hop, dem Sprayen, wurde nachgegangen - und so entstanden auf Stellwänden riesige Kunstwerke.

Drinnen wurde noch getanzt, da stand draußen schon der nächste Act auf der Bühne. Ein paar Saufgeschichten, ein paar Frauengeschichten - das war der Auftritt von Estikay . Der Vorzeigeschützling von Rapper Sido setzte auf entspannte Beats und eingängige Melodien. Es ging um die "Gute Alte Zeit", darum, dass es "egal ist, was du machst, Hauptsache ist, dass du das, was du machst, gut machst". 

Ohne den störenden Regen durfte dann Bausa auf der Bühne stehen - und mittlerweile hatten sich deutlich mehr Zuschauer an der Gilde Parkbühne eingefunden. Passend zu seinen Texten leerte Bausa eine Flasche Cognac. Wie bei so vielen der Acts auf dem Hangover Jam ging es auch bei ihm wieder ums Saufen und Feiern. Bausa lieferte klassischen Rap mit viel Melodie und Gesang - das gab seinem Auftritt zuweilen eine poppige Note. Die Lieder, unter anderem vom Debütalbum Dreifabenhaus, gehen ins Ohr. Die Stimmung vor der Bühne wurde immer ausgelassener. Die Zuschauer sprangen wild umher und tanzten - und sie tranken und rauchten Gras. Der Marihuanageruch war auf dem Gelände omnipräsent.

Spätestens als am frühen Abend der Stuttgarter Rapper Danju auf der Bühne stand, waren dann auch fast alle der 2500 Zuschauer da. Danju, den viele Besucher wohl vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Kumpel Cro kennen, brachte eine Mischung aus Old School Hip Hop und Trap auf die Bühne. Die Hauptthemen mal wieder: Kiffen, Saufen, Frauen. Seine Freundschaft mit Cro hört man auch seiner Musik an. Vieles erinnert an den Mann mit der Pandamaske.

Mehrmals musste die Polizei am Abend außerdem bei Auseinandersetzungen eingreifen: An der Swiss Life Hall ist ein Mann bei einer Streitigkeit leicht verletzt worden, seine Nase blutete. Auf dem Parkplatz soll zudem ein Besucher eine Frau, vermutlich seine Freundin, geschlagen haben.

Reichlich "Hass" und eigene Wahrheiten brachten  Audio88 und Yassin auf die Gilde Parkbühne - auf eine angenehm nachvollziehbare Art. Als Priester, Pabst und Bischof verkleidet betraten sie die Bühne. Dazu gab es Orgelklänge und fette Beats. Ein Kirchenfenster zeigte ein Bierglas statt Bibelszenen. Dann ging es los mit "Halleluja". "Erhebe nie deine Hand gegen deinen nächsten - außer er geht zu langsam auf dem Gehweg", rappten sie. Und wer kennt es nicht? Die Menschen, die in der Bahn ihren Döner essen und alles zumiefen? Die, die viel zu laut telefonieren? Die, die links auf der Rolltreppe stehen? Pünktlich zum Auftritt von Audio88 und Yassin kam dann auch die Sonne raus. Doch damit das Publikum sich nicht an die fehlende Berieselung von oben gewöhnte, tauften die Hip-Hopper erst mal ihre Zuschauer. Das habe nämlich niemand mehr verdient, als diejenigen, die sich gerade mühsam ihre Regenponchos ausgezogen haben - fanden zumindest die beiden. Mit viel Sarkasmus nahmen die Berliner alles und jeden aufs Korn - sogar die eigene Szene. Der Auftritt war dabei angenehm erfrischend - eine Mischung aus Musik und Comedy.

Weiter ging es mit Nimo , der sich auf der Bühne gerne auch mal mit seinen ganz persönlichen Alltagskrisen auseinandesetzt - verpackt in Trap, Oldschool und mit reichlich Doubletime-Talent. Dabei geht es dann unter anderem um seinen Aufenthalt im Gefängnis, denn mit nur 15 Jahren wurde er wegen räuberischer Erpressung verurteilt. Die Zeit hinter Gittern hat er genutzt, um seine Karriere zu starten. Mal spuckte er die Zeilen mit viel Druck, dann wurden die Laute wieder mit leichtem Zischen rausgepresst. Den Fans jedenfalls gefiel, was sie hörten: Vor der Bühne sprangen sie und sangen textsicher mit.

Die Orsons machten ihrem Ruf als Boyband des Rap alle Ehre: Es gab synchrone Choreografien, bunte Riesenballons und viel Humor. Maeckes, Bartek, Tua und Kaas zeigten, dass man sich auch im Rapbusiness nicht immer ernst nehmen muss. Sie hampelten auf der Bühne herum und scheuten sich auch nicht vor Worten wie "süß". Wie schon Audio88 und Yassin kamen auch die Stuttgarter zur Kirche - der Partykirche, in deren Verlauf sie das Publikum teilten wie Moses das Meer oder aber versuchten, wie Jesus übers Wasser - in dem Fall ihre Fans - zu laufen.

Darauf haben die Fans besonders lang gewartet: 187 Straßenbande auf der Gilde Parkbühne.

Darauf haben die Fans besonders lang gewartet: 187 Straßenbande auf der Gilde Parkbühne.

Quelle: Lisa Malecha

Um kurz vor 22 Uhr war es soweit: 187 Straßenbande - die Band, auf die der Großteil der Fans gewartet hat - betrat die Bühne. Sofort rappten 2500 Stimmen jede Zeile mit. Ihr "Sampler 4" hat grade sämtliche Rekorde gebrochen. Beim Streaming-Dienst "Spotify" wurde er in der ersten Woche 22,9 Millionen Mal gestreamt. Bisher lag der Rekord bei Ed Sheeran, dessen Album "Divide" es in einer Woche auf 22,1 Millionen Aufrufe schaffte. Das Gangsterimage der Rapper kam gut an: Mit Goldketten und Vodkaflaschen besangen die Hamburger ihren eigenen Erfolg oder aber, wie toll das Leben als Proll ist.

Doch so ganz hart sind die Jungs dann doch nicht. Einen Fan, den der Regen stört, holten sie kurzerhand nach vorne an die Bühne und versorgten ihn mit Getränken. Dann ging die Show bei Nieselregen weiter. Zum Abschluss brachten die Rapper noch ihre größten Hits vom "Palmen aus Plastik"-Album von Bonez MC und RAF Camora auf die Bühne, für das sie Platin bekommen haben - dann war der Hangover Jam nach acht Stunden Live-Musik vorbei.

Von Lisa Malecha

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