Navigation:
AboPlus Online-ServiceCenter
Nachrichten Kultur Übersicht

Glaubenskritik

Hirsi Ali warnt in Hannover vor Gefahren des Islams

Klare Botschaften einer Sonntagspredigerin: Die Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali spricht in der Cumberlandschen Galerie in Hannover.

Lesezeichen setzen:
Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali

Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali

© Martin Steiner

Die Ansage ist eindeutig am Sonntagmorgen in der Cumberlandschen Galerie in Hannover: Jacken und Taschen müssen aus Sicherheitsgründen draußen bleiben. Und wer drin ist, wird genau beobachtet: Acht Damen und Herren in grauen Anzügen vom niedersächsischen Landeskriminalamt spähen in die Runde. Der Saal ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Die „Sonntagspredigt“ hält an diesem Morgen Ayaan Hirsi Ali, die „bekannteste Islamkritikerin der Welt“, wie sie in ihrem neuen Buch „Adan und Eva“ (Piper Verlag, 14,95 Euro) bezeichnet wird.

Wer den Islam so kritisiert wie Hirsi Ali, der lebt gefährlich. Berühmt wurde die in Somalia geborene, in die Niederlande geflüchtete und heute in New York lebende Schriftstellerin und Expolitikerin 2004 mit dem Film „Submission I“. Darin prangerte sie zusammen mit dem holländischen Regisseur Theo van Gogh die Unterdrückung muslimischer Frauen an. Nackte Frauenkörper im Film waren mit Koran-Suren bemalt. Van Gogh wurde daraufhin von einem muslimischen Fanatiker ermordet – auf dem Messer in seiner Brust war eine Todesdrohung an Hirsi Ali aufgespießt. Seitdem muss sie sich beschützen lassen, egal ob in Europa oder den USA.

Und dann kommt die Autorin im eleganten Hosenanzug die Treppe in der Cumberlandschen Galerie herunter und referiert in englischer Sprache über die „Notwendigkeit der Selbstreflexion im Islam“. Die 39-Jährige lächelt viel, die Stimme ist sanft, aber ihre Botschaften lassen an Klarheit nichts zu wünschen übrig: Der Islam sei ein rückwärts gewandter, totalitärer Glaube, der die Entindividualisierung des Menschen betreibe und Frauen diskriminiere. Unabhängiges Denken sei im Islam nicht erlaubt. So gebe es keine Entwicklung: „An einer Glaubensgemeinschaft von mehr als 1,2 Milliarden Menschen fallen nicht das Wissen, der Fortschritt und der Wohlstand auf, sondern die Armut, die Gewalt und der Abstieg.“

Zwischendurch fragt die Moderatorin, die Schriftstellerin Thea Dorn, ob der Westen vom Islam auch etwas lernen könne. Doch Hirsi Ali glaubt nicht daran. Sie schätzt die Gefahren größer ein. Der Westen müsse sich wappnen gegen einen Glauben, der „immer schon auf Eroberung gründete“. Der gefährlichste religiöse Konfliktherd auf dieser Erde ist für sie das Regime des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, der den Holocaust leugne und nach der Atombombe strebe. Wenn die Diplomatie ihm nicht Einhalt gebieten könne, müsse er mit militärischen Mitteln am Griff nach der Bombe gehindert werden.

Hirsi Ali macht auch deutlich, dass sie zwischen dem einzelnen Gläubigen – sie selbst wuchs als Muslimin auf und ist heute Atheistin – und dem Glaubenssystem dahinter unterscheidet. Umso wichtiger sei es, aufklärerisch auf die Moslems einzuwirken. „Geht in die Gettos, klingelt an den Türen“, fordert sie ihre Zuhörer auf. Je besser Menschen in den Niederlanden, Deutschland oder anderswo integriert seien, desto schwerer sei es für Islamisten, sie zu manipulieren.

Hirsi Ali bekommt nach eigenen Worten neben Drohungen von Fundamentalisten viel positiven Zuspruch von Moslems – oftmals anonym. Aus diesen Reaktionen schöpft sie Hoffnung, dass ihre klare Frontstellung gegenüber dem Islam richtig sei: Kritik werde diesen Glauben humaner machen. Überhaupt sei sie eine Optimistin – was sich auch an der Erzählung über die Freundschaft zwischen dem Moslem Adan und der Jüdin Eva in ihrem neuen Buch zeigen lässt. Aber daraus hat sie in Hannover nicht vorgelesen.

[Stefan Stosch]

  • PKK und Newroz =/= Islam M.B. – 25.03.09
    kleiner Hinweis am Rande: die PKK ist eine kommunistische Organisation und hat mit Religion nichts am Hut Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Ayaan Hirsi Ali in der Cumberlandschen Galerie M.D – 23.03.09
    Ich habe mir den Vortrag von Frau Hirsi Ali in der Cumberlandschen Galerie angehört .Was sie da zu vermelden hatte hat zweifellos seine Berechtigung.Allerdings muss man dazu sagen alle Religionen, wenn sie radikal missbraucht werden, sind gefährlich.Die Evangelikalen in den USA sind da auch nicht besser siehe G.W.Bush.Wer mit radikalen Mitteln vorgeht muss damit rechnen das er das ihn radikal geantwortet wird. Das ist keine Frase sondern ein immer wehrendes Schema. Oder mit einem Zitat geantwortet: Wer Wind Sät wird Sturm ernten. Um radikalen Religionsmissbrauch entgegen zu treten brauch man Schulen und Bildung damit die Menschen nicht durch falsche Prediger und Scharlatane in eine radikale Richtung gebracht und zum Hass erzogen und getrieben werden. Wer allerdings denkt Feuer mit Feuer zu bekämpfen wird zum Schluß überall verbrannte Erde vorfinden. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Keine Huldigung! Omar – 23.03.09
    Ich habe keinen Respekt für Frau Ali/Magan. Nicht nur, dass ihre Lebensgeschichte aus Lügen besteht (sie hat ihren Nachnamen gefälscht, eine Geschichte um Zwangsheirat und Flucht erfunden, um in den Niederlanden eingebürgert zu werden und hat dann mit der politischen Rechten dafür gestimmt, dass Ausländer, die bei der Einreise lügen sofort abgeschoben werden!), sondern auch die Agenda, die sie vertritt ist eine sehr gefährliche, die von Hass geprägt ist.

    Frau Ali arbeitet derzeit am 'konservativen' (und sehr Falken-haften) "American Enterprise Institute", einem "Think-Tank", das die Bush-Politik stark unterstützt und teilweise forciert hat und das stark militant ausgerichtet ist.

    Frau Magans (auch bekannt unter Ayaan Hirsi Ali) Aufgabe ist offensichtlich das Schüren von Angst und Hass gegenüber Muslimen. Erkennbar ist es an ihrer recht neuen Perspektive, was den Iran angeht. Diese Ansichten über den Iran vertritt sie erst seitdem sie bei diesem Institut in den USA arbeitet so vehement und bedient somit ein Feindbild. Sie liefert quasi die Kriegsrechtfertigung..

    Man beobachte auch ab jetzt die vielen Zuschriften aus dem rechten und fremdenfeindlichen Lager (quasi als Beleg dafür, dass ihre Botschaft Hass verbreitet).

    Im Übrigen ist es vollkommener Mummpitz, was sie dem Islam vorwirft. Entindividualisierung, Frauendiskriminierung und gar Verbot unabhängigen Denkens?? Hütet euch davor, einer solchen Hochstaplerin und Lügnerin auf den Leim zu gehen. Wer den Dialog will, der kann den in Hannover z.B. jeden ersten Freitag im Monat in einer Moschee finden (offenemoscheen.de). Ansonsten findet man mehr Informationen (inkl. wertvollem Video) zu Frau Magan hier:

    http://www.toomuchcookies.net/?s=Magan&x=0&y=0

    Grüße.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Frei von Huldigung! Omar – 23.03.09
    Ich habe keinen Respekt für Frau Ali/Magan. Nicht nur, dass ihre Lebensgeschichte aus Lügen besteht (sie hat ihren Nachnamen gefälscht, eine Geschichte um Zwangsheirat und Flucht erfunden, um in den Niederlanden eingebürgert zu werden und hat dann mit der politischen Rechten dafür gestimmt, dass Ausländer, die bei der Einreise lügen sofort abgeschoben werden!), sondern auch die Agenda, die sie vertritt ist eine sehr gefährliche, die von Hass geprägt ist.

    Frau Ali arbeitet derzeit am 'konservativen' (und sehr Falken-haften) "American Enterprise Institute", einem "Think-Tank", das die Bush-Politik stark unterstützt und teilweise forciert hat und das stark militant ausgerichtet ist.

    Frau Magans (auch bekannt unter Ayaan Hirsi Ali) Aufgabe ist offensichtlich das Schüren von Angst und Hass gegenüber Muslimen. Erkennbar ist es an ihrer recht neuen Perspektive, was den Iran angeht. Diese Ansichten über den Iran vertritt sie erst seitdem sie bei diesem Institut in den USA arbeitet so vehement und bedient somit ein Feindbild. Sie liefert quasi die Kriegsrechtfertigung..

    Man beobachte auch ab jetzt die vielen Zuschriften aus dem rechten und fremdenfeindlichen Lager (quasi als Beleg dafür, dass ihre Botschaft Hass verbreitet).

    Im Übrigen ist es vollkommener Mummpitz, was sie dem Islam vorwirft. Entindividualisierung, Frauendiskriminierung und gar Verbot unabhängigen Denkens?? Hütet euch davor, einer solchen Hochstaplerin und Lügnerin auf den Leim zu gehen. Wer den Dialog will, der kann den in Hannover z.B. jeden ersten Freitag im Monat in einer Moschee finden (offenemoscheen.de). Ansonsten findet man mehr Informationen (inkl. wertvollem Video) zu Frau Magan hier:

    http://www.toomuchcookies.net/?s=Magan&x=0&y=0

    Grüße.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Diskriminierung? WillmaNord – 23.03.09
    Der Mut dieser Frau ist um so mehr zu bewundern, weil sie sich mit ihrer Abkehr vom Islam nicht nur selbst 'exkommuniziert' sondern auch automatisch auf die Liste der zu Ermordenden gesetzt hat.
    Übrigens: Die Mehrheit der Mitbürger ist als Christen in einer muslimischen Gesellschaft immerhin duldbar, sofern entsprechende Schutzsteuern gezahlt werden. Atheisten dagegen würden als Ungläubige verfolgt und sollten besser gleich auswandern, solange es noch Staaten ohne muslimische Dominanz gibt. Gleichgültigkeit heißt Selbstaufgabe und wird auch so verstanden, was bei Gesprächen z.B. in arabischen Ländern klar gesagt wird.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Islam Kritiker M1 – 23.03.09
    Schade, daß mir der Vortrag verborgen blieb, da nicht rechtzeitig erfahren.
    Wenn jedoch eine Islam-Kritikerin schon 8 LKA Beamte zum Schutz benötigt, dann stimmt etwas nicht. Vor wen will man die Dame beschützen? Ich dachte hier leben nur friedliche Bürger. Wenn andererseits mind. 2000 PKK Sympathisanten hier einen Tag zuvor mit Billigung der Stadt/Bürgermeister demonstrieren dürfen, würde ich mir auch Gedanken um die Sicherheit der Dame machen.
    Es ist an der Zeit seriöse Kritik an islamischen Verhaltensweisen zu akzeptieren und nicht gleichzeitig radikale Minderheiten zu tolerieren, die in Protestzügen durch unsere Straßen ziehen dürfen.
    Ich habe nichts gegen Islamisten. Aber gegen eine Weltanschauung, die die Unterdrückung Andersdeckender favorisiert und die Menschenrechte mit Füßen tritt.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • ..hut ab! h. – 22.03.09
    ..auch ich finde diese frau unglaublich mutig und bemerkenswert. sie lässt sich nicht einschüchtern von den morddrohungen etc sondern geht ihren weg und versucht auf die gefahren des extremen und radikalen islam aufmerksam zu machen..

    und natürlich hat sie recht: wer integriert und gebildet ist, setzt sich viel eher mit anderem gedankengut auseinander und ist offener.
    das ist eine der wichtigen aufgaben unserer multikulti-gesellschaft. integration und bildung fördern!!!

    was mir dazu noch einfällt: wer kann sich vorstellen, dass zb der christliche karfreitag in ankara, jakarta oder teheran derart ausgelassen und friedlich gefeiert wird wie der kurdische neujahrstag am vergangenen wochenende in hannover???
    wäre doch mal nachahmenswert oder? ;-)
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Eine tolle und mutige Frau! J. Böning – 22.03.09
    Ich bewundere diese Frau für ihren Mut! Ist es nicht traurig, dass sie bedroht wird, nur weil sie kritisiert? Ist es nicht schlimm, dass es für sie noch nicht mal möglich ist, blosse Fakten aufzuzählen? Aber solche Dinge wollen ja einige in unserer Gesellschaft nicht zur Kenntnis nehmen.


    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Kommentar schreiben

Anzeige

Blog

Ann-Kathrin Seidel verbringt derzeit vier Monate in Jerusalem, um über die Stadt und die Menschen, die in ihr leben, zu schreiben.

Jerusalem[er] leben

HAZ-Mitarbeiterin Ann-Kathrin Seidel verbringt gerade vier Monate in Jerusalem. In ihrem Blog schreibt sie über die Stadt und erzählt von den Menschen, die in Jerusalem leben. mehr


 

Ausstellungstipp

Mick Jagger mit großem Mundwerk: Die Schau „Heroes and Monsters“ zeigt 150 Arbeiten des Karikaturisten Gerald Scarfe. Ort: Deutsche Museum für Karikatur und Zeichenkunst Wilhelm Busch in Hannover.

zur Galerie

Kino-Special

Kinofreikarten zu gewinnen!

Gewinnt jeden Monat zwei Kinofreikarten! Wer teilnehmen will, muss eine Quizfrage zur HAZ.de-Filmkritikreihe „Spätvorstellung – Das Magazin“ richtig beantworten. mehr

Anzeige

Veranstaltungen

Theater in Hannover

Theater in Hannover

Oper, Schauspiel, Tanz und Kabarett - in unserem Veranstaltungskalender finden Sie alle Bühnentermine, die in Hannover und Region stattfinden. mehr

Konzerte in Hannover

Konzerte in Hannover

In unserem Veranstaltungskalender finden Sie alle Konzerte, die in Hannover und Region stattfinden. mehr

Ausstellungen in Hannover

Ausstellungen in Hannover

In unserem Veranstaltungskalender finden Sie alle Ausstellungen, die zur Zeit in Hannovers Museen und Galerien laufen. mehr

Lesungen in Hannover

Lesungen in Hannover

In unserem Veranstaltungskalender finden Sie alle Lesungen, Vorträge und Diskussionen, die in Hannover und Region stattfinden. mehr

E-Shop

E-Shop

Knabenchor Hannover und Mädchenchor Hannover singen die "Carmina Burana".
weiter zum Artikel