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Nachrichten Kultur Hochschule für Musik trauert um Richard Jakoby
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15:31 12.07.2017
Richard Jakoby, ehemaliger Präsident der Musikhochschule, im Jahr seines 80. Geburtstages. Quelle: Blüher/Archiv
Hannover

Er war in „seiner“ Musikhochschule präsent, auch wenn in den letzten Jahren nicht mehr so oft anwesend war. Weil der Ruheständler Richard Jakoby in seiner moselfränkischen Heimat weilte, weil er Golf oder Skat spielte, und, in jüngerer Zeit, krankheitsbedingt. Aber jeder Besuch im Konzertsaal der Hochschule erinnerte an ihren Gründungspräsidenten, denn zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 2009 war der Saal nach ihm benannt worden.

Mit Musik aufgewachsen

Geboren wurde Richard Matthias Jakoby am 11. September 1929 als sechstes von sieben Kindern in Dreis (heute: Rheinland-Pfalz). Zusammen mit seiner Zwillingsschwester erhielt er ersten Klavierunterricht, an der Schule erprobte er sich erfolgreich als Chorleiter und seine Karriereleiter erstieg er so zielstrebig wie eine Tonleiter.

Vom Student zum Professor

Er studierte Musikpädagogik und Musikwissenschaft - und sorgte später in Hannover dafür, dass die hiesige Musikhochschule als erste ihrer Art das Promotionsrecht erhielt. Er arbeitete als Gymnasiallehrer, leitete das Peter-Cornelius-Konservatorium in Mainz. 1964 kam er als Professor für Musikwissenschaft und Musikpädagogik und Leiter der Abteilung Musikpädagogik nach Hannover, wurde 1968 Direktor der hiesigen Musikhochschule und 1979 ihr Präsident. Bis zu seiner Pensionierung 1993 leitete er dieses Institut, er prägte es äußerlich und innerlich.

Jakoby war ein begnadeter Netzwerker in einer Zeit, als man dieses Wort noch nicht kannte. Er kannte jeden und vor allem jeden Wichtigen und Mächtigen. Er kämpfte erfolgreich für den Neubau der Hochschule am Emmichplatz, er prägte aber auch die Inhalte, die sich hier, im Beton-„Ohr“, entfalten konnten: neben der Musik und der Musikpädagogik auch die Musikwissenschaft, die Theaterabteilung (die auf erfolgreiche und prominente Absolventen blicken kann) und die Journalistenausbildung; immerhin war er auch als Musikkritiker tätig gewesen.

Reisen und Kontakte knüpfen

Aber genug war ihm nicht genug: ob in der Westdeutschen Rektorenkonferenz, als Mitglied des Goethe-Instituts und vor allem als Präsident des Deutschen Musikrates war er so etwas wie der Dietrich Genscher der deutschen (Musik-)Kultur. Allgegenwärtig und (fast) überall, wo es etwas zu sagen und zu entscheiden gab. In der Szene witzelte man respektvoll, er erwecke den Eindruck, „deutscher Musikrat“ sei nicht der Name einer Institution, sondern ein Titel. Richard Jakoby reiste viel, er organisierte, knüpfte Kontakte. Wahrscheinlich wäre er Flugmeilenmillionär geworden, wenn es dieses Programm damals schon gegeben hätte. Nur Intendant der Berliner Philharmoniker wollte er dann doch nicht werden.

In bester Erinnerung

Er schob es auf seine „robuste Grundkonstitution und die heitere Gelassenheit der Moselfranken“, dass er dieses Pensum bewältigte. Kaum zu zählen sind die Funktionen, die er erfüllte, und die Ehrungen, die er - sehr zu recht - erhielt.

Bei dem einen oder anderen Glas Moselwein hätte er zugestimmt, dass „Wein, Weib und Gesang“ ihm nicht fremd waren, er konnte ein Charmeur sein, aber mochte es gar nicht, wenn man seinen Namen falsch schrieb und aus dem Jakoby einen Jacobi machte. Am 9. Juli ist Richard Jakoby nach längerer Krankheit gestorben. Aber sein Name wird bleiben. Richtig geschrieben und in bester Erinnerung.

Von Rainer Wagner

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