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Hochzeitsgala in Hannover

Opernabend Hochzeitsgala in Hannover

Der „Festliche Opernabend“ hat an der Staatsoper Hannover nun schon Tradi­tion: Bereits seit vier Jahren kommen regelmäßig Weltstars in die Stadt, um eine Vorstellung einer regulären Produktion des Hauses zu singen.

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Annette Dasch kommt zum Opernabend nach Hannover.

Quelle: Pasche (Archivbild)

Der Tenor José Cura ist dabei schon im Laves-Bau aufgetreten oder zuletzt der Bariton Bryn Terfel. Nun waren dort in Mozarts „Le nozze di Figaro“ gleich zwei Sänger zu erleben, die sonst nur an größeren Häusern auftreten.

Die Sopranistin Annette Dasch gehört zu den großen Hoffnungsträgern der Opernwelt: Seit einigen Jahren ist die 35-Jährige regelmäßiger Gast bei den Festspielen in Salzburg und Bayreuth, daneben begeistert sie mit ihrer auch vom Fernsehen übertragenen Reihe „Annettes Daschsalon“ im Berliner ­Radialsystem ein ungewöhnlich breites Publikum. Die Sendung wird wegen des großen Erfolges inzwischen nicht mehr nur vom randständigen Theaterkanal, sondern vom Hauptsender arte ausgestrahlt. Dasch ist eine moderne Operndiva, der man ihre Pfadfinderjugend noch deutlich anmerkt: Sie ist offen und unkompliziert und pflegt den schnodderigen Umgangston, der früher in ihrer Geburtsstadt Berlin verbreitet war. Geht es aber um Musik, legt sie einen ungewöhnlichen Ernst an den Tag: den Ernst einer echten Künstlerin.

Umso erstaunlicher, dass sie bei ihrem Auftritt als Gräfin im hannoverschen „Figaro“ nicht ganz im Mittelpunkt des Abends stand. Aber dafür war die Konkurrenz einfach zu groß. Da war zunächst der zweite, etwas weniger glamouröse Gast: Der italienische Bariton Lucio Gallo gehört aber immerhin zu den renommiertesten Mozart-Sängern der Welt. In Claudio Abbados vielgelobter „Figaro“-Einspielung hat er die Titelpartie gesungen, an der Staatsoper war er jetzt als Graf zu hören – und wie: Gallo verbindet stimmliche Kraft und Eleganz und macht den Grafen, der leicht auch eine Witzfigur sein kann, in jeder Hinsicht groß: als Verführer, als Zweifler, als Eifersüchtiger, als Liebender. Der stärkste Beifall beim allgemein stark bejubelten Abend gehört am Ende ihm.

Auch das hannoversche Ensemble selbst hat viel zu bieten: Ania Vegry etwa, die als Susanna frisch und sinnlich klingt und der heimlichen Hauptfigur des Stückes große Präsenz verleiht. Und Tobias Schabel ist szenisch und stimmlich ein prachtvoller Figaro, der sich vor keinem Gast verstecken muss.

Da fällt es eben auf, wenn Daschs Gräfin trotz ihres eleganten, reich getönten Timbres einige kleine Fragezeichen hinterlässt: Wirkte ihre große Arie im zweiten Akt nicht eine Spur zu unruhig? Doch das sind Luxusprobleme eines echten Opernfestes, zu dem auch Ingo Kerkhofs reduzierte und doch lebenspralle Inszenierung ihren Teil beitrug.

Weitere Feste sind in der kommenden Spielzeit zu erwarten: Dann kommen unter anderem die Sopranistinnen Vesselina Kasarova („Der Barbier von Sevilla“ am 29. Juni 2012) und Elena Mosuc („La Traviata“ am 12. November 2011) zu Galaauftritten nach Hannover.

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