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Höcke-Auftritt sorgt für Chaos

Frankfurter Buchmesse Höcke-Auftritt sorgt für Chaos

Nachdem ein Auftritt von AfD-Politiker Björn Höcke am Samstag auf der Frankfurter Buchmesse von Gegendemonstranten begleitet wurde, kam es zu gewalttätigen Angriffen von rechts. Zudem sorgte der Angriff auf einen Frankfurter Politiker für Vorwürfe an Sicherheitskräfte und Polizei. Die Organisatoren vermitteln einen hilflosen Eindruck.

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Demonstranten verhindern auf der Buchmesse in Frankfurt am Main die Fortsetzung einer Veranstaltung eines rechten Verlages. Polizisten bilden eine Kette.
 

Quelle: dpa

Frankfurt. Auf der Frankfurter Buchmesse kam es auch wegen eines Auftritts von AfD-Rechtsaußen Björn Höcke zu tumultartigen Szenen. Höcke war bei der Präsentation des Buches „Mit Linken leben“ des rechsgerichteten Antaios-Verlags dabei. Demonstranten protestierten mit Transparenten und Rufen wie „Nazis raus“ gegen die Veranstaltung. Höckes Anhänger skandierten „Jeder hasst die Antifa“. Die Polizei musste schlichtend eingreifen. Später wurde eine weitere Lesung von zwei Autoren der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ wegen lautstarker Proteste abgebrochen.

Auf einer anderen Veranstaltung wurde der Frankfurter Abgeordnete Nico Wehnemann nach eigenen Angaben körperlich attackiert. Jan Böhmermann und Leo Fischer machten als erste via Twitter auf den Zusammenstoß aufmerksam. Wehnemann sei demnach auf der Frankfurter Buchmesse von Rechten zusammengeschlagen worden. Der Politiker, der für „Die Partei“ kandidiert, wollte auf der Veranstaltung gegen rechte Verlage und Autoren demonstrieren. In einer Mitteilung der Frankfurter Polizei vom Sonntagmittag hingegen war nicht von einem Angriff durch Rechte die Rede. Ein Mitarbeiter der Frankfurter Buchmesse – weder eun Polizist noch ein Nazi – sei eingeschritten, nachdem sich Wehnmann versucht hatte, die Festnahme eines 34-Jährigen zu verhindern. Daraufhin sei Wehnemann ebenfalls vorläufig festgenommen und angezeigt worden.

Die Polizei schritt nach Aussage Wehnemanns nicht ein. Die Ordnungshüter hätten den Zusammenstoß allenfalls beigewohnt. Der Fotograf des Bildes warf Wehnemann bei Twitter vor, Fake News zu verbreiten: Aals ich dir das Foto zur Verfügung gestellt habe, habe ich dir explizit dazu gesagt, dass der Mann auf dir meiner Beobachtung zufolge ein Zivilpolizist ist – kein Nazi. Warum verbreitest du Fake News?"

Eine Anzeige wegen Körperverletzung hätte er auch nicht stellen können. Wie die Polizei Frankfurt am Sonntag mitteilte, habe Wehnemann die Anzeige später auf einem Polizeirevier gestellt.

 

Schon am Freitag war es zu einem weiteren körperlichen Angriff gekommen. Bei einer Veranstaltung des rechtsgerichteten Wochenblatts „Junge Freiheit“ hatte ein Zuhörer den Verleger des linken Trikont-Musikverlages mit einem Faustschlag an der Lippe verletzt, wie eine Messesprecherin bestätigte. Trikont-Chef Achim Bergmann hatte demnach zuvor im Vorbeigehen die Lesung mit einem Kommentar begleitet. Der Verleger ließ sich im Krankenhaus behandeln und erstattete Strafanzeige.


Der Auftritt rechtsgerichteter Verlage hat bereits vor der weltweiten Bücherschau für heftige Debatten gesorgt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels - Organisator der Messe - hat die Zulassung der Stände mit der Meinungsfreiheit begründet und zur „aktiven Auseinandersetzung“ aufgerufen. Nach den Tumulten am Samstag verurteilte der Börsenverein die Gewalt, da sie den Austausch von politischen Positionen nicht zulasse.

Von sos/dpa/RND

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