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Kultur Hörspielmacher Beurmann ist gestorben
Nachrichten Kultur Hörspielmacher Beurmann ist gestorben
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17:58 25.04.2016
Der Musikwissenschaftler und Mäzen Andreas Beurmann ist am Sonntagabend im Alter von 88 Jahren gestorben. Quelle: dpa
Hamburg/Hasselburg

Der Mitgründer der Europa-Hörspielkassetten, der Musikwissenschaftler und Mäzen Andreas Beurmann, ist am Sonntagabend im Alter von 88 Jahren gestorben. Das teilte seine Frau Heikedine Körting-Beurmann am Montag. Ihr Mann habe sich von einem Sturz nicht mehr erholt.

In Schleswig-Holstein war Beurmann auch als "Restaurator" bekannt: Er pachtete 1977 vom Gut Hasselburg in Ostholstein Herrenhaus, Nordscheune und Park und ließ die Gebäude aufwendig instandsetzen - unter anderem für Konzerte und andere Aufführungen. Anfang der 60er Jahre hatte der Musikkenner zunächst die Plattenfirma Miller International mitgegründet.

Doch Beurmann schwebte noch anderes vor: "Hörspiele mit einem unterhaltsamen und zugleich didaktisch wertvollen Charakter: Einblendungen klassischer Musik sollen Kinder ans Hören und Musizieren heranführen", schreibt Sony über Beurmanns Start. Das Europa-Label gehört heute zur Sony Music Entertainment Germany GmbH in München. Noch vor zehn Jahren habe ihr Mann Musikeinspielungen für Hörspiel-Geschichten aufgenommen, berichtete seine Frau.

Kassette wird zum Verkaufsschlager

Gestartet war das Label mit Lesungen von "Der Struwwelpeter" und "Grimms Märchen". Daraus entwickelten Beurmann und vor allem seine Frau als Regisseurin Hörspiele mit mehreren Sprechern, auch "Die drei ???" gehören dazu. Zunächst auf Schallplatte aufgenommen, wurde später die Kassette zum Verkaufsschlager für die Kinderzimmer.

In Hamburg lehrte Beurmann nicht nur Instrumentenkunde an der Universität, der Musiker überließ vor 20 Jahren dem Museum für Kunst und Gewerbe aus seinem Privatbesitz die weltweit größte Sammlung historischer Tasteninstrumente. Darunter finden sich alle Bauformen des Klaviers, von den ersten Cembali und Spinetten des frühen 16. Jahrhunderts über die leichten Pianofortes der Klassik bis hin zu modernen elektronischen Keyboards. Den Wert dieser Sammlung schätzten Experten auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag.

"Instrumente müssen aber klingen, das ist ihr Zweck und ihr Zauber", verlangte Beurmann von der Schenkung. Auf dem Ostholsteiner Gut ließ er sich zuletzt noch eine Barockorgel aufbauen, spielte sie und erfreute sich an ihrem Klang, wie seine Frau schilderte.

dpa

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