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Kultur Hollow Skai mordet durch die Rockgeschichte
Nachrichten Kultur Hollow Skai mordet durch die Rockgeschichte
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00:15 02.08.2016
Auch Hollow Skai braucht ab und zu eine Pause. Quelle: Wübbe
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Hannover

Kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht. Dennoch werden sich bestimmt viele an ihn erinnern – an den Mann mit dem seltsamen Künstlernamen Hollow Skai, der vor mehr als 30 Jahren in Hannover eine echte Szenegröße war. Vor allem weil er nicht nur ein guter Kenner, sondern ein aktiver Mitstreiter der Punk- und New-Wave-Bewegung war. 1980 gründete er das Punk-Label „No Fun Records“, das Platten lokaler Größen wie „Rotzkotz“, „39 Clocks“ und „Mythen in Tüten“ produzierte.

Sechs Jahre später arbeitete der ehemalige Germanistik- und Politik-Student dann als Chefredakteur des Magazins „Schädelspalter“, bis er 1989 schließlich seiner Heimatstadt den Rücken kehrte, um als Kulturredakteur zum „Stern“ nach Hamburg zu gehen. Seit 1994 lebt der heute 61-Jährige in der Hansestadt als freier Journalist, Autor und Lektor, verfasste dabei unter anderem eine lesenswerte Biografie über Rio Reiser.

Hollow Skai: „Samuel Hieronymus Hellborn: Die Memoiren eines Rockstar-Mörders“. Fuego. 312 Seiten, 12 Euro. Der Autor liest während des Fährmannsfestes auf der Gretchen-Bühne am Freitag, Sonnabend und Sonntag jeweils um 17 Uhr. Begleitet wird er vom ehemaligen Ton-Steine-Scherben-Gitarristen Marius del Mestre.

Nun kehrt Hollow Skai für ein paar Tage zurück nach Hannover, um beim Fährmannsfest, das vom 5. bis 7. August am Weddigenufer veranstaltet wird, sein neues Buch vorzustellen, den Krimi „Samuel Hieronymus Hellborn: Die Memoiren eines Rockstar-Mörders“. Diese fiktiven Memoiren haben es wirklich in sich. In ihnen erinnert sich ein Mann, der sich von Bessie Smith über Jimi Hendrix und Kurt Cobain bis in die Gegenwart durch die Rockgeschichte gemordet hat, immer nach der Devise „Nur ein toter Popstar ist ein guter Popstar“ – besonders wenn die kreative Kraft der Künstler zu erlöschen drohte.

Angereichert ist diese Krimi-Geschichte mit vielen Anekdoten über Künstler und Künstlerinnen. Manche sind so intim, dass sie wohl allein der Fantasie des Autors entstammen. Jedenfalls spielt Hollow Skai geschickt mit Fiktion und Realität, erlaubt sich auch nette ironische Schlenker, wenn er beispielsweise behauptet, dass Jim Morrison seinen Tod nur vorgetäuscht hat, um noch Jahre nach seinem Verschwinden irgendwo auf dieser Welt anonym als Steuerberater zu arbeiten.

Das ist alles sehr unterhaltsam geschrieben. Dennoch hat das Buch eine Schwäche: Es dauert viel zu lange, bis der Leser mehr über den Titelhelden erfährt. Erst in der zweiten Hälfte wird die mörderische Figur greifbar und dann sogar sympathisch.

Von Ernst Corinth

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