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17:14 10.03.2014
Von Bärbel Hilbig
Der Direktor des Historischen Museums, Thomas Schwark, und Dr. Christian Vogel vom Landesmuseum freuen sich auf die antike Skulpturensammlung. Quelle: Droese (Archiv)
Hannover

„Diese antike Skulpturensammlung war nach Dresden die früheste und bedeutendste in Deutschland“, sagt Thomas Schwark, Direktor des Historischen Museums. Wie in einer alten Gemäldegalerie sollen die Plastiken vor den Bildern platziert werden, sodass die Bezüge zwischen den antiken Figuren und den auf die Antike zurückgreifenden Gemälden sichtbar werden. „Das wird einen wahnsinniger Eindruck ergeben“, schwärmt Christian Vogel vom Landesmuseum, der als Projektkoordinator die Landesausstellung betreut.

Die Schönheit der antiken Skulpturen allein wäre allerdings kein Grund, sie zur Feier der Personalunion zwischen Hannover und England zu zeigen. Der Kunstsammler Johann von Wallmoden gehörte im weiteren Sinne zu den „Royals“, allerdings war er nur ein unehelicher Sohn König Georgs II. Diese Herkunft als illegitimes Kind mag bei der Entstehung der Sammlung vielleicht sogar eine Rolle gespielt haben, schätzt Projektkoordinator Vogel. „Es ist gut möglich, dass er sich damit Würde verleihen wollte.“

Wallmoden wuchs in Großbritannien auf und lernte dort beeindruckende Kunstsammlungen anderer Adeliger kennen. Bereits als junger Mann begann er ab 1760, eine eigene Sammlung anzulegen, reiste nach Rom und ließ sich dort von Altertumsforscher Johann Joachim Winckelmann beraten, der in Deutschland als Vater der wissenschaftlichen Archäologie und als wesentlicher Anschubgeber für die Antikenbegeisterung der deutschen Klassik gilt. In Italien erwarb Wallmoden seine Skulpturen, die Gemälde trug er aus ganz Europa zusammen. Das Wallmodenpalais, in dem heute das Wilhelm-Busch-Museum seinen Sitz hat, diente zur Präsentation der exquisiten Sammlung. Die Ausstellung war für damalige Verhältnisse quasi öffentlich – nach Anmeldung durften Personen mit  gutem Benehmen sie besichtigen. Doch wenige Jahre nach Wallmodens Tod im Jahr 1811 wurde die Sammlung auseinandergerissen und versteigert. „Die Gemälde wurden in alle Welt verstreut“, sagt Vogel.

Für Kurator Ralf Bormann vom Landesmuseum bedeutete das akribische Detektivarbeit. Leihgaben kommen nun aus Privatsammlungen in den Vereinigten Staaten, Kanada, Italien und Norddeutschland. Die antiken Skulpturen haben keine so weite Reise vor sich: Sie befinden sich im Archäologischen Institut der Universität Göttingen und sind weiter im Besitz der Welfen. Ernst August, Erbprinz von Hannover, stellt sie für die Ausstellung zur Verfügung.

Die Wallmoden-Sammlung wird aber nur den Westflügel des Schlossmuseums einnehmen. Der Ostflügel zeigt die Geschichte der Welfen und im unterirdischen Gang, der „Schatzkammer“, sind Fundstücke aus dem Barock ausgestellt. Beides wird für die Landesausstellung nur leicht verändert: Die royalen Farben Rot-Blau-Weiß und passende Zitate sollen den richtigen Rahmen herstellen.

Umbau im Schloss

Für die Landesausstellung „Als die Royals aus Hannover kamen“, die an fünf Standorten stattfindet, wird auch der Westflügel im Schlossmuseum Herrenhausen umgebaut. Dort ist noch bis 16. März die Geschichte der Herrenhäuser Gärten ab dem 19. Jahrhundert dargestellt. Vom 17. März bis 16. Mai bleibt dieser Trakt geschlossen. Weiter geöffnet sind aber Ostflügel und „Schatzkammer“ des Museums mit der Geschichte der Welfen und kostbaren Alltagsgegenständen aus der Barockzeit. Die Eintrittskarte für Schlossmuseum und Gärten ist in dieser Zeit auch für das Historische Museum gültig. Außerdem ist der große Saal im Galeriegebäude zum Beispiel Ostern öffentlich zugänglich.

Bis 31. März kostet die Gesamtkarte 6 Euro, ab 1. April 8 Euro (ermäßigt 5 Euro).

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