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Elyas M’Barek und Co. feiern Lola-Filmpreisgala

Deutscher Filmpreis Elyas M’Barek und Co. feiern Lola-Filmpreisgala

In Berlin ist der Deutsche Filmpreis verliehen worden. Lars Kraume gewann sechs Lolas mit dem Historiendrama "Der Staat gegen Fritz Bauer". Elyas M’Barek nutzte den Abend für eine politische Botschaft.

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Foto: Hollywoodstar Diane Kruger war Laudatorin, Schauspieler Milan Peschel in Nazi-Uniform, Schauspieler Elyas M'Barek.

Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlin. Die Prognose sei schon jetzt gewagt: Nächstes Jahr tritt beim Deutschen Filmpreis „Toni Erdmann“ als Favorit an – jene bereits beim Festival in Cannes gefeierte Komödie, von der gestern Abend so mancher im Berliner Palais am Funkturm schwärmte. Iris Berben, Präsidentin der gastgebenden Deutschen Filmakademie, beschwor das „Wunder von Cannes“, Kulturstaatsministerin Monika Grütters pries Regisseurin Maren Ade als die „Gewinnerin der Herzen“.

Sie ist heiß begehrt und gilt als Pendant zum Oscar: die Lola. Am Freitag ist der Deutsche Filmpreis in Berlin verliehen worden. In unserer Bildergalerie sehen Sie die Preisträger des Jahres 2016.

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Dabei stand Ades Ausnahme-Film gar nicht zur Wahl bei der mit insgesamt knapp drei Millionen Euro höchstdotierten deutschen Kulturauszeichnung. Beim 66. Filmpreis im Berliner Palais am Funkturm machten weniger auffällige Lola-Kandidaten die Sache unter sich aus – das Beste, was das komplizierte deutsche Fördersystem in diesem Jahr zu bieten hat. Der deutsche Film brachte es nach Grütters’ Worten auf einen respektablen Marktanteil von 27,5 Prozent – weshalb an diesem Abend dem Publikumshit „Fack ju Göhte 2“ mit 7,6 Millionen Zuschauern ein besonderes Lob gewiss war.

Ein Politthriller als Gewinner des Abends

Der große Sieger war am Ende Lars Kraumes „Der Staat gegen Fritz Bauer“ mit gleich sechs Lolas, darunter die in der Königsdisziplin um den besten Film. Feinfühlig setzt der Regisseur dem hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, Initiator der Frankfurter Auschwitz-Prozesse und unbeirrbarer Aufklärer der NS-Vergangenheit, ein Denkmal. Dazu gab es fünf weitere Lolas in den Kategorien Regie, Drehbuch, Kostüme, Szenenbild und Nebendarsteller (für Roland Zehrfeld).

Zugleich wirkte das Historiendrama merkwürdig zeitgemäß an einem Abend, in dem zahlreiche Redner vor einem Rechtsruck in Deutschland und ganz Europa warnten. Laudator Milan Peschel ließ sich gar in Nazi-Uniform auf der Bühne blicken: In diesem Aufzug könne man sich in Mecklenburg-Vorpommern oder der Sächsischen Schweiz doch inzwischen problemlos blicken lassen, unkte Peschel. Kurz darauf stand er in Unterwäsche da. Und Elyas M’Barek bemerkte, dass jeder Wähler bedenken solle, dass „Fack ju Göhte“ ohne Menschen mit ausländischen Wurzeln nicht möglich gewesen wäre.

Zwei Lolas für Schauspielerin Laura Tonke

Die Lola in Bronze ging an „Vier Könige“ über vier Teenager in der Jugendpsychiatrie, die Auszeichnung in Silber holte sich das Drama „Herbert“ über einen schwerkranken Boxer, gespielt von Peter Kurth mit vollem Körpereinsatz: Auch für ihn gab es eine Lola und besonders viel Applaus.

Zahlreiche Stars und Sternchen sind am Freitag in Berlin beim Deutschen Filmpreis über den roten Teppich flaniert. Ein Hollywoodstar war auch darunter.

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Laura Tonke brachte das einzigartige Kunststück fertig, sich sowohl in der Kategorie der Hauptdarstellerinnen („Hedi Schneider steckt fest“) als auch in jener der Nebendarstellerinnen („Mängelexemplar“) auszeichnen zu lassen. In beiden Filmen ist sie als Frau mit Panikattacken zu sehen, was sie in ihrer Dankesrede geschickt aufnahm: „Es ist schwierig, jetzt hier nicht zu weinen ...Ich habe alles unter Kontrolle.“

Regina Ziegler widmet den Preis ihrem Mann

Der bewegendste Augenblick? Produzentin Regina Ziegler („Weissensee“, „Der Mann mit dem Fagott “) mit Tränen in den Augen, die ihrem im Vorjahr verstorbenen Mann Wolf Gremm ihre Ehren-Lola fürs Lebenswerk widmete. Den Bernd-Eichinger-Preis nahm der Babelsberger Produzent Stefan Arndt entgegen.

Nach knapp dreieinhalbstündiger Preisgala stand fest: Die Deutsche Filmakademie hat bei der alljährlichen (Selbst-)Feier dazugelernt und mit Jan Josef Liefers einen Moderator, der 1800 Gäste bei Laune zu halten vermag – auch mit Unterstützung der steppenden Sunnyi Melles und sangeslustigen Kollegen. Bis spät in die Nacht sollte die Filmpreis-Party im Palais am Funkturm weitergehen: Für den heutigen Sonnabendmorgen um 2 Uhr war Schauspieler Lars Eidinger als DJ gebucht.

RND/Claudia Palma und Stefan Stosch

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