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Kultur "Indien" im Innenhof des Schauspiels
Nachrichten Kultur "Indien" im Innenhof des Schauspiels
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00:15 15.08.2017
Von Ronald Meyer-Arlt
Quelle: Karl-Bernd Karwasz
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Hannover

Ihr Platz ist rechts vorn auf der Bühne. Dort sitzen die beiden Gastrokritiker Kurt Fellner und Heinz Bösel an einem rustikalen Gasthaustisch. Bösel trinkt Bier und isst Schnitzel, Fellner redet über Zugvögel und Indien und trinkt Fanta. Die Geschichte der beiden unterschiedlichen Männer, die durch die Provinz reisen und langsam und wider Erwarten Freunde werden, ist nur im Kino ein Road-Movie. Im Theater ist es nicht einmal ein Stationendrama. Weil alle Stationen gleich aussehen (ein Gasthaus ist wie das andere), kommt die Geschichte nicht vom Fleck.

Trostloser Gastraum

Warum ausgerechnet dieses Stück der österreichischen Schauspieler und Kabarettisten Josef Hader und Alfred Dorfer (das 1993 als Film zu einiger Berühmtheit gelangte) jetzt für das Sommertheater im Hof des Schauspiels ausgesucht wurde, bleibt bis zum Ende unklar. Im ersten Jahr des Hoftheaters wurde „Il Mondo Facile Del Signor Fellini“ gespielt, danach gab es „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ – diese Revuen waren immer auch Ortserkundungen. Es gab mehrere Bühnen, Bewegung und, ja, zuweilen auch eine gewisse Beschwingtheit.

Nun steht ein trostloser Gastraum im Hof (Bühne: Robert Sievert). Und die beiden Kritiker sitzen an einem Tisch und reden, spielen Karten, ziehen über Frauen her: Machosprüche, Verlierergerede, so böse und gemein, dass es manchmal weh tut. Hätte man das nicht besser auf irgendeiner Studiobühne spielen sollen? Hätte man. Dann hätte man auch auf die Mikrofone und Lautsprecher verzichten können, mit denen die Stimmen der Darsteller verstärkt werden – und die dem Spiel stets eine gewisse Grobheit, eine unangenehme Jahrmarktsdringlichkeit verleihen. Intimer wäre besser.

Regisseur Lars-Ole Walburg versucht nicht, den Raum zu erobern. Und die Geschichte auch nicht. Bei ihm sind die Testesser unangenehme Gesellen: Sie quälen Wirte und reißen Zoten. Zueinander finden sie nur, wenn sie besoffen sind. Janko Kahle spielt Heinz Bösel, den behäbigen, ruhigen, wohl auch etwas dümmlichen Gasthaustester. Günther Harder ist sein aufgekratzter Kollege Fellner. Der redet viel, verfügt über erstaunlich reiches lexikalisches Wissen und hat sich in eine selbstverschuldete Einsamkeit hineingepusselt. Harder verleiht ihm eine schöne nervöse Flatterigkeit. Eigentlich wären die beiden ein großartiges Komikerpaar. Hier aber sind sie vor allem zwei böse Kritiker, zwei traurige Männer.

Feiner Regen

Nach etwa der Hälfte der anderthalbstündigen Aufführung setzte der Regen ein. Die Zuschauer kramten ihren Regenschutz heraus und blieben auf ihren Plätzen. Der feine Regen, dessen Intensität langsam zunahm, war die ganze Zeit über zu spüren. Erstaunlich, dass ein Sommertheater im Hof, so bitter, so unbeschwingt, so trostlos sein kann.     

Mal zärtlich und gefühlvoll, dann aber auch wieder laut und und kraftvoll: Beim Konzert auf der Gilde Parkbühne stellte Sarah Connor ihr vielseitiges gesangliches Spektrum unter Beweis und begeisterte mit deutschen Texten die rund 5000 Fans. Und sogar das Wetter meinte es gut mit dem Publikum.

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