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Kultur Regisseur wollte "Fack ju Göhte 3" in Hannover drehen
Nachrichten Kultur Regisseur wollte "Fack ju Göhte 3" in Hannover drehen
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00:15 13.11.2017
Von Ronald Meyer-Arlt
Nicht nur Elyas M’Barek darf Autogramme geben: Bora Dagtekin beim Besuch zum Filmstart in Hannover. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Glückwunsch, Herr Dagtekin. Der dritte Teil von „Fack ju Göhte“ ist überaus erfolgreich gestartet. Nach nur zwölf Tagen haben über vier Millionen Zuschauer den Film im Kino gesehen. Wie haben Sie das gemacht?

Wenn man einen kommerziellen Film macht, dann entscheidet das Publikum, ob er funktioniert oder nicht. Ich bin jedenfalls total glücklich. Wir haben versucht, einen dritten Teil zu machen, der besser ist als herkömmliche dritte Teile. Wir wollten einen richtig guten Abschluss drehen und ich finde, das ist uns gelungen. Ich freue mich, dass die Zuschauer das auch so wahrnehmen und nicht finden, dass wir da Quatsch gemacht haben.

"Fack ju Göhte 3" ist im Kino – und Schauspieler Elyas M'Barek  gemeinsam mit dem Drehbuchautor Bora Dagtekin auf Rundreise durch Deutschland. Auch im Astor in Hannover kamen die Fans ihrem Idol ganz nahe.

Na ja, ein bisschen Quatsch ist schon dabei.

Albernheit vielleicht, aber kein Quatsch.

Okay. Albernheit. Wie hoch ist der Anteil vom Filmerfolg, den Elyas M’Barek hat, und wie hoch ist Ihr Anteil?

Das kann ich nicht sagen, ich habe ja noch nie einen Film ohne Elyas gemacht. Ich vermute, dass wir uns den Erfolg in etwa teilen können. Na ja, sagen wir, für 60 Prozent ist Elyas verantwortlich, für 40 Prozent bin ich es.

Nach diesem erfolgreichen Filmstart kann man sich ja mal fragen, ob es eigentlich die richtige Entscheidung war, so früh schon das Ende der „Fack ju Göhte“-Reihe anzukündigen?

Die Entscheidung war auf jeden Fall richtig. Wir finden alle, dass es ein toller Abschluss ist, dass der dritte Teil genauso gut läuft wie die beiden Vorgänger. Es ist doch schön aufzuhören, solange alle Zuschauer noch Spaß haben. Wir stehen alle dahinter und freuen uns auf das, was jetzt kommt.

Und: Was kommt?

Das weiß ich auch nicht so genau. Erstmal mache ich Urlaub. Danach gehe ich mit der Produzentin Lena Schömann unsere Liste mit Ideen durch. Dann überlegen wir uns: Was ist noch hot, was ist schon Schrott? Vielleicht gibt’s ja auch ein paar neue Ideen.

Eigentlich wäre ja irgendetwas mit Universität dran.

Nein, der nächste Film wird sicher nicht im Bildungsmilieu spielen.

Sie waren zusammen mit Elyas M’Barek unterwegs und haben zum Filmstart verschiedene Kinos besucht. In Hannover sind Sie mit dem Hubschrauber angereist. Sind Sie auch anderswo mit dem Hubschrauber eingeschwebt?

Ja, wir hatten den Hubschrauber die ganzen zehn Tage dabei. Der wurde gebucht, weil die Termine so eng getaktet waren. Wenn man zu spät kommt, weil gerade Stau auf der Autobahn ist, dann bricht gleich das ganze System zusammen. Dann stehen da 900 Teenies und warten stundenlang auf Elyas. Das wollten wir nicht.

Die Mädchen sind ja in Hannover richtig ausgerastet. Haben Sie sich an den Rummel gewöhnt?

In Hannover herrschte ja fast noch nordische Zurückhaltung. Je weiter südlicher oder westlicher man kommt, umso temperamentvoller wird das Publikum. Das ist schon krass. Ich finde das immer wieder abgefahren. Aber der Jubel ist natürlich auch immer ein schönes Kompliment für Elyas und den Film. Das freut mich natürlich.

In Hannover haben Sie gesagt, dass Sie den Film gern auch hier gedreht hätten, wenn Sie nur mehr Geld von Nordmedia, der niedersächsischen Filmförderung, erhalten hätten. Die Leute von der Nordmedia fanden das nicht so lustig. Die sagten, dass für „Fack ju Göhte 3“ nicht mal ein Förderungsantrag gestellt wurde.

Das war nicht so ernst gemeint. Wir haben da ein bisschen rumgeflachst. Wir wollten keinen verärgern. Ich meinte damit, dass wir in Hannover über die Nordmedia vermutlich niemals so viel Geld hätten bekommen können wie vom Film- und Fernsehfonds in Bayern. Gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen und Berlin haben die Bayern nun mal die größten Fördertöpfe. Ich fand die Idee aber super, in Hannover zu drehen. Wäre witzig gewesen!

Könnte es denn sein, dass in Ihrem nächsten Projekt Hannover eine Rolle spielt? Und wäre dann auch die niedersächsische Filmförderung dabei?

Die Stadt ist im Kino extrem ungesehen. Ich würde mich für Hannover sehr freuen, wenn hier öfter ein großer Film gedreht wird. Egal, wer ihn dreht!

Wie ist das überhaupt mit der Filmförderung bei einem so erfolgreichen Film? Wird dann alles zurückgezahlt?

Ja. Wir zahlen alles zurück. Kommerzielle Filme, die gut laufen, stützen das ganze System und wenn es der Filmförderung gut geht, können auch kleinere Arthouse-Filme gefördert werden. Das ist doch für alle gut. Jeder Film ist wichtig, ob groß oder klein.

Sie sind in Hannover aufgewachsen und dann zum Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg nach Ludwigsburg gegangen. Ludwigsburg gegen Hannover - das klingt eigentlich nicht so cool. Bei Ihnen war das aber wohl eine ganz gute Entscheidung. Oder?

Ich bin quasi von der einen Weltstadt in die andere gezogen. Im Ernst: Ich liebe Hannover, und die Zeit in Ludwigsburg hat mir auch viel gegeben.

Haben Sie in Ludwigsburg das Handwerk des Komödienschreibens gelernt? Oder kann man das gar nicht lernen? Muss man komisch sein?

Es gibt ein paar Regeln, die man lernen kann, aber für eine Komödie ist es natürlich von Vorteil, Humor zu haben. Wenn man analysiert, warum ein Film erfolgreich ist, kommt man schnell darauf, dass es um ein Zusammenspiel vieler Faktoren geht: Das Drehbuch muss gut sein, das Thema muss stimmen und die Schauspieler müssen die Figuren zum Leben erwecken können. Film ist immer Teamarbeit, allein kann man da kaum etwas schaffen. Ob ein Film gut ist, hängt auch vom coolen Szenenbild, von den Kostümen und vom Schnitt ab. Es ist ein ziemlich großes Uhrwerk, in dem jedes Department das andere unterstützen muss. Und dann braucht man noch Glück, dass alles funktioniert.

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