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„Bei dieser Geschichte sind mir Tränen gekommen“

Interview mit Florian Battermann „Bei dieser Geschichte sind mir Tränen gekommen“

Florian Battermann, künstlerischer Leiter des Neuen Theaters in Hannover und der Komödie am Altstadtmarkt in Braunschweig, hat die Theaterfassung des Kinofilms "Honig im Kopf" geschrieben. Premiere ist im Herbst. Ein Interview.

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Glückwunsch, Herr Battermann, Sie haben die Theaterrechte für „Honig im Kopf“ bekommen. Wie haben Sie das geschafft?

Streng genommen habe nicht ich die Rechte bekommen, sondern mein Verlag. Und der hat mich dann aus dem Film ein Theaterstück machen lassen. Wenn man unsubventioniertes Theater macht, muss man sehen, dass man Stücke im Repertoire hat, die viele interessieren. Und das hier ist so eins.

Ist das Stück schon fertig?

Ja. Wir mussten vorweg ein Treatment herstellen, das kam gut an, und am Ende ist meine Fassung angenommen worden.

Es ist nicht einfach, die Geschichte über den an Alzheimer erkrankten Mann auf die Bühne zu bringen. Wie etwa zeigt man im Theater eine Zugfahrt nach Venedig?

Das Geheimnis besteht darin, das Medium Film auf das Medium Theater zu übertragen, ohne die Intention des Films zu beschädigen. Natürlich können wir so eine Reise nicht einfach so auf die Bühne bringen. Aber das muss man auch nicht.

Auf der Zugfahrt verwechselt der alte Mann die Türen und landet in einer fremden Stadt. Wie soll man das spielen?

Ich sehe das nicht als Problem, sondern als Chance. Wir arbeiten mit einem sehr reduzierten Bühnenbild. Wir fordern die Fantasie der Zuschauer heraus. Das ist ja das Tolle am Theater: Man hat eine Bretterbühne, da stellen sich zwei Schauspieler drauf und spielen Sindbad - und plötzlich ist die Bretterbühne Bagdad. Ich finde das immer wieder faszinierend.

Und wie machen Sie das mit der Enkelin? Kinder auf der Bühne nehmen allen anderen doch immer die Aufmerksamkeit.

Das Problem dabei ist, dass es sich bei der Kinderrolle um eine Hauptrolle handelt. Aber wir haben eine Schauspielerin gefunden, die das gut spielen kann. Sie ist zwar schon zwanzig, wirkt aber wie zwölf.

Der besondere Reiz an „Honig im Kopf“ liegt doch auch darin, dass das eine ganz emotionale Geschichte ist, oder?

Ja natürlich. Ich gehöre eigentlich nicht zu denen, die schnell weinen im Kino; aber bei dieser Geschichte sind mir dann doch die Tränen gekommen.

Wo wird Premiere sein? In Braunschweig oder in Hannover?

Wahrscheinlich auf Tournee. Wir haben jetzt schon etwa 60 Tourneeveranstaltungen verkauft. Das ist sensationell. Es liegt daran, dass alle den Film so gut finden. Innerhalb der Tour wird das Stück auch im Theater am Aegi zu sehen sein.

Und Karsten Speck spielt mit.

Ja, er spielt die Rolle, die im Film Til Schweiger gespielt hat. Die Rolle von Hallervorden wird Achim Wolff spielen.

Das wird aber sehr schwer werden, gegen Dieter Hallervorden anzuspielen.

Es wird Leute geben, die werden sagen: Dieter Hallervorden macht das ja viel besser, und es wird Leute geben, die sagen, er macht das viel besser. Ich finde solche Vergleiche eigentlich überflüssig.

Interview: Ronald Meyer-Arlt

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