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00:19 25.09.2014
Von Rainer Wagner
Umsichtiger Dirigent mit breitem Spektrum: Ivan Repusic. Quelle: Foto: Privat
Hannover

Bekannt und anerkannt ist der 1978 geborene Repusic in Hannover durchaus, denn er war von 2010 bis 2013 als 1. Kapellmeister in Hannover engagiert und machte dabei Eindruck. Bereits in dieser Zeit gastierte er in Berlin an der Komischen Oper und wurde Kapellmeister an der Deutschen Oper Berlin, wo er seit Beginn der laufenden Spielzeit erster ständiger Gastdirigent ist.

Repusic studierte Dirigieren an der Musikakademie in Zagreb, arbeitete mit dem Dirigenten Gianluigi Gelemetti und der finnischen Lehrerlegende Jorma Panula und war Assistent von Kazushi Ono (am Badischen Staatstheater Karlsruhe) sowie von Donald Runnicles (an der Deutschen Oper Berlin, wo man offenkundig nachhaltig auf ihn aufmerksam wurde).

Seine Karriere startete er 2002 als Dirigent am kroatischen Nationaltheater in Split, dessen Chefdirigent und Operndirektor er von 2006 bis 2008 war. Von 2006 bis 2009 leitete er zudem das Sommerfestival in Split und anschließend bis 2012 das Sommerfestival in Dubrovnik. In seiner Heimat ist er obendrein als Lehrbeauftragter an der Akademie der Bildenden Künste der Universität Split tätig und ist seit 2005 Chefdirigent des Zadar Chamber Orchestra.

In seinen Jahren in Hannover zeigte Repusic die Bandbreite seines Repertoires und dirigierte Verdi („Falstaff“ und „Otello“) ebenso wie Wagner („Tannhäuser“). Auch wenn das italienische Fach dominierte, zeigte er sich bei Gounod ebenso kompetent wie bei Mozart und Tschaikowsky. Bei der Premiere von Rossinis „Barbier von Sevilla“ lobte ihn diese Zeitung als „zielstrebigen und umsichtigen Kapellmeister, der das Räderwerk Rossinis präzise schnurren ließ“. Bei Gounods „Faust“-Oper hieß es hier, er habe „ein Händchen für diese Art von Opern, kein Wunder, dass er längst auch in Berliner Opernhäuser Erfolg hat“. Und bei einem Galaabend mit Tschaikowskys „Eugen Onegin“ wirkte er „fast noch ausdrucksstärker als bei der Premiere dieser Oper und zeigte sicheren und hochmusikalischen Zugriff“.

Auch ein Weltstar wie Bryn Terfel konnte Repusic den Schneid nicht abkaufen. Dass dessen hervorragende Leistung als gastierender „Falstaff“ keine Soloshow blieb, sondern zum großartigen Opernabend wurde, „lag entscheidend aber auch am Ensemble und an der effektiven musikalischen Leistung durch Ivan Repusic“.

Dass 1. Kapellmeister den Schritt an die Chefposition im gleichen Hause schaffen, ist nicht unbedingt die Regel, aber wenn es klappt, ist es immer hilfreich, wenn sie sich zwischen den beiden Positionen noch anderwärts bewährt haben. Repusic hat das auch mit Verpflichtungen an der Hamburgischen Staatsoper und an der Semper Oper in Dresden nachdrücklich unter Beweis gestellt. Wenn ein Orchester einen Mann, mit dem es seine ganz eigenen Erfahrungen gemacht hat, zurückhaben will und dann auch noch mit größere Machtfülle, dann spricht das sehr für den Dirigenten (denn Orchestermusiker können sehr nachtragend sein).

Das alles spricht dafür, dass die Entscheidung für Ivan Repusic für das Haus und für die hannoverschen Opernfreunde eine gute Wahl war.

Repusic wird drei Jahre lang der neue Generalmusikdirektor der Niedersächsischen Staatsoper sein. Danach läuft sein Vertrag aus und auch der des dann scheidenden Intendanten Michael Klügl. Dann werden die Karten neu gemischt. Bis dahin gilt: Machen Sie Ihr Spiel, Ivan Repusic!

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