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Kultur „Jagd Beute Jagd“ rechnet mit Wirtschaftskrise ab
Nachrichten Kultur „Jagd Beute Jagd“ rechnet mit Wirtschaftskrise ab
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11:25 21.11.2009
Uraufführung: Das Stück "Jagd Beute Jagd" im Bremer Concordia-Theater. Quelle: lni

Das Publikum erlebte die Uraufführung im Bremer Concordia-Theater am Freitagabend als schrille Mischung aus Live-Musik und Sprechtheater. Eine Schauspielerin und fünf Musiker interpretierten auf karger Bühne die Krise aus Sicht der Mächtigen. Das Publikum feierte die leidenschaftliche Abrechnung mit dem Kapitalismus mit Applaus.

„Jagd Beute Jagd“ lebt vom krassen Wechsel zwischen Monolog und Musik. Das von Kevin Young inszenierte Stück zeigt ironisch, wie Manager zu einem Rudel hampelnder Marionetten werden. Auf Kommando heben und senken die Herren im Jäger-Outfit beim gemeinsamen Picknick den Suppenlöffel. Der Genuss bleibt auf der Strecke. Wenn sie auf Styroporkästen, Pappkartons, Schlagwerk, Klavier, Geige, E-Gitarre und Flügelhorn spielen, charakterisieren ihre Töne die aus den Fugen geratene Wirtschaft: selten heiter, stattdessen oft bis zur Schmerzgrenze überzeichnet, tierisch laut, jaulend, kreischend. Der berühmte Radetzkymarsch von Johann Strauss wird so zum schrillen Klangwirbel.

Ich will die Obszönität des Reichtums zeigen und die Schande der Armut“, hatte Rettig vor der Premiere gesagt. Die soziale Schieflage der Gesellschaft ist seit vielen Jahren Thema des 53-jährigen Künstlers. Wie bereits sein Theaterstück „Karoshi - Tod durch Überarbeitung“ hat die Arbeitnehmerkammer Bremen auch „Jagd Beute Jagd“ finanziell gefördert. „Mit unserer Veranstaltungsreihe „Oasen und Zitadellen“ wollen wir Bremer Künstler stärken und gleichzeitig brennende gesellschaftspolitische Themen aufzeigen“, sagte Thomas Frey, Kulturreferent der Kammer.

„Jagd Beute Jagd“ kommt mit minimaler Möblierung aus. Im Bühnenraum des privat betriebenen Theaters in Bahnhofsnähe stehen lediglich einige Schemel und die Instrumente der Musiker. An der linken Wand wird ein Video eingespielt. Rund um ein Cordsofa im Sperrmüll-Look verwandelt sich Schauspielerin Birgit Corinna Lange. Ihre Rollen reichen von der tief verschuldeten Träumerin bis zu einer zwischen Singapur, New York und Shanghai pendelnden Managerin. Dabei platziert sie ihre Botschaften wie Peitschenhiebe: „Die Börse boomt und die Boni rollen wieder.“

lni

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