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Kultur Auf dem Sprung: „The Dog Days are Over“
Nachrichten Kultur Auf dem Sprung: „The Dog Days are Over“
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00:15 13.09.2016
Von Ronald Meyer-Arlt
Jan Martens: "The Dog Days are Over" Quelle: Alwin Poiana
Hannover

Zeitgenössischer Tanz kann vieles sein: Schauspiel, Oper, Skulptur, Kabarett, Kino und, ja, auch Sport. Eine besonders sportliche Ausprägung zeitgenössischen Tanzes war jetzt bei „The Dog Days Are Over“, einer Produktion des belgischen Choreografen Jan Martens beim Festival Tanztheater Internation zu sehen.

Acht Tänzerinnen und Tänzer befinden sich auf der Bühne, alle in legerer Sportkleidung, die Herrn mit freiem Oberkörper. Sie ziehen sich Sportschuhe an und beginnen zu hüpfen. Und sie hören nicht damit auf. Siebzig Minuten lang hüpfen sie. Glücklicherweise verfügt die Bühne über einen Schwingboden, der die Bewegungen der Tänzer sichtlich unterstützt.

Das Auf-und-ab, das stets durch ein leichtes Vor-und-zurück und Hin-und-her strukturiert wird, hat einen ganz besonderen Reiz. Aus der Lässigkeit der körperlichen Betätigung wächst die Wucht einer Gruppenchoreographie. Manchmal scheint sich die Individualität der Tänzerinnen und Tänzer im gemeinsamen Springen aufzulösen, dann wirken die acht Akteure wie ein einziger gigantischer Tanzorganismus. Musikbegleitung gibt es in Jan Martens` Choreographie nur im Mittelteil und nur ein wenig, meist sorgen die Tänzer – Ferse und Ballen, hoch und flach, langsam und schnell - für ihren eigenen Klang und Rhythmus.

Bewundernswert ist das Körpergedächtnis der Akteure und ihre Disziplin – schließlich fällt jeder Fehler im gemeinsamen Auf und Ab sofort auf. Am Ende verbeugen sich die Tänzerinnen und Tänzer schweißüberströmt - und die Zuschauer – überwältigt von der Elastizität und Leichtigkeit dieser atemberaubenden Vorstellung - verlassen federnden Schrittes die Orangerie.

Heute Abend endet Tanztheater International um 20 Uhr im Ballhof Eins mit der Deutschen Erstaufführung „The Black Piece“ von Ann van den Broek.

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