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Kultur Hans-Jürgen Jakobs fragt: "Wem gehört die Welt?"
Nachrichten Kultur Hans-Jürgen Jakobs fragt: "Wem gehört die Welt?"
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20:35 04.05.2017
Autor Hans-Jürgen Jakobs, früher Chefredakteur beim „Handelsblatt“, präsentiert sein Buch bei Leuenhagen & Paris. Quelle: Franson
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Hannover

Unbemerkt von der Öffentlichkeit haben sich Finanzkapitalisten ein Imperium errichtet, basierend auf undurchsichtigen Netzwerken, Einfluss, Macht und Vermögen. Eine kleine Minderheit verfügt über die unvorstellbare Summe von 40 Billionen US-Dollar, das sind knapp 60 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts. „Das große Geld ist anonym“, sagt Hans-Jürgen Jakobs, als er in der Buchhandlung Leuenhagen & Paris jetzt den Gästen sein Werk präsentiert.

Stille Eigentümer mit Einfluss

Es ist ein düsteres Bild, das der einstige Chefredakteur vom „Handelsblatt“ in „Wem gehört die Welt?“ (Knaus, 680 Seiten, 36 Euro) von den Machtverhältnissen im globalen Kapitalismus mit Aufdecker-Attitüde zeichnet, das er aber zugleich in leicht verständlichen Essays über die 200 mächtigsten Akteure des Finanzwesens und deren Verflechtung mit der Politik aufschlüsselt. Etwa am Beispiel von Larry Fink: Der US-Unternehmer ist der Kopf des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock und führt die von Jakobs vorgelegte Liste der Finanzakteure an. Fink investiert sein Vermögen von 4,9 Billionen Dollar in alle führenden Unternehmen der Welt und wird so zum stillen Eigentümer – mit sehr viel Einfluss. Eine pauschale Kapitalismuskritik ist Jakobs’ voluminöses Werk nicht, wohl aber die Dokumentation einer bedrohlichen Welt, die nur den Regeln der Kapitalverwertung folgt. Die Frage nach den weltweiten Strippenziehern ist nach der knapp zweistündigen Lesung beantwortet. Unter den Zuhörern macht sich ein Misstrauen gegen den ungezügelten Finanzkapitalismus breit. Doch was folgt daraus?

Die Folgerungen des Autors bleiben vage: Das System müsse korrigiert werden, sagt er, die Investoren müssten Verantwortung übernehmen. Was bleibt, ist das hilflose Gefühl, die Kontrolle verloren zu haben.

Von Linda Tonn

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