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Jasper van’t Hof und Heinz Sauer im Jazz Club

Konzert in Hannover Jasper van’t Hof und Heinz Sauer im Jazz Club

Suchen sie noch oder finden sie schon? Auf diese Frage wissen natürlich nur der Pianist Jasper van’t Hof und der Saxophonist Heinz Sauer eine Antwort.

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Eine Geschichte des Suchen und Findens: Pianist Jasper van’t Hof und Saxophonist Heinz Sauer im Jazz Club.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Wobei: Eigentlich gibt es gar keine Antwort. Es gehört zum Wesen des Jazz, Risiken einzugehen, Altbewährtes in Frage zu stellen und neue Lösungswege aufzuzeigen. Mit diesem Ansatz sind die beiden alten Herren des modernen Jazz, die sich nach 20 Jahren mal wieder zum gemeinsamen Musizieren auf der Bühne des Jazz Club treffen, ihren Erben weit voraus. Sauer, 84 Jahre jung und van’t Hof, der dieses Jahr 70 wird, suchen noch immer die Herausforderung. Mut zum Risiko heißt auch Mut zur Lücke.

Der Name des ersten Songs, oder besser, die Verkettung von musikalischen Motiven als schleichenden Prozess, war den beiden bei der Probe entfallen. „Hamburg“ müsste er heißen, fiel ihnen im Taxi nach der Probe ein. Kurz vor dem Auftritt macht es dann Klick. „Es kühlt der Tau der Rosen“ lautet der richtige Name der Komposition.

Auf der Bühne brauchen die beiden Musiker ebenfalls Zeit, um sich zu finden. Van’t Hof ist der Aktivere der beiden. Dabei übertreibt er es bei seinen Improvisationen allerdings auch mit den flirrenden Verzierungen und akkurat aufgehängten Tongirlanden. Sauer ist als Kontrast der spröde, leicht säuerliche und mit verletzlicher Tongebung akzentuierende Expressionist des Blues. Eine merkwürdige Gemengelage sozusagen, die immer wieder in Schieflage zu geraten droht.

Heinz Sauer & Jasper vant Hof im Jazz Club Hannover

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Aber dafür sind die beiden zu erfahrene Stehgreifspieler, die stets die Kurve kratzen. Immer wieder finden sie zu bewegenden, den melodischen Kern austarierenden Momenten zusammen. Dann wieder spielen sie geschickt umeinander herum. Und das Geschehen driftet ab. Ohne Risiko kein Spaß. Neben einem Flügel bedient van’t Hof auch ein Keyboard, ein Mischpult und einen Laptop. Damit lassen sich interessante Soundmanipulationen kreieren. Es blubbert und zirpt mit Echo-Effekten als hätten die Elektro-Pioniere Tangerine Dream sich im Jazzkeller verirrt. Sauer versucht dagegen anzuspielen, einen roten Faden zu finden. Doch er findet ihn nur selten.

So ist dieses Konzert vor allem eine Geschichte des Suchen und Findens. Musik als Prozess. Manchmal spannend, manchmal bewegend, manchmal im Leerlauf. Eines aber ist es nie: Langweilig!

Nächstes Konzert: Am 18. März gastiert das Omer-Klein-Trio im Jazz Club am Lindener Berge 38.

Bernd Schwope

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