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Das Streichquartett

Joachim-Violinwettbewerb Das Streichquartett

Die Vorjury des Joachim-Violinwettbewerbs hat sich entschieden: 39 Geiger spielen um die Preise beim renommierten Joseph-Joachim-Violinwettbewerb im September in Hannover. Die Auswahl fiel den Vorjuroren nicht leicht, 147 junge Geiger aus aller Welt hatten sich beworben.

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Pavel Vernikov, Krzysztof Wegrzyn, Radu Bildar und Vilmos Szabadi mussten Kandidaten aus 147 Bewerbungen aussuchen.

Quelle: Martha Krajinović

Hannover . Wie gebannt schauen die vier Männer auf die Leinwand. Dabei gibt es dort eigentlich nichts zu sehen. Oder vielmehr: immer nur dasselbe. Eine ganze Woche lang, täglich bis zu zehn Stunden, blicken Radu Blidar, Vilmos Szabadi, Pavel Vernikov und Krzysztof Wegrzyn in beengte Räume, in die zu allem Überfluss immer auch noch ein Flügel gequetscht wurde. Sie bekommen Einblicke in Musikhochschulen aus aller Welt – und können dabei doch kaum mehr als diese eine Erkenntnis gewinnen: Mal sind die Vorhänge in den Übezimmern grau, mal sind sie beige.

Aber natürlich interessieren sich die Männer nicht für die Schauplätze, die sie selbst aus eigener Anschauung zu Genüge kennen. Ihnen geht es darum, was auf den Videos zu hören ist. Denn im Vordergrund steht ein Geiger (manchmal) oder eine Geigerin (erheblich öfter), und alle wollen sich mit ihren auf DVD gebannten Vorträgen die Teilnahme am 9. Internationalen Joseph-Joachim-Violinwettbewerb in Hannover erspielen. Gestern hat die Jury das Ergebnis verkündet: 39 Geiger aus der ganzen Welt bekommen eine Einladung.

„Verfahren ist ein großer Aufwand"

Gemeinsam mit seinen Kollegen aus Frankreich, Ungarn und der Ukraine hat der hannoversche Geigenprofessor Krzysztof Wegrzyn, der den Joachim-Wettbewerb 1989 initiiert hat und bis heute künstlerisch leitet, die Teilnehmer aus 147 Bewerbern ausgewählt. Wie gewaltig diese Aufgabe sein muss, erkennt man den an der dicken schwarzen Mappe auf dem Tisch vor Wegrzyn, in der die Aufnahmen mit je einem Solostück von Bach und Paganini sowie einem Violinkonzert gesammelt sind. „Natürlich ist dieses Verfahren ein großer Aufwand“, sagt Pavel Vernikov, der selbst noch bei seinem großen Landsmann David Oistrach studiert hat, „aber es ist ja auch ein berühmter Wettbewerb.“

Aus seinem Mund hat diese Aussage besonderen Wert, denn Vernikov gehört seit Jahrzehnten zu den gefragtesten Geigenjuroren der Welt. Sie illustriert, dass das Renommee des von der Stiftung Niedersachsen ausgerichteten Wettbewerbs in den vergangenen Jahren noch gewachsen ist. Sicher ist der Wettbewerb mit Preisgeldern von insgesamt 140 000 Euro höher dotiert als jeder andere für Violine. Aber inzwischen hat er auch über den Geldwert hinaus einen exzellenten Ruf in der Geigenwelt.
Dazu beigetragen hat sicher auch, dass seine Preisträger inzwischen Karriere gemacht haben: Der Serbe Nemanja Radulovic etwa ist heute Exklusivkünstler bei der Deutschen Grammophon, Frank Huang ist neuerdings Konzertmeister bei den Philharmonikern in New York, und Antje Weithaas ist weltweit gefragte Solistin und Professorin. Ihre Schüler bewerben sich inzwischen regelmäßig in Hannover – und einer davon wird auch bei der kommenden Ausgabe ab dem 24. September mit von der Partie sein.

Insgesamt hat die Vorjury 39 Musiker ausgewählt – das heißt, vor allem Musikerinnen: Gerade zwölf Männer finden in diesen Tagen eine Einladung in der Post. Die meisten Zusagen werden wie schon in den vergangenen Jahren nach Südkorea geschickt. Von dort kommen sieben Geiger, Japan und die USA teilen sich mit je sechs Musikern den zweiten Platz im Teilnehmerfeld, gefolgt von der Ukraine (vier) und Deutschland (drei). Dass es in diesem Jahr viele Bewerber aus China gab, ist eine Novität – ausgewählt wurde am Ende aber nur ein Geiger von dort. Fünf Einladungen brauchten nur in der Stadt verteilt zu werden: So viele Ausgewählte studieren derzeit in Hannover. Übertroffen wird diese Zahl nur noch von der Musikhochschule in Berlin, die sechs Musiker ins Rennen schickt.

Der Wettbewerb beginnt mit einem Eröffnungskonzert im Funkhaus am 
24. September, die Vorspiele starten drei Tage später. Karten für alle Veranstaltungen gibt es unter Telefon (05 11) 16 84 12 22.

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