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Kultur Wer kommt ins Halbfinale?
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00:16 05.10.2015
Von Stefan Arndt
Ein Ereignis schon in der Vorrunde: Vladyslava Luchenko.  Quelle: Frank Jerke
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Hannover

Ups, ein kleiner Fehler. Macht ja nichts. Oder vielleicht doch? Schließlich gibt es hier genug Geiger, die weitgehend makellos spielen. Dabei sind es gerade Musikerinnen wie Vladyslava Luchenko, die den Joseph-Joachim-Violinwettbewerb schon in der Vorrunde zu einem Ereignis machen. Was ist das für ein wagemutiger, aufregender Beethoven, den die Ukrainerin hier spielt! Vorsichtig tastend dringen ihre Geigentöne in die Tiefen der a-Moll-Sonate vor, verbinden sich für einen Moment wunderbar eng mit der Klavierstimme, um gleich wieder mit schroffen Akkorden abzuspringen. So etwas könnte man sich auch in einem größeren Rahmen vorstellen als in dieser morgendlichen Vorspielrunde in der Musikhochschule.

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Verfolgen Sie den Violinenwettbewerb im Livestream.

Aber dann sind da doch diese Winzigkeiten: der kleine Patzer in der Reprise des ersten Satzes, zwei, drei minimale Intonationstrübungen zu Beginn des dritten. Dem Hörer kann das bei all der jugendfrischen musikalischen Herrlichkeit drumherum vollkommen egal sein. Aber wie geht eine Jury damit um?

Es gehört zu den Vorzügen des hannoverschen Wettbewerbs, dass die Jury mit neun wertenden Mitgliedern (der Jury-Vorsitzende Krzysztof Wegrzyn gibt selbst keine Stimme ab) nicht nur zahlenmäßig gut besetzt ist, sondern auch in der Vielzahl der internationalen Geigenschulen, die hier vertreten sind. Denn ein holländischer Heifetz-Schüler hat möglicherweise eine andere Sicht der musikalischen und technischen Dinge als seine Kolleginnen aus Kanada oder Finnland. Und ein japanischer Geigenvirtuose beurteilt manches wieder anders als ein italienischer.

Die Aufgabe, die richtigen Kandidaten für den weiteren Wettbewerbsverlauf zu finden, ist in diesem Jahr keine leichte. Die Vorauswahljury hat gute Arbeit geleistet und viele sehr gute Musiker nach Hannover eingeladen. Heute Nachmittag muss sich die vielstimmige Jury einigen, welche für sie die vielversprechendsten sind.

So geht es weiter

Nach dem Ende der Vorrunde heute Nachmittag wird die Jury gegen 17 Uhr die zwölf Teilnehmer des Halbfinales bekannt geben. Zukunftsweisend wird es auch am Sonnabend um 12 Uhr: Eine Podiumsdiskussion in der Musikhochschule widmet sich der Frage „Was hören wir morgen – und wie?“. Zu Gast ist unter anderem die Sopranistin Simone Kermes, der Publizist Volker Hagedorn moderiert. Am Abend ist in einem Sonderkonzert ein ehemaliger Preisträger zu hören: Nemanja Radulovic ist Solist beim Konzert des Niedersächsischen Staatsorchesters im Opernhaus, Beginn: 19.30 Uhr. Das Halbfinale beginnt am Sonntag um 14 Uhr mit einem Rezital, dessen Programm bis auf das Auftragswerk des Wettbewerbs von David Robert Coleman frei gewählt werden kann. Am Abend startet um 20 Uhr die zweite Runde mit Mozart-Violinkonzerten und dem Münchener Kammerorchester.

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