Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Jubiläum mit Knabenchor, Landgren und Capella
Nachrichten Kultur Jubiläum mit Knabenchor, Landgren und Capella
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 02.11.2016
Ende eines besonderen Konzertes: Nils Landgren mit der Capella de la Torre und dem Knabenchor Hannover im NDR-Sendesaal. Quelle: Kutter
Anzeige
Hannover

Eröffnet wurde der Abend von Fritz Baltruweit. Der Pfarrer und Liedermacher entführte das Publikum in die Zeit der Reformation und brachte ihm die essenzielle Bedeutung der Musik dabei nahe. Luther und seine Anhänger texteten häufig allseits bekannte Lieder um und brachten den Menschen so ihre religiöse Botschaft in einer bekannten Verpackung nahe. Durch die einfache Singbarkeit dieser Gassenhauer verbreiteten sich die Lieder recht schnell und wurden so zu einer scharfen Waffe der Reformatoren. Auf diese Art konnten die Menschen sich Luthers Texte zu eigen machen, obwohl kaum jemand lesen konnte.

Etwas ganz Ähnliches, wenn auch auf anderer Ebene, passierte nun auf der Bühne des Sendesaals. Bekannte, klassische Kirchenlieder wurden in unterschiedlicher musikalischer Aufbereitung zu Gehör gebracht: im Original, in ihrer ursprünglichen Form, in verschiedenen kompositorischen Bearbeitungen, aber auch in improvisierter Form.

Dass sich der Knabenchor Hannover sehr gut mit polyphonen Motetten des 16. und 17. Jahrhunderts auskennt, ist allseits bekannt. Die besondere, helle Klangfarbe das Chores durch die silbrig glänzenden Knabensoprane und die strahlenden, jungen Tenorstimmen gibt dieser Musik eine ganz besondere Klarheit und Durchsichtigkeit. Genauso überzeugend präsentierten sie auch moderne Arrangements von „Kein schöner Land in dieser Zeit“ und „Die Gedanken sind frei“ mit jazzigen Harmonien. Interessant, wie nah sich rhythmisch die freien Metren der Renaissance und die ungeraden Takte moderner Musik sind.

Die Capella de la Torre unterstützte den Chor umsichtig und flexibel. Auch hier faszinierte die besondere, eher helle und offene Klangfarbe der historischen Instrumente. Das Ensemble interpretiert die tänzerisch inspirierte Musik der Lutherzeit mit einzigartigem Swing, gestützt auf das abwechslungsreiche und bei aller Präsenz nie vordergründige Rhythmusfundament ihres Percussionisten.

Nils Landgren verfügt über eine samtig weiche, beinahe schwebende Tongebung, und das in einer Höhe, in der die meisten Posaunisten Probleme haben, überhaupt noch einen Ton aus ihrem Instrument zu bekommen. Er ist ein aufmerksamer Zuhörer, der die Stimmung der Stücke hervorragend einzufangen weiß. Sopranistin Jeanette Köhn passte mit ihrer weichen, luftigen Stimme sehr gut auch zu den Knabenstimmen, war allerdings eine Spur zu laut ausgesteuert.

Die ganz besonderen Momente des Abends waren immer diejenigen, an denen sich die drei eigentlich sehr unterschiedlichen Ensembles zu gemeinsamem Tun vereinigten. Jörg Breiding steuerte das Zusammenspiel mit einem unaufdringlichen, aber immer eindeutigen Dirigat. Faszinierend war auch zu beobachten, wie die Musiker in den improvisierten Abschnitten sich gegenseitig zuhörten und miteinander interagierten. Ein wunderbarer Auftakt in ein spannendes Jubiläumsjahr.

Die Adventskonzerte des Knabenchores finden am 8., 9. und 10. Dezember jeweils um 20 Uhr in der Marktkirche statt.

Von Michael Meyer-Frerichs

Der Comedian, Buchautor und Schauspieler Ralf Schmitz ist am Sonnabend im Theater am Aegi gewesen. Im Gepäck hatte er sein neues Programm „Schmitzenklasse“. „Wie Spitzenklasse, nur besser!“, sagt der Comedian selbst.

02.11.2016

"The Story": Die schottische Band Runrig stellt nach 43 Jahren in der Swiss-Life-Hall die letzte CD der Gruppe vor. Auf Tournee mit dem letzten Studioalbum hat das Folkrockensemble um die Brüder Calum (Percussion) und Rory (Bass) Macdonald am Wochenende in Hannover Station gemacht.

02.11.2016

Rainald Grebe feiert im Schauspielhaus „Das große Anadigi-Ende-Gelände“ - ein Abschiedsspektakel zu seinem Projekt. Am Wochenende boten das Schauspielhaus mit Probenbühne und Foyer, sowie die Cumberlandsche Galerie viele Spielorte für einen bunten Abschiedstrubel.

Ronald Meyer-Arlt 02.11.2016
Anzeige