Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Viele kleine Pannen: Judith Holofernes im Pavillon
Nachrichten Kultur Viele kleine Pannen: Judith Holofernes im Pavillon
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:19 25.04.2017
Die ehemalige Frontsängerin von "Wir sind Helden" zieht mit ihrem Solo-Programm durch ganz Deutschland. Quelle: Nancy Heusel
Anzeige
Hannover

Die Lichttechniker testen noch die Einstellungen, während sich das Publikum bereits im großen Saal des Pavillons sammelt; immer wieder erlischt das Licht und geht wieder an. Es ist der Beginn eines sympathischen Abends voller kleiner Improvisationen. Schließlich haben die Scheinwerfer ihren Platz gefunden, und die Musiker betreten die Bühne, allen voran: Judith Holofernes.

Anfang der Zweitausenderjahre wurde die Berlinerin als Frontsängerin der Deutschpop-Band „Wir sind Helden“ bekannt. Seit deren Auflösung im Jahr 2012 ist die Songschreiberin wieder in eigener Sache unterwegs und präsentiert am vergangenen Montag ihr drittes Solo-Album „Ich bin das Chaos“.

Die mehrfache Echo- und 1Live Krone-Preisträgerin Judith Holofernes hat am Montagabend im Pavillon mit ihrem neuen Album "Ich bin das Chaos" auf der Bühne gestanden.

Der Titel ist Programm. Denn immer wieder lösen sich ihre wilden Rocksongs in Chaos auf, die Instrumente driften gekonnt auseinander, kommen zusammen, steigern sich gegenseitig. Dann werden sie wieder zum Refrain oder Holofernes liest ein absurdes Gedicht darüber. Dazwischen gibt es auch ruhigere Balladen.

Beim zweiten Song vergisst sie kurz den Text und singt statt dessen „ich kann keinen Text“. Das dritte Lied klappt erst beim zweiten Anlauf – kurze Trinkpause: Frosch im Hals. Der geht auch die nächsten vier Songs nicht weg.

Nächste Platte in Planung

Doch das alles tut ihrem rotzigen Pop keinen Abbruch. Schließlich lassen sich die vielen kleinen Pannen auch als Ausdruck besonderer Authentizität verstehen. Genauso klingen diese Lieder: ehrlich und selbstgemacht. Die Musik lädt immer wieder zur Wildheit ein, doch so richtig tanzt nur wenige der 500 Zuschauer. Die meisten nicken nur im Takt.

Vielleicht ist es aber auch einfach nicht der Tag dieser Sängerin. Bei einem zwanzigsekündigen Bühnenabgang verläuft sich Judith Holofernes kurz hinter der Bühne. Außerdem präsentiert sie dem Publikum ihre momentanen Verletzungen; einen Bänderriss am Fuß und zwei Pflaster am Finger. So stolz wie die 41-Jährige davon berichtet, hätte sie sich die auch beim Toben auf dem Spielplatz holen können.

Nach zwölf Liedern sagt sie nur vergnügt: „Ich glaube meine Setlist ist alle. Muss ich wohl mal wieder eine Platte schreiben.“ Sie spielt dann trotzdem noch vier Zugaben.

Von Felix Müller

Kultur Ferdinand von Schirach: Terror - Publikum erklärt Piloten diesmal für schuldig

Schuldig. So lautet das Urteil des Publikums nach der Premiere von Ferdinand von Schirachs erfolgreichem Stück „Terror“ in der Inszenierung des Mittwoch Theaters. Die Darstellung wirft große Fragen auf: Darf ein Menschenleben gegen eine anderes aufgewogen werden? 

28.04.2017

Eva Menasse erhält den Bad Homburger Friedrich-Hölderlin-Preis. Die Jury: „Eva Menasse schreibt eine unverwechselbare Prosa, die wortgewaltige und zarte Töne, Komisches und Melancholisches, einen forschenden Blick und Empathie mit ihren Figuren verbindet“.

24.04.2017
Kultur Cumberlandsche Galerie - "Zeit der Kannibalen" im Treppenhaus

Gipfelsturm der Unternehmensberater: Isabel Tetzner, Silvester von Hösslin und Dennis Pörtner spielen "Zeit der Kannibalen" von Johannes Naber und Stefan Weigl im Treppenhaus der Cumberlandschen Galerie.

Ronald Meyer-Arlt 26.04.2017
Anzeige