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Kultur Judy Winter schlüpft in die Rolle von Hildegard Knef
Nachrichten Kultur Judy Winter schlüpft in die Rolle von Hildegard Knef
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12:14 08.03.2013
Judy Winter spielt in „Der Teufel und die Diva“ die Hildegard Knef. Quelle: dpa
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Hamburg

Hildegard Knef (1925-2002) war eine der letzten großen deutschen Diven. Am Hamburger Ernst Deutsch Theater schlüpft nun Judy Winter in die Rolle der legendären Schauspielerin, Sängerin und Autorin. In der umjubelten Uraufführung „Der Teufel und die Diva“ von Fred Breinersdorfer und Katja Röder ließ sie am Donnerstagabend ihr Leben als international gefeierte, aber auch angefeindete Künstlerin Revue passieren: vom „Trümmermädchen“ zur „Sünderin“, vom Broadwaystar zur Sängerin. Ihren Fan und diabolischen Widersacher, der immer wieder versucht, die Diva aus der Reserve zu locken, gibt Peter Kremer. Das unterhaltsame Dialogstück mit vielen bekannten Chansons - von „So oder so ist das Leben“ bis „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ - inszenierte Wolfgang Stockmann.

Lebensgroße weiße Buchstaben, wild durcheinandergewürfelt, die zusammen ihren Namen ergeben, bilden das Bühnenbild (Peter Schmidt). Hier wacht die Knef (Judy Winter) auf, nachdem sie in einem Berliner Krankenhaus an Lungenentzündung gestorben ist. „Berlin trägt Trauer. (...) Geliebt, gehasst, bewundert, niemanden hat sie kalt gelassen“, erzählt eine Radiostimme aus dem Off. Doch bald, nachdem sich „Hilde“ über ihre neu gewonnene Freiheit gefreut hat, wird ihr klar, dass sie sich im Vorhof der Hölle befindet und der Mann, der ihr andauernd Fragen über ihr Leben stellt, der Teufel persönlich ist. Er will die „Wahrheit über Hildegard Knef“ herausfinden.

So gibt sie - nicht immer freiwillig - Auskunft über ihren Großvater („Er war die Liebe meines Lebens“) und ihre drei Ehemänner: den Amerikaner jüdischer Herkunft Kurt Hirsch, den britischen Schauspieler David Cameron und bis zu ihrem Tod Paul von Schell. Er kam auch zur Premiere. Der Teufel wirft ihr vor, ihre Männer nur ausgenutzt zu haben, doch Hilde beteuert, sie alle „geliebt zu haben“. „Ich hab mir mein ganzes Leben nichts anderes gewünscht, als glücklich zu sein“, sagte sie. Ob sie das war, lässt sie offen. Doch, als sie sechs Wochen nach der Geburt zum ersten Mal ihre Tochter sehen durfte. Ansonsten antwortet sie mit einem ihrer Lieder: „Das Glück kennt nur Minuten, der Rest ist Warteraum.“

dpa

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