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Kultur Katrin Zagrosek wird Intendantin der Niedersächsischen Musiktage
Nachrichten Kultur Katrin Zagrosek wird Intendantin der Niedersächsischen Musiktage
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16:19 18.02.2011
Von Stefan Arndt
Katrin Zagrosek will das Profil der Musiktage erhalten. Quelle: Rainer Surrey

Die 35-Jährige Katrin Zagrosek hat in Lüneburg und Berlin studiert und als Dramaturgin unter anderem am Freiburger Theater, bei den Berliner Festspielen, dem New Yorker Lincoln Center Festival und beim Lucerne Festival gearbeitet. Sie ist die Tochter des Dirigenten Lothar Zagrosek. Derzeit leitet sie die Hamburger Oster­töne, die in diesem Jahr unter dem Motto „Brahms und die Moderne“ stehen, und ist zudem Produktionsleiterin des renommierten Neue-Musik-Festivals „Wien Modern“.

Trotz der doppelten Moderne möchte Zagrosek die Niedersächsischen Musiktage nicht zu einer Spezialveranstaltung für zeitgenössische Musik machen. Sie finde es gerade interessant, die Verantwortung für ein Festival zu übernehmen, das nicht auf eine spezielle Musikrichtung oder Epoche festgelegt ist, sagte sie gestern. Stattdessen möchte sie das bisherige Konzept der Musiktage weiterführen und besondere Konzerte für besondere Orte zusammenstellen. Das Festival habe auf diese Weise in den vergangenen Jahren ein einzigartiges Profil erhalten. Und obwohl Zagrosek erst vor wenigen Tagen die Zusage für die Intendanz erhalten hat, gibt es schon das Motto für ihre erste Spielzeit: 2012 werden die Musiktage mit „Freiheit“ überschrieben sein.

Welche Künstler dann auftreten sollen, steht natürlich noch nicht fest. Doch gibt es Musiker, mit denen Zagrosek auch in ­Niedersachsen gerne zusammenarbeiten würde: Der französische Dirigent Jérémie Rhorer und sein Alte-Musik-Ensemble Le Cercle de l’Harmonie gehören ebenso dazu wie das Hamburger Ensemble Resonanz, das sich auf Musik der Gegenwart spezialisiert hat. Die „sehr sinnliche Musik“ von Wolfgang Rihm kann Zagrosek sich ebenso im Musiktage-Programm vorstellen wie fernwehmütige Klänge des Quadro Nuevo oder die klassische Kammermusik des Trios von Frank Peter Zimmermann.

Während die Namen noch Wünsche sind, steht der Rahmen längst fest: Wichtig ist Zagrosek vor allem, jede Musik in einem angemessenen Umfeld zu präsentieren: Das kann bunt und eventbetont sein – aber auch eine klassische Konzertsituation. Dass es ihr zudem oft gelingt, die aufgeführten Werke in interessante Bezüge zu setzen, hat ihr zuletzt viel Lob eingebracht: „Seit Zagrosek das Festival Hamburger Ostertöne betreut, wird dessen Dramaturgie immer interessanter“, bescheinigte ihr etwa die „Welt am Sonntag“.

Bis sie mit der detaillierten Planung für die kommenden Jahre beginnen kann, nutzt Zagrosek die Zeit, um die komplexe Struktur des von der Sparkassenstiftung getragenen Festivals mit seinen weit über das Land verstreuten Partnern kennenzulernen. Dafür sucht sie zunächst eine Wohnung in Hannover. Im Sommer wird sie von Wien nach Hannover ziehen. Schwer gefallen ist ihr diese Entscheidung nicht: „Ich freue mich darauf, mich bald ganz auf dieses Festival konzentrieren zu können und nicht ständig pendeln zu müssen“, sagt sie. In Wien gefallen ihr übrigens besonders die weitläufigen Grünflächen des Praters – die Chancen, dass sie sich auch in Hannover wohlfühlen wird, stehen also nicht schlecht.

Im Herbst wird Zagrosek dann die letzten von Markus Fein betreuten Musiktage als fast normale Zuhörerin besuchen: Die 25. Ausgabe des Festivals beginnt am 3. September und steht unter dem Motto „Die Zeit“. Gespielt wird unter anderem in der AWD-Arena und an der Atomuhr der Physikalisch Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Zur Eröffnung dirigiert Andrew Manze Joseph Haydns „Jahreszeiten“ in Papenburg. Weitere Künstler sind unter anderem Alfred Brendel (der sich auch ohne Klavier mit Franz Schubert beschäftigt), Roger Willemsen, Ulrich Tukur und Ute Lemper. Der Kartenvorverkauf beginnt am 1. Juni.

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