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00:27 20.08.2015
Heike Wolpert: „Schönheitsfehler“.Gmeiner. 246 Seiten, 9,99 Euro.
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Hannover

Ein lauter Knall. Eingepfercht in eine Transportbox hört der ausgesetzte Kater Socke einen Schuss. Zusammen mit einer mysteriösen Frau ist er nun der einzige Zeuge, der den Mord des Schönheitschirurgen Dr. Karl-Heinz Finkenburg miterlebt hat. Nachdem ihn eine andere Katze aus der Box befreit hat, quartiert Socke sich bei Hauptkommissar Peter Flott ein – und hilft ihm, den Mörder zu finden.

Der Kriminalroman „Schönheitsfehler“ von Heike Wolpert spielt in Hannover, dem Wohnort der Autorin. Sie beweist Ortskenntnis: Der schmierige Junggeselle wohnt im Stadtteil Vahrenwald, der Konzernchef im Zooviertel und die Studenten in Linden. Damit sind die gängigen Stadtteilklischees erfüllt.

Im Gegensatz zu Kater Francis aus der berühmten Felidae-Reihe des deutsch-türkischen Autors Akif Pirinçci kümmert sich Kater Socke um menschliche statt tierische Morde. Die Unterzeile des Buches, „Kater Socke ermittelt“, verspricht aber zu viel. Tatsächlich versuchen sich Socke und seine Katzenfreunde, die sich in menschlicher Sprache unterhalten, hin und wieder als Detektive. Der Großteil des Buches aber beschreibt die Ermittlungen von Kommissar Flott und seinem Team. Dabei bleibt es spannend. Denn Figuren mit potenziellen Mordmotiven gibt es genug.

Die Sprache des Buches ist weniger spannend: Der Kommissar nennt sein Auto „fahrbaren Untersatz“, und der Student will sich eine „flotte Kommilitonin anlachen“. Ein sprachliches Meisterwerk ist der Roman mit den ganzen Floskeln nicht, aber kurzweilige und lustige Unterhaltungsliteratur – nicht nur für Katzenkrimifreunde.

Von Sarah Franke

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