Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Wegen wachsender Gewaltbereitschaft

Kinderbuchautor Christian Berg für Verbot von Killerspielen


Eine wachsende Gewaltbereitschaft von Kindern zieht offenbar inzwischen auch in eher idyllische Alltagsbereiche ein. „Selbst im Theater bekommt der Schurke immer öfter mehr Beifall als der Gute“, sagt der Kinderbuchautor und Regisseur Christian Berg. Er fordert ein Verbot von sogenannten Killerspielen.
Fordert ein Verbot von sogenannten Killerspielen: Kinderbuchautor und Regisseur Christian Berg.

Fordert ein Verbot von sogenannten Killerspielen: Kinderbuchautor und Regisseur Christian Berg.

© dpa

Zudem stellt der Cuxhavener Künstler, der Musicals wie „Jim Knopf“ und „Alice im Wunderland“ auf die Bühne brachte, bei seinen Lesungen fest: „Kinder können nicht mehr zuhören.“ Aus beidem hat Berg Konsequenzen gezogen. Er will eine Initiative zum Verbot von Killerspielen starten und Buchpatenschaften für Kinder organisieren.

Noch immer hat Berg eine Szene im Kopf, die sich vor wenigen Wochen bei einer Aufführung von „Alice im Wunderland“ im Hamburger Schmidt Theater abspielte. „Als Alice vor der bösen Königin flüchtete, sprangen plötzlich vier Jungs auf die Bühne und wollten Alice festhalten“, berichtet Berg.

„Eine Verrohung wie in den vergangenen drei Jahren habe ich in insgesamt 23 Bühnenjahren noch nicht erlebt“, sagt Berg. Der Theatermann vermutet, dass die Ursachen in allgegenwärtigen Gewaltszenen im Fernsehen, leicht zugänglichen DVDs im elterlichen Wohnzimmer und vor allem in sogenannten Killerspielen liegen, in denen Kinder am Computer ungehemmt virtuelle Gewalt ausüben können.

Den letzten Anstoß, sich gegen die wachsende Gewalt unter Kindern und für ein Verbot von Killerspielen zu engagieren, bekam Berg durch den Amoklauf von Winnenden. Nach einer „Peter Pan“-Vorstellung in Stuttgart sei er mit der Mutter eines der Opfer ins Gespräch gekommen.

Ein paar Tage später bekam Berg Post von der Frau. „Hätte der Vater seinem Sohn die Faszination von Büchern näher gebracht anstatt ihm den Umgang mit Großkaliberwaffen beizubringen würde unsere Tochter und alle anderen noch am Leben sein“, schrieb die Mutter.

Mit der Initiative „Gebt den Kindern Bücher“ will Berg auf seiner derzeitigen Deutschland-Tournee mit „Happy Birthday Jim Knopf“ und „Alice im Wunderland“ aber nicht nur Unterschriften für das Killerspiel-Verbot sammeln. „Wir werden darüber hinaus auch Buchpatenschaften für Kinder vermitteln“, kündigt er an.

Dass Kinder mit der Faszination von Büchern immer weniger anfangen können, beobachtet Berg bei seinen eigenen Lesungen beispielsweise aus seinem Buch „Tamino Pinguin“. „Im Elternhaus wird immer seltener vorgelesen, dadurch wird den Kindern der Weg in Fantasiewelten verbaut“, ist der Künstler überzeugt.

dpa/lni

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel
  • Antwort Doktor Trask – 13.02.10
    Wer hat ihn den diese Spiele gekauft? Sie hben es doch sicher getanoder sind die Spiele einfach so vom Himmel gefallen, wenn ihnen die Spiele mißfallen wieso nehmen sie den Jungen denn die Spiele nicht einfach weg oder wieso besorgen sie die erst ohne sich die Titel vohrer anzugucken, für mich sind Sie ein Maulheld.
  • Gewaltempfinden Astrid Schütze – 28.01.10
    Der Christian hat vollkommen Recht.
    Die Kinder von 6 Jahren üben Gewalt gegen ihre Mitschüler aus und haben kein empathisches Empfinden mehr.
    Das hat nichts mit Konfliktbewältigung
    zu tun, sondern ist pures egoistisches
    Ausleben !!!!!!!!!!!!!!!! Schade!
  • Killerspiele, Christian Berg DPA/lni – 26.01.10
    Für mich fällt auch schon unter Killerspiele, was mein 8jähriger Sohn auf seiner Playstation spielt. Idiotenlegospiele Batman, Indianer Jones und wie sie alle heißen. Vorbei sind die Zeiten von Petersson und Findus wo sich intelligente Programmierer Spiele ausgedacht haben.
    Idiotenlegospiele sind für mich die Vorstufe der späteren Killerspiele, auf die auch mein Sohn irgendwann abfahren wird. Dann werden Verbote oder Reglementierungen nicht mehr so leicht akzeptiert.
    Auf diese Zeit freue ich mich schon wahnsinnig.
    Übrigens sind die beiden ersten Kommentare echt Schrott, Märchen finden in der Vorstellung des Lesers erst die richtige Form, Farbe und Intention, wohingegen die Animation jeglichen Computerspiels verblaßt. Viele Grüße
  • Wer aus Jim Knopf fabe – 23.01.10
    ...ein Musical macht hat zum ersten schon mal im kulturellen Bereich garnichts zu melden. Der muss in auf die Stille Treppe und sich schämen. Zum zweiten sind Killerspiele ja schon längst verboten - zumindest für Kinder. Wenn das offenbar nicht genügt sollte mal über andere Initiativen nachgedacht werden, wie zB. "Mehr Bildung für Eltern". Kostet natürlich erstmal mehr Geld als was zu verbieten, ist aber wesentlich nachhaltiger.

    (Ja das steht hier zwei mal. Die HAZ löscht leider Worte die in Anführungszeichen stehen in der Überschrift. Und ohne >>Jim Knopf<< macht mein Gemotze keinen Sinn ;-))
  • wer aus fabe – 23.01.10
    ...ein Musical macht hat zum ersten schon mal im kulturellen Bereich garnichts zu melden. Der muss in auf die Stille Treppe und sich schämen. Zum zweiten sind Killerspiele ja schon längst verboten - zumindest für Kinder. Wenn das offenbar nicht genügt sollte mal über andere Initiativen nachgedacht werden, wie zB. "Mehr Bildung für Eltern". Kostet natürlich erstmal mehr Geld als was zu verbieten, ist aber wesentlich nachhaltiger.
  • Realität und Wahnsinn Hedemann – 23.01.10
    Ist schon richtig, man lese einfach nur mal wieder die guten alten Märchen: Da werden Seniorinnen in Öfen verbrannt, unschuldige Mädchen von Wölfen verspeist. Diese selbst werden wiederum von Jägern aufgeschlitzt. Es werden innerfamiliäre Mobbing-Attacken gefahren und Fantasiewesen auf übelste Weise beseitigt.

    Horrorvideos für das innere Auge. Schuld an den Gewaltausbrüchen des 19. und 20. Jahrhunderts? Haben Hänsel und Gretel Haarmann erst möglich gemacht?

    Schön, dass die Lösung aller gesellschaftlichen Probleme so einfach ist. Schade nur, dass das mit der Realität wohl nur wenig zu tun hat.

Meistgelesene Kultur-Artikel

Anzeige

Kinomagazin

Raten Sie die Filmzitate

Anzeige
„Ariadne auf Naxos“
"Ariadne auf Naxos" - die Oper feierte Premiere.

Hamburgs Opernchefin Simone Young versucht seit Beginn ihrer Amtszeit 2005 mit Strauss-Opern zu punkten. Mit „Ariadne auf Naxos“ legt sie jetzt ihre fünfte Strauss-Produktion vor. Beim Premierenpublikum gab es Beifall, aber auch Unmut.



Top