Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Gewitter

Navigation:
Kirchen in Braunschweig "im Schlussverkauf"

Kunstaktion Kirchen in Braunschweig "im Schlussverkauf"

„Alles muss raus! Kirche im Schlussverkauf!“ Mehrere Millionen orangene und graue Sonderpreisetiketten prangen in der mittelalterlichen Michaliskirche. Die provokative Kunstinstallation gehört zur Aktion „Himmelsstürmer“, die von Dienstag an in mittelalterlichen Innenstadtkirchen von Braunschweig zu sehen ist.

Voriger Artikel
Algerischer Autor Sansal erhält Friedenspreis
Nächster Artikel
Dänen bezeichnen deutschen Biennale-Beitrag als Schmähkunst

„Alles muss raus! Kirche im Schlussverkauf!“

Quelle: dpa (Symbolbild)

Braunschweig. „Alles muss raus! Kirche im Schlussverkauf!“ Mehrere Millionen orangene und graue Sonderpreisetiketten prangen in der mittelalterlichen Michaliskirche. Die provokative Kunstinstallation gehört zur Aktion „Himmelsstürmer“, die von Dienstag an in mittelalterlichen Innenstadtkirchen von Braunschweig zu sehen ist.

Der Bund Bildender Künstler (BBK) hatte Künstler aus Leipzig, Bremen, Braunschweig und anderen Städten eingeladen, sich mit den Kirchen auseinanderzusetzen. Zehn Künstler haben den Zuschlag für ihre Arbeiten in den neun Kirchen bekommen, sieben davon evangelisch, eine katholisch und eine freikirchlich.

„Die Künstler sollten nicht einfach ihre Bilder an die Wände hängen, sie sollten sich mit dem Raum Kirche auseinandersetzen“, sagte Initiatorin Edith Grumbach-Raasch vom BBK Braunschweig. Das Konzept des Kunst-Parcours liegt schon seit Jahren in der Schublade, es gehörte zur Bewerbung Braunschweigs als Kulturhauptstadt 2010. „Auch wenn Braunschweig nicht Kulturhauptstadt geworden ist, es gab damals viele gute Ideen“, sagte Grumbach-Raasch. Der Pfarrer der Michaeliskirche, Christoph Berger, schließt sich an: „Dieses Kunstwerk gehört in diese Kirche.“

Die 1967 in Hannover geborene Künstler Kerstin Schulz hatte sich den relativ schlichten, fast quadratischen Kirchenbau aus dem 13./14. Jahrhundert vor etwa einem Jahr erstmals angesehen. „Die Michaliskirche lag im Mittelalter am Rande der Stadt. In dieser Straße hat der Henker gewohnt, nebenan war ein Bordell. Es war die Kirche der Armen, der Habenichte, der Durchreisenden“, erzählte Berger.

Mit vielen „Fegefeuerlöschern“ stellt die in Gießen geborene Manuela Karin Knaut im Kreuzgang der Brüdernkirche die Frage, ob brenzlige Fragen in der Kirche möglicherweise im Keim erstickt werden. In der Andreaskirche erinnert der Bautzener Künstler Hael Yxxs mit einem Video an einen Blitzeinschlag im Jahr 1680 und in der Magnikirche hat der Braunschweiger Jürgen Neumann aus einem vier Meter hohen Eichenstamm eine Himmelsleiter entworfen. Alle Ideen der „Himmelsstürmer“ sind bis zum 28. August zu sehen. Die Kirchen bieten zudem Predigten, Vorträge, Konzerte und andere Veranstaltungen passend zu den jeweiligen Kunstwerken an.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
Knust, Kanten, Scherzel: Was sagt man wo zum Anfang und Ende vom Brot?

Knust oder Kanten, Knäppchen oder Knietzchen, Kruste oder Scherzel: Was sagt man wo zum Anfang und Ende vom Brot? Sprachwissenschaftler haben einige interessante Begriffe zusammengetragen.