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Kultur Klaus Otto Nass: "Die Vermessung des Eisernen Vorhangs"
Nachrichten Kultur Klaus Otto Nass: "Die Vermessung des Eisernen Vorhangs"
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07:58 08.11.2010
Von Kristian Teetz

Deutschland war seit 1949 geteilt, doch ganz genau wurde die innerdeutsche Grenze erst ab 1973 abgesteckt. Mit dem Abschluss des Deutschlandvertrags 1972 und der staatsrechtlichen Anerkennung der DDR durch die Bundesrepublik wurde es konkret. Die Landvermesser kamen, um jeden Zentimeter an der 1400 Kilometer langen Grenze, die von der Lübecker Bucht bis Hof verlief, festzulegen. Ab 1973 tagte die Grenzkommission, ein deutsch-deutsches Kollegialorgan, um die 1945 von den Alliierten festgelegte Demarkationslinie vertraglich festzuklopfen.

Mit dabei in dieser Kommission war als Vertreter des Landes Niedersachsen Klaus Otto Nass. Heute lehrt Nass an der Leibniz Universität Völker- und Europarecht, damals diente er als Staatssekretär unter Ministerpräsident Ernst Albrecht. Seine Erinnerungen an diese Zeit, aber auch seine Nachforschungen über die Stasi-Tätigkeit in der Grenzkommission hat er in dem Buch „Die Vermessung des Eisernen Vorhangs. Deutsch-deutsche Grenzkommission und DDR-Staatssicherheit“ (Centaurus. 372 Seiten. 24,90 Euro) festgehalten.

„Ein schwieriges Problem war die Elbe“, erläuterte Nass jetzt in der Buchhandlung Leuenhagen & Paris. „Wo sollte die Grenze genau verlaufen? Am linken Ufer, am rechten? Genau in der Mitte oder in der Fahrrinne?“ Eine Antwort hat die Grenzkommission in ihren 91 Sitzungen bis zum Fall der Mauer nicht gefunden. Auch wenn Nass an diesem Abend manchmal zu viel in einen Topf rührt – anders als er behauptet, sind beileibe nicht alle Mitarbeiter bei der Birthler-Behörde ehemalige Stasi-Bedienstete, sondern nur wenige, und die arbeiten fast alle beim Wachdienst – ist dieses erste Buch über die Grenzkommission vor allem wegen der abgedruckten Dokumente ein interessanter Beitrag zur Geschichte der deutsch-deutschen Grenze.

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