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Kultur Konstantin Krimmel gewinnt Preis der Hamel-Stiftung
Nachrichten Kultur Konstantin Krimmel gewinnt Preis der Hamel-Stiftung
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02:16 06.06.2018
Bariton Konstantin Krimmel mit Nicholas Rimmer am Klavier. Quelle: Melanie Seifert
Hannover

Es gab nur Gewinner: Die Walter-und-Charlotte-Hamel-Stiftung, das Publikum im vollbesetzten Richard-Jakoby-Saal der Musikhochschule und die sechs Sängerinnen und Sänger des von der Stiftung ausgerichteten Jubiläums-Finalkonzertes. Doch einer ragte heraus: Bariton Konstantin Krimmel. Gleich Schuberts bedeutungsbeladendes Klavierlied „Der Wanderer“ als Einstieg für einen Wettbewerbsvortrag zu wählen, kann verlieren oder siegen bedeuten. Aber wo Schuberts Wanderer auf der Suche nach dem Glück scheitert („Dort, wo du nicht bist, dort ist das Glück“), erklomm Konstantin Krimmel den Finalkonzertgipfel. Und dann legte er noch Leporellos „Register-Arie“ aus Mozarts „Don Giovanni“ so komödiantisch und sängerisch glänzend hin, dass man neugierig ist, wann und wo man diesem Namen vielleicht wieder begegnet.

Seit 10 Jahren veranstaltet die Hamel-Stiftung ihren eigenen Gesangswettbewerb. Bewerbungen (diesmal 84) kommen per Video. Aus diesen musikalischen Visitenkarten wählt die Jury sechs Finalkonzertteilnehmer aus. Für alle sechs gab es in diesem Jahr wegen des Jubiläums und des außergewöhnlich hohen Niveaus einjährige Förderstipendien über 6000 Euro. Konstantin Krimmel wurde zusätzlich mit einem (undotierten) ersten Preis hervorgehoben. Und der Publikumspreis? Ging ebenfalls an Krimmel.

Tenöre waren (mal wieder), wie auch Bässe Mangelware. Zwei Soprane (Julie Sekinger und Andrea Cueva Molnar), zwei Mezzosoprane (Maria Grazia Insam und Anna Schaumlöffel) und neben Konstantin Krimmel noch Bariton Andrija Nikoletic zeigten neben aller Repertoirevielfalt, dass Mozart die höchste Prüfung darstellt. Da ragte die in Hannover studierende Anna Schaumlöffel mit Dorabellas koloraturengespickter „Felsenarie“ aus „Cosi fan tutte“ heraus.

Herausragend auch Nicholas Rimmer als wunderbar gestaltender Begleiter am Klavier. Was wiederum Moderator Roger Cericius zu seinem Lieblingsadjektiv animierte. Vieles fand er immer wieder nur „wunderbar“. Vieles an diesem Abend war aber auch wunderbar, wie etwa die kurzen Beiträge ganz unterschiedlicher Altersgruppen aus dem Mädchen- und Knabenchor Hannover. Auch diese werden von der Hamel-Stiftung gefördert. Schließlich beginnt hier nicht selten eine spätere Sängerlaufbahn.

Von Günter Helms

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