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Konzert von Mike and the Mechanics ist wie ein Sog

Theater am Aegi Konzert von Mike and the Mechanics ist wie ein Sog

Wie gut, dass sich Mike Rutherford nicht mit der Band Genesis begnügt hat, sondern in den achtzigern Mike and the Mechanics gegründet hat. Beim Konzert im Theater am Aegi spielten sie nicht nur die alten Hits, sondern rissen die Zuhörer mit ihrem Auftritt aus den Sesseln.

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Ein Konzert wie ein Sog: Mike and the Mechanics im Theater am Aegi.

Quelle: Clemens Heidrich

Hannover. Mike Rutherfords Schülerband hieß Genesis. Er begleitete sie vom ersten Ton im Jahr 1967 bis zum letzten 40 Jahre später, anfangs am Bass, später an der Gitarre – eine Zeit lang sogar beides zugleich, an zweihälsigen Instrumenten. Mit dem Nebenprojekt Mike & The Mechanics wollte sich Rutherford 1985 ein wenig Freiraum verschaffen, mit einer losen Gruppe Gleichgesinnter musikalisch experimentieren. Der Erfolg kam dazwischen: Gleich das erste Album traf mit Songs wie „Silent Running“ und „All I Need Is A Miracle“ ins Schwarze. Bis heute enthalten diese eine Essenz der Achtzigerjahre.

Ein Stück Musikgeschichte: Mike and the Mechanics haben im Theater am Aegi gespielt

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Auf der Bühne des Theater am Aegi steht Rutherford einerseits für ein erstaunlich lebendiges Stück Musikgeschichte. In seinen Klassikern durchdringen sich Rock und Pop nahtlos, eingängig wie eh und je. Andererseits vermag er, über das Erreichte hinauszudenken. Das gilt nicht so sehr für die Songs des neuen Albums „Let Me Fly“. Die funktionieren genau wie sie sollen, bergen aber wenig Überraschungen. Es ist vielmehr die aktuelle Bandbesetzung, die hervorragend einlöst, was sich Rutherford einst für die Mechanics vorgenommen hatte.

Vor allem die beiden Sänger Tim Howar und Andrew Roachford bringen je einen eigenen musikalischen Kosmos mit, der selbst Genesis-Hits wie „Land Of Confusion“ beflügelt. Die Band begreift sich als gemeinsames Unterfangen Gleichberechtigter. Sie erzeugt dabei einen Sog, der immer mehr Zuhörer von den Sesseln reißt. Auf den ersten Blick könnte das sogar ohne Rutherford und sein eher minimalistisches Gitarrenspiel gehen. Doch als Komponist und Zusammendenker ist er unerlässlich. Im Schlussapplaus zögert er ganz kurz, dann geht er nochmal alleine zum Bühnenrand und verbeugt sich ein letztes Mal ganz kurz – stolz und bescheiden zugleich. Er weiß um seinen Beitrag zur Popmusik.

Von Thomas Kaestle

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