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Kultur Das war Kool Savas im Capitol
Nachrichten Kultur Das war Kool Savas im Capitol
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02:15 22.05.2017
"Wo ist die Energie?": Rapper Kool Savas begeistert seine Fans im Capitol. Quelle: Kutter
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Hannover

"Wo ist die Energie? Habt ihr da oben Angst, dass der Balkon abbricht, wenn ihr abgeht?", fragt Rapper Kool Savas seine Fans. Doch so richtig will die Stimmung nicht überbrodeln - zumindest nicht so, dass der Rap-Veteran mit ihr zufrieden wäre. Mehrfach bricht er ein Lied ab, fordert mehr Energie. "Das ist nur 65 Prozent", stichelt er. Das lassen die Fans nicht auf sich sitzen: Sie singen noch lauter, springen noch höher. Solange, bis auch der selbsternannte King of Rap mit ihnen zufrieden ist. "Wir haben auch Neues mitgebracht. Mal sehen, wie das so ankommt", sagt der Berliner. Und es kommt gut an - auch wenn viele der Zuschauer vor allem die ganz alten Hits feiern. 

Doch als sonderlich textsicher beweist sich an diesem Abend niemand. Als Savas einen Fan sucht, der mit ihm rappt, muss er gleich zwei Zuschauer wieder von der Bühne schicken - trotz guten Zuredens. "Wollt ihr das so auf euch sitzen lassen?", fragt er. Müssen die Fans wohl - denn ein dritter Freiwilliger wird nicht auf die Bühne geholt. Dafür aber die Rap-Kollegen Olli Banjo und Moe Mitchell, die gemeinsam mit Savas ihre Hits zum besten geben. 

Das Repertoire von Kool Savas ist groß und der Abend dementsprechend lang. Bereits Mitte der neunziger Jahre begann die Karriere des Deutschtürken Savas Yurderi - ob als Teil der Kombo M.O.R. (Masters of Rap) oder bei Westberlin Maskulin. Spätestens seit seiner ersten Solo-Platte "Der beste Tag meines Lebens" hat sich Kool Savas einen Namen als einer der einflussreichsten deutschen Rapper gemacht. Mehr als 20 Jahre später beweist der mittlerweile 42-Jährige, dass er es immer noch kann. Trotz Battlerap und Gangster-Image nimmt sich Kool Savas nicht zu ernst - und das macht ihn sympathisch. So setzt er sich auch mal an den Bühnenrand und singt Münchener Freiheit oder Peter Schilling. 

Ob bei einem der neuen Tracks wie "Essah Essah" oder bei den - von den Fans durch lautstarke Rufe eingeforderten - Klassikern wie "King of Rap" oder "Okay": Die Flows sind schnell, die Reime passen genau auf den Beat und das Ego ist groß wie eh und je. "Lass`sie glauben, ich bin fertig. Nie, ich hab' gerade erst begonnen", rappt er bei "Ich bin fertig". Es gibt eben nur einen King of Rap, und das ist laut Savas ganz klar er selbst. Und der liefert mehr als zwei Stunden lang ein Medley seiner Hits - von den Neunzigern bis heute. 

Von Lisa Malecha

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