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Kreativer Provokateur

Film Kreativer Provokateur

Ein Mann ohnegleichen: Andres Veiel montiert „Beuys“ (Kinostart: 18. Mai). Die Doku beleuchtet das Werk eines der bedeutendsten deutschen Künstler. Es gelingt dem Regisseur, auch den Menschen Beuys fühl- und erfahrbar werden zu lassen

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„Es ist laut, spannend, lustig“

Nur echt mit Hut: Der Künstler Joseph Beuys.

Quelle: nn

Hannover. Ist das Kunst, oder kann das weg? „Teuerster Sperrmüll aller Zeiten“, lautete manches hämische Urteil über die Werke von Joseph Beuys. Geschadet hat das dem Filz-und-Fett-Mann nicht. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Künstler. Ohnehin hat er den Begriff „Kunst“ weit ausgelegt: Für ihn sind alle Künstler, denn alle formen an einer sozialen Skulptur namens Gesellschaft mit.

Anregende Collage aus Unmengen an Bildmaterial

In seiner Doku geht Andres Veiel ebenfalls unkonventionell zu Werke. Sein Film entpuppt sich als anregende Collage, die viele Facetten von Beuys zum Vorschein bringt und zeigt, dass mit dessen Tod vor gut 30 Jahren nicht nur die Kunstwelt einen Verlust erlitt. Für diese Erkenntnis wühlte sich Veiel durch jede Menge Bildmaterial und montierte die Funde mit seinen Cuttern Stephan Krumbiegel und Olaf Voigtländer klug zusammen.

Noch einmal werden prägnante Kunstaktionen in Erinnerung gerufen wie „Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“, für die in Kassel 7000 Eichen gepflanzt wurden. Es gibt reichlich Kostproben von Beuys’ schalkhaftem Humor. Berühmt-berüchtigt ist eine Rede, die er als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie vor politischen Würdenträgern hielt und die aus einer Aneinanderreihung von „Ööhs“ bestand.

Politische Ansichten in rheinischem Singsang

Die Doku berichtet auch von Beuys’ kapitalismuskritischen Ansichten und seinem unglücklichen Engagement bei den Grünen. Weggefährten wie der Grafiker Klaus Staeck steuern Erinnerungen bei. Zumeist jedoch ist der Porträtierte in seinem rheinischen Singsang zu hören. Egal, wie man zu Beuys steht: Den Respekt kann man diesem kreativ umtriebigen Menschen nicht versagen.

Von Jörg Brandes / RND

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