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Kultur „Was vielleicht fehlt, ist ein bisschen Glanz“
Nachrichten Kultur „Was vielleicht fehlt, ist ein bisschen Glanz“
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00:16 15.01.2016
Von Ronald Meyer-Arlt
Harald Härke ist Kulturdezernent der Stadt Hannover. Im November 2015 hat er dieses Dezernat zusätzlich zum Personaldezernat übernommen, das er seit 2014 leitet. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Herr Härke, als Sie Anfang November zusätzlich zur Leitung des Personaldezernats auch die Leitung des Kulturdezernats übernommen haben, haben Sie gesagt, dass Sie „95 Prozent Kultur und 5 Prozent Personal“ machen werden. Ist die Rechnung aufgegangen?
Die Prognose ist eingetreten: Mein absoluter Schwerpunkt ist die Kultur.

Manchmal fallen die Tätigkeiten als Personal- und als Kulturdezernent ja auch zusammen. Es wurde eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die Projekte rund um die Unesco-Auszeichnung „City of Music“ verzahnen soll. Funktioniert das schon?
Seit 1. November ist die Stelle besetzt. Alice Moser, die die Koordinierungsaufgabe wahrnimmt, hat als erstes in Japan an einem Netzwerktreffen der verschiedenen „Cities of Music“ teilgenommen. Wir haben ja in Hannover ein breites und herausragendes musikalisches Angebot. Was vielleicht fehlt, ist ein bisschen Glanz.

Wie wollen Sie für mehr Glanz sorgen?
Durch Hinweise darauf, dass wir „City of Music“ sind. Wir haben den Jazz-Club in Hannover, eine hervorragende, bekannte Einrichtung. Die Konzerte, die dort stattfinden, könnte man mit dem Label „City of Music“ verbinden. Hannover ist eine Musikstadt, man kann das ruhig deutlicher machen.

Sie glauben, dass die Sache zu glänzen anfängt, wenn Sie nur das Label „City of Music“ draufkleben?
Nein. Ich glaube nur, dass es wichtig ist, diesen „City-of-Music“-Gedanken auch sichtbar zu machen.

Wird es am Bahnhof denn unter dem Schild Hannover bald auch einen Hinweis auf die „City of Music“ geben?
Nein, das wohl nicht. Da muss ja Messestadt stehen. Aber wir werden den Begriff im Rathaus fest verankern. Und das Symbol kommt auch auf unsere Briefköpfe. Wir werden das Logo weiter verbreiten. Warum zum Beispiel soll Udo Lindenberg bei seinem nächsten Konzert in Hannover eigentlich nicht davon reden, dass er sich in der „City of Music“ befindet?

Vielleicht, weil es sich zu stark nach Werbung anhört.
Aber wenn er Musik in einer „City of Music“ macht, dann ist das auch gut für ihn. Schauen Sie sich nur Glasgow an. Auch eine „City of Music“. Das ist die Stadt von Amy McDonald, den Simple Minds und Rod Stewart. In Glasgow gelingt es, damit zu werben.

Hannover ist die Stadt der Scorpions, von Mousse T., Lena Meyer-Landrut und Ernst Müller. Da wäre wohl noch einiges zu tun.
Das wollen wir ja auch. Übrigens steht auch das Opernhaus in der „City of Music“. Und die Kunstfestspiele Herrenhausen mit Ingo Metzmacher werden sicher auch zur Strahlkraft der „City of Music“ Hannover beitragen.

In Hamburg soll in einem Jahr die Elbphilharmonie eröffnen. Die könnte die „City of Music“, zumindest im Bereich der klassischen Musik, ganz schön in den Schatten stellen.
Gute Konzertsäle gibt es hier auch. Im Februar eröffnen wir den neuen Kuppelsaal, der dann eine neue, verbesserte Akustik haben wird. Und der Klang im Richard-Jakoby-Saal unserer Musikhochschule ist auch hervorragend.

Einen neuen Konzertsaal für Hannover wird es also nicht geben?
Ich würde sagen: Nein. Der muss ja auch finanziert werden. Allein aus dem kommunalen Haushalt heraus ist so etwas nicht zu stemmen. Im Übrigen bin ich sehr froh, dass wir solche Probleme wie Hamburg mit der Elbphilharmonie hier nicht haben.

Aber vielleicht bekommt die Stadt ja ein neues Festival. Kaum waren Sie im Amt, haben Sie sich schon dafür eingesetzt, dass das spartenübergreifende, dem Experimentellen zugeneigte Fuchsbau-Festival von Lehrte nach Hannover kommen soll. Kommt es?
Es kommt erstmal zum Teil. In diesem Jahr wird es ein zweigeteiltes Festival geben. Das Fuchsbau-Festival findet weiter in Lehrte statt, aber es wird auch einen Tag in den Herrenhäuser Gärten gastieren.

Wie wollen Sie die Kultur in Hannover in den kommenden Jahren voranbringen?
Ganz einfach: Das, was ich habe, gebe ich nicht mehr her. Und ich will noch mehr Kultur haben. Wir können nicht zu allen Projekten Ja sagen, aber wir können überall Vernetzung und Kooperation voranbringen.

Und dann wird alles gut?
Vieles kann dadurch noch besser werden und darauf freue ich mich.

Interview: Ronald Meyer-Arlt

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