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Kultur Metzmachers Vertrag sorgt für Ärger
Nachrichten Kultur Metzmachers Vertrag sorgt für Ärger
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00:16 01.10.2017
Von Stefan Arndt
Der richtige Mann: Mit Auftritten wie dem im Stöckener Werk von VW-Nutzfahrzeuge hat Ingo Metzmacher fast alle Ratspolitiker überzeugt. Seine Vertragsverlängerung aber ist ein zäher Prozess. Quelle: Henning Scheffen Photography
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Hannover

Die Situation ist absurd: Alle sind sich einig, und doch scheinen die Probleme zu wachsen. Die Fragen rund um die Vertragsverlängerung von Ingo Metzmacher als Leiter der Kunstfestspiele Herrenhausen werden jedenfalls gerade immer drängender gestellt. Der aktuelle Vertrag des Dirigenten endet nach der Festivalausgabe im kommenden Jahr, er soll die Kunstfestspiele aber nach Willen der Stadt darüber hinaus bis mindestens 2021 leiten. Er selbst hat die Bereitschaft dazu signalisiert. Eine Entscheidung, ob und wie im Detail es dazu kommen wird, wurde jetzt vertagt, weil die CDU-Fraktion im hannoverschen Rat bei der jüngsten Ausschusssitzung zum Thema erheblichen Gesprächsbedarf angemeldet hat. Damit kann nun frühestens im Dezember Klarheit über die Zukunft des Festivals geschaffen werden.

„Die Beratungen zur künftigen Aufstellung der Kunstfestspiele gehen planmäßig voran“, beruhigt Stadtsprecher Andreas Möser. Der Vertrag mit Metzmacher sei bereits ausverhandelt und werde nach Zustimmung der zuständigen Ratsausschüsse unterschrieben. „Dieser Ablauf ist allen Beteiligen bekannt und wird auch einvernehmlich akzeptiert“, so Möser. CDU-Fraktionsführer Jens Seidel aber sieht das anders: Er kritisiert, dass jetzt über die Personalie Metzmacher entschieden werden solle, ohne vorher die künftige rechtliche Organisationsform der Kunstfestspiele zu klären.

Eine Frage der Form

Metzmacher sei der richtige Mann für die Kunstfestspiele, glaubt auch der CDU-Politiker: Es sei das Verdienst des Künstlers, dass sich das Festival so positiv entwickelt habe. „Aber wir wissen derzeit nicht einmal, ob Metzmacher hier nun Intendant werden soll, Leiter eines Instituts oder Geschäftsführer einer GmbH“, klagt Seidel.

Alle drei Möglichkeiten waren in einem Gutachten aufgezeigt worden, das Vorschläge liefern sollte, wie die Festivalmacher etwas unabhängiger von der Verwaltung arbeiten könnten. Anfang Juni wurde das Gutachten präsentiert. „Danach wurde uns eine Beschlussvorlage zur neuen Form und der damit verbundenen Etaterhöhung und Stellenaufstockung angekündigt“, sagt Seidel. Genug Zeit dafür habe es in den vergangenen drei Monaten gegeben - und doch sei die Vorlage bei der letzten Sitzung nicht fertig gewesen. „Stattdessen ging es ohne Vorwarnung gleich um die Verlängerung für Herrn Metzmacher“, so Seidel, der damit den zweiten Schritt vor den ersten gemacht sah: „Da haben wir die Notbremse gezogen.“

Auch die Grünen sind nicht zufrieden mit der Arbeit der Verwaltung. „Es wäre schon sinnvoll gewesen, die beiden Vorlagen gleichzeitig einzubringen“, sagt der kulturpolitische Sprecher der Partei Daniel Gardemin. Die Grünen nehmen die zeitliche Abfolge zwar nicht ganz so wichtig wie die oppositionelle CDU - den Wunsch nach Verschiebung der Abstimmung finden sie aber nachvollziehbar. Gardemin hofft nun, dass die nächste Sitzung von der Verwaltung besser vorbereitet ist.

Planung auch ohne Beschluss

Hinter dem speziellen Fall vermutet der Grüne sogar ein allgemeines strukturelles Problem: „Wenn ein wichtiges Thema wie die Kunstfestspiele statt im eigentlich zuständigen Kulturausschuss im Ausschuss des Oberbürgermeisters verhandelt wird, dann muss man dort auch für ein Personal sorgen, das die erforderlichen Vorlagen rechtzeitig anfertigen kann“, sagt Gardemin. Unruhig wird er vor allem in einem Punkt: Sollte durch die Verzögerung die Planungssicherheit der Kunstfestspiele gefährdet werden, wüchse sich die Formsache zu einem schweren Fehler aus.

Davon ist derzeit aber offenbar nicht auszugehen - die Festivalmacher planen auch ohne Beschluss: „Wir stoppen jetzt nicht mit unserer Arbeit, sondern planen weiter für die zehnte Kunstfestspiel-Ausgabe 2019 und perspektivisch auch darüber hinaus“, sagt Festivalsprecher Hendrik von Boxberg. Derzeit entstünden dabei keine Probleme, weil etwa Verträge mit Künstlern nicht abgeschlossen werden könnten. Es gebe ein großes Vertrauen in die Verwaltung: „Wir müssen einfach abwarten - die politischen Prozesse scheinen so zu sein.“

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