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Besucherrekord bei den Kunstfestspielen

Vorläufige Bilanz Besucherrekord bei den Kunstfestspielen

Nichts als Musik? Die vorläufige Bilanz der ersten Kunstfestspiel-Ausgabe unter seiner Leitung von Ingo Metzmacher belegt den Erfolg des Festivals. So ist die Zahl der Besucher mit rund 15.000 wesentlich höher als in allen vorangegangenen Ausgaben.

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Metzmacher ist es gelungen, das einst umstrittene Spektakel salonfähig zu machen. 

Quelle: Helga Krückeberg

Hannover. Die Kunstfestspiele 2017 sind noch in der Planung, aber eine Sache steht jetzt schon fest. Das Festival endet im kommenden Jahr am 21. Mai. „Das ist der 34. Spieltag der Zweiten Bundesliga“, sagt Intendant Ingo Metzmacher, „ich hoffe, dann haben wir hier etwas zu feiern.“ Grund zu guter Laune hat der Dirigent und 96-Fan allerdings schon jetzt: Die vorläufige Bilanz der ersten Kunstfestspiel-Ausgabe unter seiner Leitung belegt den Erfolg des Festivals. So ist die Zahl der Besucher mit rund 15 000 wesentlich höher als in allen vorangegangenen Ausgaben. Gleich geblieben ist dagegen der Etat von 1,2 Millionen Euro. Wenn am Sonntag der letzte Ton im Großen Garten verklungen ist, waren es insgesamt 50 Veranstaltungen in 18 Tagen. Die Auslastung lag bei über 90 Prozent.

Schostok: „Diese Ausgabe ist ein Durchbruch“

Mehr noch als die Zahlen es tun, spricht die vielerorts spürbare Begeisterung für Metzmacher. Ihm ist es gelungen, das einst umstrittene Spektakel salonfähig zu machen. „Diese Ausgabe der Kunstfestspiele ist ein Durchbruch“, konstatierte dann am Freitag auch Oberbürgermeister Stefan Schostok bei einer Pressekonferenz im Spiegelzelt. Das Festival sei in der Stadt angekommen.

Dafür gibt es mehrere Gründe. Der wichtigste ist wohl, dass der gebürtige Hannoveraner Metzmacher auf viele künstlerische Akteure in der Stadt zugegangenen ist und sie in seine Pläne einbezogen hat. Er hat nicht nur 500 Sänger aus hannoverschen Chören gemeinsam auf die Bühne gebracht. Er hat auch mit der Christuskirche und vor allem der Musikhochschule zentrale Musikorte der Stadt zu Festivalschauplätzen gemacht.

Leicht kann dabei der Eindruck entstehen, aus den Kunstfestspielen sei inzwischen ein Musikfestival geworden, bei dem das außergewöhnliche Profil des Spektakels verwässert werde. Das ist aber nicht richtig. Auch bei Metzmacher gab es bemerkenswerte Kunstaktionen (etwa „Finsternis 1816“ im Großen Garten) und jede Menge Bühnenproduktionen, die zwar mit Musik zu tun hatten, aber genauso gut bei einem Theaterfestival gezeigt werden könnten. Und die Auswahl der Konzertprogramme und Künstler war alles andere als austauschbar: Was man jetzt bei den Kunstfestspielen geboten bekam, hätte man hier sonst nicht zu hören bekommen. Metzmacher versteht die Kunstfestspiele als ein spartenübergreifendes Festival für die Moderne. Und genau das sind sie auch.

Es liegt sicher auch an der charismatischen und unprätentiösen Person des Intendanten, dass sich immer mehr Menschen für dieses anspruchsvolle Programm interessieren. Mehr noch liegt es aber am Programm selbst. Mit den kostenlosen Clubkonzerten im Spiegelzelt etwa ist es tatsächlich gelungen, ein neues Publikum nach Herrenhausen zu locken. Und es ist gut möglich, dass spektakuläre Veranstaltungen wie die „Gurre-Lieder“ oder die Opern von ­Steve Reich bei dem einen oder anderen Besucher jene „Initialzündung“ ausgelöst hat, mit der Metzmacher die Zuschauer von morgen gewinnen möchte.

Für diesen Zweck will er in den kommenden beiden Jahren noch weitere Spielorte außerhalb von Herrenhausen erschließen. Der ursprünglichen Festival­idee, die Strahlkraft der Gartenanlage zu erhöhen, kann das nur zuträglich sein. 2017 ist kein großes Konzert wie jetzt im Kuppelsaal geplant. Dafür könnte ein neuer Ort für Aufsehen sorgen. 2018 will Metzmacher aber noch einmal ein spektakuläres Werk dirigieren. Vorstellbar erscheint Mahlers 8. Sinfonie - auch wenn diese „Sinfonie der Tausend“ fast ein bisschen naheliegend ist. Viel besser geeignet wäre das höchst selten gespielte, extrem großformatige Requiem von Hector Berlioz, von dem man schon in der Stadt munkeln hört. Man kann also gleichzeitig ge- und entspannt sein: Grund zur Vorfreude gibt es in jedem Fall.

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