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„Brandgefährliches“ Kunstwerk wird vorzeitig abgebaut

Holzreste müssen weichen „Brandgefährliches“ Kunstwerk wird vorzeitig abgebaut

Misst man ein 17 Meter langes Kunstwerk aus Holzresten mit den gleichen Brandschutzmaßstäben wie Abfall? Diese Frage hat in Neubrandenburg eine Grundsatzdebatte über Kunst ausgelöst. Nun soll das Werk mit dem Namen „Risiko“ aus Kostengründen vorzeitig weichen.

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Brandgefährlich? Das Kunstwerk "Risiko" muss abgebaut werden.

Quelle: dpa

Neubrandenburg. Die Kunstinstallation „Risiko“ in Neubrandenburg wird durch Extra-Brandwachen abgesichert und muss nun doch eher als geplant abgebaut werden. Die viel diskutierte Arbeit aus Holzresten wird am 1. September abgebaut, sechs Tage vor Ende der Kunstschau, wie Dirk von der Wroge von der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe sagte, die die Schau organisiert. Die Stadt habe um einen früheren Abbau durch Künstler Holger Stark gebeten. Hintergrund dürften höhere Kosten durch nachträgliche Brandschutzauflagen sein. Vorher soll es aber eine öffentliche Diskussion zu Ausstellung und Kunstwerk geben, sagte die Leiterin der Kunstsammlung, Merete Cobarg, am Freitag.

Der gelernte Zimmermann Stark will Räume sichtbar machen, indem er geometrische Formen durchbricht. Sein „Risiko“ ist 17 Meter lang, vier Meter hoch, besteht aus Holzresten aus dem Bootsbau und zieht sich aus einem Ausstellungsraum hinaus in den Innenhof. Die Arbeit gehört zur renommierten Kunstschau „Fünf Positionen der Gegenwart“ die seit Ende Juni läuft und einen 10 000-Euro-Kunstpreis beinhaltet.

Das „temporäre Kunstwerk“ verstößt aber nach Ansicht von Experten der Feuerwehr gegen Brandschutzauflagen der Kunstsammlung. Künstler und Kunstfreunde wiesen die Vorwürfe mehrfach zurück. Kunst müsse Grenzen überschreiten dürfen, hieß es. „Das Ganze ist im Innenhof eines abgeschlossenen Gebäudes. Wenn einer vorsätzlich Feuer legen will, kann das auch im Rathaus passieren“, sagte Künstler Stark.

Nach dem Feuerwehr-Gutachten hatte die Stadtverwaltung dem Verbleib des Kunstwerkes nur unter Auflagen zugestimmt. So machen Mitarbeiter der Kunstsammlung Überstunden, um das „Risiko“ länger zu beaufsichtigen, und es wurden häufigere Kontrollen durch einen Wachdienst angeordnet.

dpa

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