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„Leeraner Miniaturland“ zeigt Ostfriesland im Kleinstformat

Ausstellung „Leeraner Miniaturland“ zeigt Ostfriesland im Kleinstformat

Häuser, Wälder, Fabriken - im „Leeraner Miniaturland“ kann man Ostfriesland im kleinen Maßstab begutachten. Die Ausstellung zeigt Städte wie Leer, Emden oder Aurich im Maßstab 1:87.

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Modellbauerin Hilke Stellamans stellt im Miniaturland den Bahnhof von Emden fertig.

Quelle: dpa

Leer. In Ostfriesland funktioniert die Welt auf Knopfdruck. Taste runter, und im VW-Werk Emden wird am Passat geschweißt, in Aurich dreht sich der Betonmischer, und in Wolthusen hat sich ein Paar im beleuchteten Schlafzimmer plötzlich ganz doll lieb. Ostfriesland ist nicht nur ferngesteuert, sondern auch geschrumpft, seit vor Kurzem in Leer das Miniaturland eröffnet hat. In der Realität ist die Region im Norden 3100 Quadratkilometer groß, im Modellbauformat immerhin 520 Quadratmeter. Auf großen Holzplatten ist Ostfriesland mit einzelnen befreundeten Nachbarstädten wie Papenburg in einer neuen Halle aufgebaut, Besucher müssen schon genau hinschauen, um jedes Detail zu erkennen.

Rainer Hobbiebrunken sorgt mit seinen Kollegen dafür, dass die Welt in Ostfriesland in Ordnung bleibt. Gerade hat er einen Unfall in Hesel geklärt. Ein Lastwagen hatte ein Signal übersehen und ist mit einem Miniauto kollidiert. Hobbiebrunken hat den Lkw von der Straße genommen, neu eingestellt und wieder auf die rechte Bahn gebracht. Der frühere Möbelrestaurator ist Erbauer von Greetsiel, legte diverse Nebenflüsse an und hat auch an der Nordsee mitgewerkelt. Als er unverschuldet arbeitslos geworden war, eröffnete ihm das Miniaturland eine ganz neue Welt. „Ich habe hier umgeschult und bin sehr zufrieden, denn ich mag die filigrane Arbeit“, sagt er. Zusammen mit ihm sind zehn weitere Leute eingestellt worden, darunter Tischler und Elektriker. Zusätzlich werkeln fünf Modellbauer aus Aurich seit zwei Jahren an Unikaten wie der Meyer-Werft.

Herr über Klein-Ostfriesland ist der Softwareunternehmer Wolfgang Teske. Langsam läuft er durch die Halle, den Blick konzentriert auf die kleinen Häuser, Straßen und Flüsse gerichtet. Auf der Bahnlinie vor ihm fährt eine Lok vorbei – ohne Waggons. Teske verschwindet hastig im Computerraum und gibt Anweisungen. Etwas später fährt die Lok mit mehreren Wagen weiter. „Ich bin ein Pedant“, sagt der 59-Jährige. Zwei Millionen Euro und zwei Jahre Vorbereitungszeit hat er nach eigenen Angaben in die Modellwelt investiert. Die Miniaturwelt, nach Hamburg und Berlin die drittgrößte, ist für ihn nicht die Erfüllung eines Kindheitstraums. Sie soll ein Tourismusmagnet und damit ein finanzieller Erfolg werden.

Leeraner Miniaturland, Konrad-Zuse-Straße 1, 26789 Leer, Eintritt: Erwachsene 9 Euro, Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre 4 Euro, Kinder bis 5 Jahre frei.

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