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Hannovers Goldener Brief ist Unesco-Welterbe

Leibniz-Bibliothek Hannovers Goldener Brief ist Unesco-Welterbe

Es ist ein Schatz von Weltrang: Die Unesco hat den Goldenen Brief der Leibniz-Bibliothek zum Weltdokumentenerbe erklärt. Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova bestätigte in Paris das Votum des internationalen Beraterkomitees.

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Welterbe: Hannovers Goldener Brief.

Quelle: Finn (Archiv)

Hannover. Mehr als zwei Jahrhunderte lang schlummerte das Prunkstück fast unbeachtet in einem Bibliothekstresor. Jetzt ist der Goldene Brief gewissermaßen in den Hochadel unter den historischen Dokumenten aufgestiegen: Die Unesco hat das Schreiben, das ein birmanischer König 1756 auf einem hauchdünnen Goldstreifen verfasste, zum Weltdokumentenerbe erklärt. Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova bestätigte in Paris das Votum des internationalen Beraterkomitees, das bei seiner Tagung in Abu Dhabi empfohlen hatte, den Goldenen Brief in „Memory of the World“-Register einzutragen.

Er besteht aus nahezu reinem Gold, ist wahrscheinlich einmalig auf der Welt und fasziniert derzeit Wissenschaftler und Laien. Die Leibniz Bibliothek Hannover präsentierte am Montag erstmals den jüngst entschlüsselten Goldenen Brief an König Georg II. aus dem Jahr 1756.

dpa

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Die Freude in Hannover ist groß: „Ein Unesco-Welterbetitel ist so etwas wie Oscar, Grammy und Emmy zugleich. Wir können stolz darauf sein, ein historisch so bedeutendes Stück wie den Goldenen Brief in Hannover zu haben", sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok. „Wir freuen uns riesig über diese Entscheidung“, sagt Georg Ruppelt, Direktor der Leibniz-Bibliothek, die den Goldenen Brief unter der Signatur „Ms IV 571a“ verwahrt. Ruppelt hatte den lange Zeit fast vergessenen Brief, der zu Hannovers größten Kulturschätzen zählt, erforschen lassen und vor vier Jahren erstmals der Öffentlichkeit präsentiert: Als dieser im November 2011 in einer von der HAZ organisierten Ausstellung gezeigt wurde, strömten binnen zwei Tagen rund 2000 Besucher in die Kestnergesellschaft, um ihn zu sehen. Mit der Anerkennung als Weltdokumentenerbe steht dieser jetzt auf einer Stufe mit der Magna Charta von 1215, Beethovens Notenhandschriften oder der berühmten Himmelsscheibe von Nebra. Dabei ist es ein ausgesprochener Glücksfall, dass der Brief sich bis heute erhalten hat.     

Fünf deutsche Neueinträge

Neben dem Goldenen Brief der Leibniz-Bibliothek hat die Unesco weitere deutsche Dokumente in den Welterbe-Rang erhoben.

  • Frühe Schriften der Reformationsbewegung: Es umfasst Manuskripte, Briefe und Originaldrucke von Martin Luthers Schriften, darunter ein Handexemplar Luthers der Hebräischen Bibelausgabe und ein Plakatdruck der 95 Ablassthesen.
  • Manuskript der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach: Der Komponist verfasste die Messe kurz vor seinem Tod in den Jahren 1748 und 1749. Die auf 99 Seiten niedergeschriebene Messe in h-Moll steht nach Meinung der Unesco "in einzigartiger Weise für das gesamte kompositorische Werk Bachs".
  • 64 digitale Sammlungen zur sprachlichen Vielfalt:  Ein Sammlung mit audio-visuellen und schriftlichen Quellen zu 102 Sprachen und Kulturen. Das Archiv wird von der Max-Planck-Gesellschaft, der Königlichen Akademie der Wissenschaften der Niederlande und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften finanziert.
  • Buch "Al-Masaalik Wa Al-Mamaalik": Schrift aus dem vierten Jahrhundert - die älteste arabische Handschrift des Buches befindet sich in der Forschungsbibliothek Gotha.

    frs

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