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Darf Menschen-Museum nun doch weitermachen?

Leichenausstellung angepasst Darf Menschen-Museum nun doch weitermachen?

Nach Gerichtsurteilen der vergangenen Monate schien das Museum vor dem Aus: Nun hat das Menschen-Museum von Leichenplastinator Gunther von Hagens seine Ausstellung angepasst. Lenkt der Bezirk jetzt ein?

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Ganzkörperplastinate, wie dieses einer schwangeren Frau, werden wohl künftig in der Ausstellung nicht mehr zu sehen sein.

Quelle: Stephanie Pilick/dpa

Berlin. Weiter  plastinierte Leichen unterm Fernsehturm? Das nach Gerichtsurteilen von der Schließung bedrohte Menschen-Museum in Berlin will mit einer veränderten Ausstellung weitermachen. Mit dem Austausch einiger Exponate sowie einem Betreiberwechsel erfülle die Schau am Berliner Alexanderplatz die rechtlichen Anforderungen, teilten die Betreiber um Leichenplastinator Gunther von Hagens ("Körperwelten") am Montag mit. Der Bezirk Mitte wolle sich am Dienstag ein Bild von der überarbeiteten Schau machen, sagte eine Sprecherin von Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD). Danach solle über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Ganzkörperplastinate ausgetauscht

Der Bezirk wollte das Museum am Alexanderplatz von Beginn an verhindern, der Streit kam vor Gericht. Zuletzt hatte das Bundesverwaltungsgericht eine Revision gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg von Dezember 2015 nicht zugelassen. Damit sah sich der Bezirk in der Auffassung bestätigt, dass die ausgestellten Körper auch nach dem Konservierungsverfahren als Leichen zu sehen sind und bestattet werden müssten. Aus Sicht des Gerichts wäre zur Eröffnung eine Genehmigung erforderlich gewesen.

Die Betreiber erklärten am Montag, nun etwa Organe und Ganzkörperplastinate in der Schau ausgetauscht zu haben. Damit könnten Behörden prüfen, ob die Plastinate mit dem Einverständnis des Körperspenders hergestellt wurden und ausgestellt werden dürfen. Bislang war dies nicht möglich, was die Berliner Richter beanstandet hatten. Zudem sei inzwischen das Heidelberger Institut für Plastination Betreiber der Schau. Es benötige als Anatomisches Institut keine Genehmigung, so die Betreiber.

300.000 Besucher binnen eineinhalb Jahren

Von Hagens entwickelte die Plastinationstechnik in den 70er-Jahren in Heidelberg, wo er 1993 auch das Institut für Plastination gründete. Das Institut ist auch Träger des Körperspendeprogramms, in dem laut eigenen Angaben bis heute über 16.000 Spender registriert sind. Die präparierten Toten sind in verschiedenen Positionen zu sehen. Sie sind jung, alt, schwanger, krank oder gesund. Die Haut ist abgezogen, Muskeln und Nervenstränge sind gut sichtbar.

Die Betreiber betonten nun, dass das Museum durchweg positive Reaktionen erhalte. In vier Wochen seien mehr als 3000 Unterschriften für den Erhalt der Ausstellung gesammelt worden. Seit der Eröffnung im Februar 2015 kamen nach Angaben des Museums knapp 300.000 Besucher.

RND/dpa

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