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Lichtes Spiel in der St.-Clemens-Kirche

Kammerchor-Konzert Lichtes Spiel in der St.-Clemens-Kirche

Schauen oder Hören? Das war beim Konzert des Kammerchores Hannover in der St.-Clemens-Kirche die Frage. „Licht-Raum“ nennt der Chor sein musikalisch-visuelles Projekt, mit dem er eine neue Klang- und Raumerfahrung vermitteln möchte.

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Wechselndes Farbspiel: Chor und Musiker vor Kunst von Cendra Polsner.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. So gab es nicht nur Motetten von Johann Sebastian Bach und Zeitgenössisches von Sven-David Sandström zu hören, sondern auch raumfüllende Lichtkunst von Cendra Polsner zu betrachten. Die Künstlerin gestaltete live zur Musik mit fließenden Lichtskulpturen in wechselndem Farbspiel den hohen Altarraum über dem Chor. Das war ästhetisch schön – und zugleich ein Problem. Denn immer wieder zog das Optische die Aufmerksamkeit auf sich zulasten der Musik.

Deswegen waren die zwei Phasen gut, in denen die Musik schwieg und man nur schauen konnte. In der Stille verband sich der innere Nachklang der Musik mit dem Lichtspiel und eröffnete meditative Momente. Spannende Experimente Um der Leistung des Kammerchores gerecht zu werden, musste man das Optische vernachlässigen. Und das lohnte sich. Denn unter Stephan Doormanns klarer und zugleich emotionaler Leitung gelangen die 2003 und 2007 von Sven-David Sandström komponierten anspruchsvollen Motetten überzeugend. Der schwedische Komponist vertonte dabei die gleichen Texte wie Bach in seinen Motetten. Damit will Sandström deren Inhalt in die heutige Zeit heben.

Das ist ein spannendes Experiment, das dem Chor musikalisch und stimmlich viel abverlangte. Drei Originale von Bach nahm Doormann folgerichtig auch ins Programm: „Komm Jesu komm“, „Lobet den Herren, alle Heiden“ und „Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf“. Unterstützt wurde der wunderbar leicht singende Chor dabei vom Barockorchester La festa musicale. Von dem hörte man aber wegen ungünstiger Platzierung meistens nur die Bassgruppe im Raum. Doormann orientiert sich an historischer Aufführungspraxis und findet einen überzeugenden persönlichen Stil für Dynamik und rhythmische Akzentierung. Der Chor folgte ihm mit Präzision und Aufmerksamkeit und setzte auch Doormanns arg flottes Tempi präzise um. Am Schluss viel Beifall für Licht, Musik und den Mut zu neuen Wegen.

von Claus-Ulrich Heinke

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