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Lohnt sich Joanne K. Rowlings neuer Krimi?

„Die Ernte des Bösen“ Lohnt sich Joanne K. Rowlings neuer Krimi?

"Harry Potter"-Autorin Joanne K. Rowling unter ihrem Pseudonym Robert Galbraith wieder einen Krimi geschrieben. Was Galbraith dem Leser über weite Strecken serviert, ist ein bis auf einen zähen Mittelteil sehr spannender Krimi.

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Gut gepolstert: Joanne K. Rowling schreibt zum dritten Mal unter Pseudonym.

Quelle: Andrew Montgomery

Was für ein Schock für Robin Ellacott: Statt Wegwerfkameras für ihre bevorstehende Hochzeit nimmt sie ein Paket in Empfang, das ein abgetrenntes Frauenbein enthält. Das ist selbst für die gewöhnlich toughe Mitarbeiterin des Londoner Privatdetektivs Cormoran Strike zu viel. Was sie jedoch nicht davon abhält, gemeinsam mit ­Strike nachzuforschen. Für den dritten Fall des ungleichen Ermittlerpaars hat sich Robert Galbraith alias Joanne K. Rowling eine perfide Geschichte ausgedacht, in der gleich mehrere Psychopathen „Die Ernte des Bösen“ einfahren wollen.

Die Schöpferin des Zauberers Harry Potter hat in ihrem neuen Krimi wieder ordentlich für Grusel gesorgt. Denn natürlich bleibt es nicht bei dem abgetrennten Bein. Strike und Robin stoßen bei ihren Recherchen an Grenzen, die ihnen auch von der Polizei gesetzt werden. Die duldet keine Privatschnüffler in ihrem Revier und hält nicht allzu viel von Strikes Eingebungen. Der bullige Kriegsveteran hat nämlich vier Verdächtige im Visier, mit denen er schon mehrfach zu tun hatte, darunter seinen eigenen Stiefvater.

Strike und Robin folgen also ihren eigenen Wegen, die sie durch London und über die Hauptstadtgrenzen hinaus führen. Der Detektiv hat dabei mehrfach Gelegenheit, die Cleverness seiner Mitarbeiterin zu bewundern, weiß aber auch, dass sie in Gefahr ist. Denn das Frauenbein, das zu einem zerstückelten jungen Mädchen gehörte, muss als Drohung für Robin angesehen werden.

Was Galbraith dem Leser über weite Strecken serviert, ist - wie auch schon in den zwei anderen Cormoran-Strike-Romanen - ausführlichste Recherche nach klassischem Muster: Zeugen, Verdächtige und Verwandte ausfindig machen und befragen, Menschen beschatten, Hinweise finden und, und, und. Das füllt den etwas zähen Mittelteil des ansonsten sehr spannenden Krimis.

Dass Strike und Robin - eigentlich ein ideales Team - sich dieses Mal mächtig in die Wolle kriegen, ist reizvoll. Ebenso der wechselnde Blick auf die Handlung: Der Tätersicht werden Kapitel aus Erzählersicht gegenübergestellt, die mit passenden Zeilen aus Songs der US-amerikanischen Hardrockband Blue Öyster Cult überschrieben sind. Sie verstärken das Finstere, Unwirkliche im Plot, wovon die „Harry Potter“-Autorin bekanntlich viel versteht.

Ein hübscher Cliffhanger verheißt Nachschlag. Hoffentlich bald.

Robert Galbraith: „Die Ernte des Bösen“. Blanvalet. 672 Seiten, 22,99 Euro.

von Frauke Kaberka

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