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Roman "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde

Welt ohne Insekten Roman "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde

Die norwegische Kinderbuchautorin Maja Lunde hat einen wunderbaren Roman für Erwachsene geschrieben: "Geschichte der Bienen". Das mehr als 500 Seiten dicke Buch ist mit dem norwegischen Buchhändlerpreis als bester Roman ausgezeichnet worden und erobert gerade die deutschen Bestsellerlisten.

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Faszination für Generationen: Eine Honigbiene auf einer Sonnenblume. Foto: dpa

Quelle: Jens Büttner

Hannover. China im Jahr 2098 - die Menschheit hat es geschafft, alle blütenbestäubenden Insekten der Welt auszurotten. Was früher die Aufgabe der Bienen war, müssen nun Arbeiterinnen von Hand übernehmen. Und so klettert Tao jeden Tag in schwindelerregender Höhe von Ast zu Ast, um die Blüten der Obstbäume mit einem feinen Pinsel zu bestreichen. Mit diesem Szenario beginnt die norwegische Autorin Maja Lunde ihren Roman „Die Geschichte der Bienen“.

Was eigentlich wie der Titel eines Biologiebuchs klingt, führt den Leser zu drei Protagonisten in drei Epochen: Zu Blütenbestäuberin Tao im China der Zukunft. Zum bettlägerigen Wissenschaftler William in das Jahr 1852 in England. Und zu Imker George nach Ohio, der dort im Jahr 2007 lebt. Alle ihre Leben werden vom Dasein, beziehungsweise dem Nicht-Mehr-Dasein der Bienen, beeinflusst - und von der Beziehung zu ihren Kindern.

Während sich Tao für ihren dreijährigen Sohn Wei-Wen krampfhaft eine Zukunft abseits der Obstbaumplantagen und der gefährlichen Arbeit in den Baumwipfeln wünscht, möchte Imker George, dass sein Sohn den Hof übernimmt. Doch der junge Mann, der gerade ein College besucht, hat so gar nicht die gleichen Vorstellungen wie sein Vater. Er wird Vegetarier und möchte sich lieber dem Schreiben widmen, was immer wieder zu Ärger zwischen dem konservativen Vater und seinem Sohn führt. Bis eines Tages die Bienen auf dem Hof verschwinden.

William hingegen hat nur einen Sohn. Und sieben Töchter. Er kann seine Familie nicht versorgen, da die falsche Behandlung eines Arztes ihn bettlägerig gemacht hat. Das Geschäft läuft nicht mehr, sein wissenschaftlicher Mentor hat sich von ihm abgewendet. Dann hat William jedoch eine Idee, die die Bienenzucht künftig revolutionieren könnte.

Bestseller in Norwegen

„Die Geschichte der Bienen“ ist der Debüt-Roman Lundes für ein erwachsenes Publikum. Normalerweise schreibt die 41-jährige Norwegerin Kinder- und Jugendbücher. Das mehr als 500 Seiten dicke Buch war lange auf der norwegischen Bestsellerliste, ist mit dem norwegischen Buchhändlerpreis als bester Roman ausgezeichnet worden und erobert gerade die deutschen Bestsellerlisten.

Obwohl Lunde zwischen ihren so unterschiedlichen Protagonisten hin- und herspringt, zerfasern die einzelnen Stränge nicht. Aus der Sicht von Tao, George und William geschrieben, kann der Leser in die einzelnen Welten eintauchen und auch Gedanken und Gefühle nachvollziehen. Lunde beschreibt die Lebenswelten detailliert, aber mit klarer Sprache, was „Die Geschichte der Bienen“ trotz seiner Länge unterhaltsam macht.

Und obwohl es sich um kein Sachbuch handelt, lässt Lunde immer wieder geschickt Informationen über sie einfließen. So weiß der Leser am Ende des Buches nicht nur was die „eusoziale Arten“ sind, die William am liebsten erforscht hätte, sondern wie das durchaus realistische Bienensterben das Leben der Weltbevölkerung beeinflussen könnte.

Maja Lunde: „Die Geschichte der Bienen“ btb Verlag. 508 Seiten, 20 Euro.

Amelie Richter

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