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Wilhelm-Busch-Museum

Manga-Pionier Nakazawa gestorben


Der Autor des Comic-Klassikers „Barfuß durch Hiroshima“, Keiji Nakazawa, ist tot. Der weltweit renommierte Künstler und Anti-Atom-Aktivist sei bereits am 19. Dezember im Alter von 73 Jahren in seiner Heimatstadt Hiroshima an Lungenkrebs gestorben, teilte das "Wilhelm Busch Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst" am Donnerstag in Hannover mit.
Foto: Eine Originalzeichnung aus dem Manga „Barfuß durch Hiroshima“ von Keiji Nakazawa.

Eine Originalzeichnung aus dem Manga „Barfuß durch Hiroshima“ von Keiji Nakazawa.

© dpa

Hannover/Hiroshima. Nakazawas autobiografische Bildererzählung „Barfuß durch Hiroshima“ gilt als Wegbereiter für den Manga-Comic außerhalb Japans. Als erster japanischer Comic wurde er 1978 in englischer Übersetzung in den USA und 1982 in Deutschland veröffentlicht.

Nakazawa erzählt darin die Geschichte seines Alter Ego, eines 6-jährigen Jungen, der den Atombombenabwurf auf seine Heimatstadt 1945 überlebt und sich durch die Nachkriegswirren schlägt. Mit dieser Serie begann die japanische Vergangenheitsbewältigung. Lange hatte die Gesellschaft das Trauma Hiroshima verdrängt. Bis heute wurde „Barfuß durch Hiroshima“ nach Museumsangaben mehr als zehn Millionen Mal verkauft und ist Unterrichtslektüre in japanischen Grundschulen.

Die Originalzeichnungen von „Barfuß durch Hiroshima“ werden im Hiroshima Peace Memorial Museum aufbewahrt und eigentlich nicht außer Landes gegeben. Dem Museum Wilhelm Busch war es geglückt, für die Schau „Bildrollen und Manga“ 30 Originalblätter zu bekommen, die noch bis zum 6. Januar 2013 in Hannover zu sehen sind. Nakazawa habe vor ein paar Jahren geplant, die Bildergeschichte fortzusetzen, berichtete Kai Gurski, der die Schau in Hannover mit anderen vorbereitet hat. Allerdings hätten ihn die Spätfolgen der atomaren Verstrahlung am Schreiben und Zeichnen gehindert.

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