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Marokkanischer Schriftsteller Jelloun erhält Remarque-Friedenspreis

Arabischer Frühling Marokkanischer Schriftsteller Jelloun erhält Remarque-Friedenspreis

Der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis steht in diesem Jahr im Zeichen der Demokratiebewegungen in Nordafrika und der arabischen Welt. Der 1944 in Marokko geborene Schriftsteller Tahar Ben Jelloun erhalte im September den mit 25 000 Euro dotierten Preis, sagte am Mittwoch der Vorsitzende der Jury, der Osnabrücker Universitätspräsident Prof. Claus Rollinger.

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Der in Marokko geborene Schriftsteller Tahar Ben Jelloun bekommt den Remarque-Friedenspreis verliehen.

Quelle: dpa

Osnabrück. Tahar Ben Jellouns Werk stehe im Zeichen der Toleranz und der Integration, begründete Rollinger die Entscheidung. Sein jüngster Band „Arabischer Frühling“ beschäftige sich mit den Ursachen und den Folgen der Demokratiebewegung.

Den mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis erhält die Organisation „Pro Asyl“. Ihre Wahl verstehe die Jury als Kommentar zu der abwehrenden Haltung Europas auf die Flüchtlingsströme aus Nordafrika, betonte Rollinger.

Der studierte Philosoph Tahar Ben Jelloun emigrierte 1971 nach Paris, wo er seitdem lebt. 1965 war er wegen des Verdachts, eine studentische Demonstration organisiert zu haben, vorübergehend in ein Straflager gekommen. Er setzte sich in seinen Schriften für ein friedliches Miteinander und einen gewaltfreien Islam ein, sagte Rollinger. „Er hat die Probleme der Migranten aus eigener Erfahrung aufgegriffen und schreibt aus der Perspektive der Emigranten.“ In Frankreich gehöre Jelloun zu den bekannten Schriftstellern.

Jelloun schildere das Schicksal von Flüchtlingen und Migranten „mit eindrucksvoller Empathie“, sagte der Osnabrücker Oberbürgermeister Boris Pistorius (SPD) als Jurymitglied.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bekanntgegeben, dass der algerische Autor Boualem Sansai als Zeichen für die Unterstützung des Demokratieprozesses den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekommen solle. „Beide Jurys haben anscheinend das gleiche Bedürfnis gehabt“, sagte Rollinger. Die Entscheidungen für die Preisträger seien aber unabhängig voneinander gefallen.

Seit 1991 vergibt die Stadt Osnabrück alle zwei Jahre den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis. Sie will damit an das pazifistische Engagement des Schriftstellers erinnern, der 1898 in Osnabrück zur Welt kam und mit dem Anti-Kriegs-Roman „Im Westen nichts Neues“ einen Welterfolg hatte. Zu den Preisträgern gehören unter anderem Lew Kopelew, Hans Magnus Enzensberger oder Henning Mankell.

dpa

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