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Martin Quilitz begeistert Hannover

Vom Bildschirm auf die Bühne Martin Quilitz begeistert Hannover

Man kennt ihn als Comedian aus dem Fernsehen, und auch für Harald Schmidt hat Martin Quilitz schon Witze geschrieben. Nun macht der Entertainer auf der Bühne des GOP seine eigene Late-Night-Show.

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Kehrt im GOP zu seinen Wurzeln zurück: Martin Quilitz ist der aktuelle Moderator des Programms im Varieté in der Georgstraße.

Quelle: Behrens

Hannover. Torten zählen zu Martin Quilitz Spezialgebieten. Der Comedian liebt es, in Cafés die süßen Sahnestücke zu probieren und zu vergleichen. Deshalb gehört in jeder Stadt ein Cafébesuch zu seinem festen Freizeitprogramm. Gelegenheiten bieten sich Quilitz genug, denn der Comedian ist viel unterwegs. Nach diversen Auftritten in der SAT.1-Wochenshow, einer eigenen Sendung im ARD-Abendprogramm und einer Autorenschaft für die Harald-Schmidt-Shows steht Quilitz nun auf der GOP-Bühne in Hannover. Dort macht er das, was er am besten kann: das Publikum mit Wortwitz und skurrilen Einlagen zum Lachen bringen.

Mit dem Programm ist er ein wenig zu seinen Wurzeln zurückgekehrt, wie er sagt. Denn auch seine ersten Bühnenerfahrungen, die er mit 19 Jahren im Theater seiner Heimatstadt Rietberg in Nordrhein-Westfalen machte, drehten sich um eine Mischung aus Kabarett, Comedy, artistischen Einlagen und Livemusik. Das sind auch die Zutaten der neuen GOP-Show. Einen roten Faden gibt es dieses Mal nicht. Das Programm hat eher den Charakter einer Late-Night-Show im Fernsehen. „Nur konnten wir es nicht Late-Night-Show nennen, denn bei einer Vorstellung sonntags um halb drei klingt der Titel etwas dämlich“, erklärt Quilitz. So trägt die Show schlicht seinen Namen.

Von Late-Night-Shows versteht der Comedian noch mehr als von Torten. Nach dem Abitur Ende der Achtziger zog es den jungen Mann nach Berlin, wo er Publizistik und Theaterwissenschaften studierte. „Ich konnte mich einfach nicht entscheiden, also arbeitete ich nebenbei für eine Zeitung und moderierte Shows“, erzählt Quilitz. Im Berliner „Scheinbar“-Varieté traf der Student bei einer Open-Stage-Veranstaltung auf Gleichgesinnte, die sich schnell zu einer Amateurkünstlertruppe zusammenfanden. Zunächst waren kleine Berliner Varietés ihre Bühne – dann fiel die Mauer. „Wir waren die erste westliche Varietégruppe, die in Ostberlin auftreten durfte. Da standen wir nun in einem kleinen Jugendklub in Treptow und zeigten unser Programm. Das war ein irres Gefühl“, erinnert sich Quilitz.

Kurz darauf bekam der Comedian ein Engagement am Schmidttheater in Hamburg, Auftritte in der ARD und später sogar eine eigene Szene in der SAT.1-Wochenshow folgten. Darin philosophierte er über aktuelle Themen aus der Sicht eines Tankwarts. Die Rolle überzeugte, und das NDR-Fernsehen machte aus dem Sketch Quilitz’ erste eigene Sendung. Doch der beschäftigte sich nicht nur mit seiner eigenen Show, sondern schrieb hin und wieder auch Gags für Entertainer-Kollege Harald Schmidt. „Das wurde mir aber irgendwann zu viel. Da bekam ich einen Anruf und sollte innerhalb der nächsten zwei Stunden eine bis zwei Seiten Gags abliefern.“ Geschadet hat es nicht – für Quilitz war die Autorenschaft eine Schreibwerkstatt, die sich nun bezahlt macht.

Denn auf der GOP-Bühne muss Quilitz oft mit Gags aus dem Stegreif jonglieren. Denn einstudiert sind eigentlich nur die Artistiknummern. Angst, dass ihm mal nichts einfällt, hat der 45-Jährige aber nicht. „Das ist ja das Tolle an Improvisation. Irgendwas fällt einem immer ein. Ob das dann auch witzig ist, sei dahingestellt, aber Situationskomik honoriert das Publikum am meisten.“ Die Interaktion mit den Zuschauern ist für Quilitz das Herzstück der Show. Deswegen ist auch jede Vorstellung ein bisschen anders. Spontane Einlagen von Zuschauern kommen ebenso vor wie technische Spielereien. Beispielsweise Interviews über den Internettelefondienst „Skype“ mit durch Zufall ausgewählten Personen. „Ich frage dafür herum, ob Zuschauer jemanden kennen, der etwas Tolles macht oder kann“, erklärt Quilitz das Prinzip, „Sogar meine Kinder habe ich in der Show schon mal angerufen.“

Auch Hannover spielt bei seinen Auftritten eine große Rolle. Am liebsten greift er dabei Klischees auf. So findet er etwa, nur in Hannover hießen Popstars wie woanders FDP-Ministerinnen (Lena Meyer-Landrut) und Ministerpräsidenten wie Rocksänger (David
Mc Allister). Doch Quilitz versteht sich als Hannoverfreund.  „Das kulturelle Angebot ist einfach klasse“, sagt er. Und auch die Himbeer-Käsesahnetorte bei seinem ersten Cafébesuch in der Stadt hat ihn überzeugt.

Isabel Christian

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